Mariä Heimsuchung (Hitzhofen)

ehemalige Pfarrkirche, Saalkirche mit Steildach, im Kern Ende 12. Jahrhundert, Chorturm ausgebaut mit Fingergiebel 1596, Langhaus von Gabriel de Gabrieli 1722 erbaut; mit Kirchenausstattung From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Kirche Mariä Heimsuchung in Hitzhofen ist eine Filialkirche im Altmühltal. Die Kirche der Pfarrei St. Nikolaus gehört zum Pfarrverband Böhmfeld, Hitzhofen, Hofstetten im Dekanat Eichstätt des Bistums Eichstätt. Die Kirche war ursprünglich Pfarrkirche. Diesen Status musste sie 1967 an die neu errichtete Kirche „St. Nikolaus von der Flüe“ abgeben.

Schnelle Fakten
Mariä Heimsuchung

Konfession: Römisch-katholisch
Rang: Filialkirche
Pfarrer: Alois Spies
Pfarrgemeinde: Pfarrei St. Nikolaus Hitzhofen
Anschrift: Kirchweg 2, Hitzhofen
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Beschreibung

Die alte Pfarrkirche „Mariä Heimsuchung“ ist ein barocker Bau von 1722. Eine Vorgängerkirche wurde zwischen 1182 und 1189 durch Bischof Otto von Eichstätt geweiht. 1594 wurde sie restauriert und konsekriert und wurde im Laufe der Zeit eine vielbesuchte Wallfahrtsstätte. Um 1596 hat der Chorturm sein heutiges Aussehen mit den Zinnengiebeln erhalten. Gabriel de Gabrieli hat 1722/23 das Langhaus entweder neu gebaut oder umgestaltet und verlängert und die Sakristei neu gebaut; es ist sein erster Kirchenbau im Landkreis Eichstätt gewesen. Bauleiter war Johann Rigalia der Jüngere. Nachträglich, 1728, wurde der Chorbogen ausgebrochen und höhergeführt. Die Stuckaturen, wohl vom Eichstätter Stuckateur Jakob Egg, und die Deckengemälde sind von 1722. Die Konsekration erfolgte am 4. Oktober 1722. Der Hochaltar ist barock von 1700. Statt eines Altarbildes steht in einer Nische das Wallfahrtsbild, eine Marien-Holzplastik (von 1470/80). Auch die Seitenaltäre sind barock, um 1700 entstanden; die Altarbilder sind später im Nazarener-Stil gemalt worden. Die Stuckkanzel ist ein Frührokokowerk von 1722 von Giuseppe Venino. 2019 wurde eine Innenrenovierung der Kirche abgeschlossen.[1]

Orgel

Die Orgel der Kirche stammt aus dem Jahr 1905. Sie wurde in der Werkstatt des Königlich-Bayerischen Hoforgelbaumeisters Borgias Maerz in München gebaut. 2020 wurde die Orgel renoviert.[1]

Glocken

Der Kirchturm hat ein dreistimmiges Geläut. Die drei größeren Glocken wurden 1949 von der Glockengießerei Hamm-Hofweber in Regensburg gegossen. Die kleinere Glocke stammt von 1886 aus der Eichstätter Gießerei Kopfmüller.[2] Da die neue Pfarrkirche von Hitzhofen über keine Glocken verfügt, werden Gottesdienste immer noch von Mariä Heimsuchung eingeläutet.

Sage

Eine mittelalterliche Sage erzählt von einem Frauenkloster in Hitzhofen. Dies steht möglicherweise im Zusammenhang mit dem Kloster Plankstetten, das damals Eigentümer der Kirche war, und im Mittelalter als Doppelkloster geführt wurde. Möglicherweise besteht aber auch ein Zusammenhang mit dem Kloster Marienstein.[3]

Dreimessen-Wallfahrt

Noch heute kennt man das Sprichwort: „Appertshofen am See, Hitzhofen im Klee, Pettenhofen am Sand, sind drei Kirchen wohlbekannt.“ Dies geht zurück auf die Dreimessen-Wallfahrt, die wohl seit 1338 bestand und an dem dreitägigen Fest Mariä Heimsuchung ab dem 2. Juli stattfand. Den drei Kirchen wurde 1350 ein Ablass gewährt. Dieser wurde 1777 erneuert. Während der Säkularisation kam es 1803 zum Verbot der Wallfahrt. Ab den 1860er Jahren wird wieder von der Wallfahrt berichtet, allerdings wurde nicht mehr gemeinsam gepilgert. Die Wallfahrt wurde 1964 eingestellt.[4]

Commons: Alte Pfarrkirche Mariä Heimsuchung (Hitzhofen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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