Mario das Neves

argentinischer Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Mario das Neves (* 27. April 1951 in Avellaneda, Provinz Buenos Aires; † 31. Oktober 2017 in Rawson, Provinz Chubut) war ein argentinischer Politiker des Partido Justicialista (PJ), der unter anderem zwischen 2003 und 2011 sowie erneut von 2015 bis zu seinem Tode 2017 Gouverneur der Provinz Chubut war. Bei den Präsidentschaftswahlen 2011 kandidierte er als „Running Mate“ von Eduardo Duhalde für das Amt des Vizepräsidenten.

Mario Das Neves (2016)

Leben

Mario das Neves, Sohn portugiesischer Einwanderer, wuchs in der Provinz Santa Fe auf und begann nach dem Schulbesuch ein Studium der Rechtswissenschaften, das er jedoch nach Abschluss von 80 Prozent der Kurse abbrach. Er zog mit 1971 nach Chubut, um sich als Fußballspieler beim Club Social y Deportivo Huracán zu versuchen – allerdings ohne Erfolg. Er engagierte sich im Jugendflügel der peronistischen Justizialistischen Partei PJ (Partido Justicialista) und spielte als Sekretär für soziale Entwicklung eine Schlüsselrolle in der Verwaltung der Gemeinde Trelew und wurde 1987 unter Gouverneur Néstor Perl Generalsekretär der Regierung der Provinz Chubut. 1988 wurde er Vorsitzender der Justizialistischen Partei von Chubut und kandidierte 1991 für das Amt des Bürgermeisters von Trelew und gewann den ersten Wahlgang, verlor jedoch im zweiten gegen Gustavo Di Benedetto.

Er vertrat vom 10. Dezember 1995 bis zu seiner Ablösung durch Elsa Gladys Lofrano am 2. Januar 2002 die Provinz „Chubut“ als Mitglied der Abgeordnetenkammer (Cámara de Diputados de la Nación Argentina). Nach seiner Wahl setzte er sich aktiv gegen Korruption im Zollwesen von Buenos Aires ein und leitete eine Untersuchungskommission, die zu Anklagen führte. 1997 wurde er zum „Abgeordneten des Jahres“ (Mejor diputado del año) ernannt. Nachdem er 1999 als Abgeordneter wiedergewählt worden war, war er erster Vorsitzende des Verbraucherschutzausschusses (Comisión de defensa al consumidor).

Ende Dezember 2001 wurde das Neves von Interimspräsident Adolfo Rodríguez Saá[1] als Nachfolger von César Albrisi zum Generaldirektor der Zollbehörde DGA (Dirección General de Aduanas) ernannt, woraufhin er sein Mandat im Kongress niederlegte. Als Eduardo Duhalde[2] wenige Tage später am 2. Januar 2002 Präsident wurde, behielt er das Neves im Amt des Generaldirektors der Zollbehörde. Dies führte zu Konflikten mit dem Wirtschaftsausschuss sowie und Wirtschaftsminister Roberto Lavagna,[3] woraufhin er am 25. Mai 2003 zurücktrat und durch José Alberto Sbattella als Generaldirektor der DGA ersetzt wurde.

Bei den Gouverneurswahlen in Chubut am 9. November 2003 gewann Mario das Neves für die Justizialistische Partei mit 45,2 Prozent der Stimmen, gefolgt vom Amtsinhaber José Luis Lizurume von der Radikalen Bürgerunion UCR (Unión Cívica Radical)[4] mit 41,6 Prozent und Roque González von der Aktion für Chubut mit 7,1 Prozent. Er erhielt dabei die Unterstützung seines Parteikollegen, des neu gewählten Präsidenten Néstor Kirchner.[5] Das Amt des Gouverneurs der Provinz Chubut trat er daraufhin am 10. Dezember 2003 offiziell an.[6][7] Bei den Gouverneurswahlen am 16. September 2007 gewann er als amtierender Gouverneur für die Justizialistische Partei innerhalb des Wahlbündnisses Front für den Sieg (Frente para la Victoria) etwa 72 Prozent der Stimmen, während Raúl Barneche (Radikale Bürgerunion) nur etwa 13 Prozent erhielt[8] und damit eine zweite Amtszeit als Gouverneur antrat.[9] Seine engen Beziehungen zum Kirchnerismo verschlechterten sich jedoch bis 2009, und das Neves erklärte öffentlich, Kirchner sei „arrogant“ geworden und verfolge die Strategie des „Teile und Herrsche“, um die Kontrolle über den Peronismus zu behalten. Er fügte hinzu, dass Kirchner trotz der vorgeblichen Unterstützung des ehemaligen Präsidenten „nicht mein Freund“ sei. Später initiierte das Neves die Privatisierung eines Netzes von Genossenschaften für öffentliche Dienstleistungen in Provinzbesitz. Bei den Gouverneurswahlen 2011 verzichtete das Neves auf eine erneute Kandidatur und unterstützte schließlich den Bürgermeister von Comodoro Rivadavia, Martín Buzzi. Bei den Gouverneurswahlen in Chubut am 20. März 2011 gewann Martín Buzzi mit seinem Wahlbündnis Model Chubut 37,8 Prozent der Stimmen, Carlos Eliceche von der Front für den Sieg 37,2 Prozent und Pedro Peralta von der Radikalen Bürgerunion 11,8 Prozent.[10] Die Wahlen zwischen Buzzi und Carlos Eliceche, dem bisherigen Bürgermeister von Puerto Madryn, waren so knapp, dass kein eindeutiger Sieger vorhergesagt werden konnte. Buzzis knapper Sieg führte nach Betrugsvorwürfen zu einer Neuauszählung und einer gerichtlichen Verfügung gegen das Ergebnis in sechs Wahlbezirken. Nach einem langwierigen Neuauszählungsverfahren und einer gerichtlich angeordneten Wiederholungswahl am 29. Mai 2011 in den sechs angefochtenen Wahlbezirken wurde Buzzi offiziell zum Gouverneur von Chubut gewählt.[11]

2011 wurde das Neves vom Kandidaten des Wahlbündnisses Frente Popular, Eduardo Duhalde, als dessen Vizepräsidentschaftskandidat nominiert. Bei den Präsidentschaftswahlen am 23. Oktober 2011 belegte Duhalde mit seinem „Running Mate“ das Neves mit 1.264.609 Stimmen (5,89 Prozent) allerdings nur den fünften unter sieben Kandidatenpaaren.[12] Am 10. Dezember 2013 wurde er abermals Mitglied der der Abgeordnetenkammer und vertrat bis zum 10. Dezember 2015 erneut die Provinz Chubut, woraufhin Sixto Osvaldo Bermejo neuer Abgeordneter wurde.

Bei den Gouverneurswahlen am 25. Oktober 2015 in Chubut erhielt Mario das Neves für die Alianza Frente Chubut Somos Todos 41,9 Prozent, Amtsinhaber Martín Buzzi von der Front für den Sieg 40,6 Prozent, Carlos Lorenzo vom Wahlbündnis Cambiemos 14,8 Prozent.[13] Das Amt des Gouverneurs trat er offiziell am 10. Dezember 2015 an[14] und bekleidete diese Funktion bis zu seinem Tode am 31. Oktober 2017, woraufhin der bisherige Vizegouverneur Mariano Arcioni[15] diese Funktion übernahm.[16]

Das Neves starb am 31. Oktober 2017, nachdem er sich im August 2017 in Behandlung wegen Darmkrebs begeben hatte.[17] Aus seiner Ehe mit Raquel Di Perna gingen zwei Kinder hervor.

Veröffentlichung

Commons: Mario das Neves – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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