Mariä Heimsuchung (Hohenzell)
im Kern spätgotischer Saalbau mit eingezogenem dreiseitig geschlossenem Chor und massivem Dachreiter mit Zwiebelhaube, 1751 barockisiert; mit Kirchenausstattung
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Die Katholische Filialkirche Mariä Heimsuchung ist eine vermutlich im 15. Jahrhundert erbaute, denkmalgeschützte Kirche in Hohenzell in der Gemeinde Moorenweis im oberbayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck.[1] Sie befindet sich in der nordöstlichen Ecke einer spätkeltischen Viereckschanze, deren Reste heute im Gelände nur noch teilweise erkennbar sind. Die Ausmaße der Kapelle und deren Ausstattung sind ungewöhnlich für einen vergleichsweise kleinen Weiler.[2] Die Kirche gehört zum Dekanat Landsberg im Bistum Augsburg.
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| Basisdaten | |
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| Konfession | römisch-katholisch |
| Ort | Moorenweis, Deutschland |
| Diözese | Bistum Augsburg |
| Patrozinium | Mariä Heimsuchung |
| Baubeschreibung | |
| Baustil | Romanik, Barock |
| Funktion und Titel | |
| 48° 7′ 42,2″ N, 11° 3′ 52,1″ O | |
Geschichte
Bei der Freilegung der Ostwand wurden die Jahreszahl 1457 sowie das Zeichen des Baumeisters „Y“ gefunden. Die Natursteinfundamente lassen darauf schließen, dass das Gebäude möglicherweise nicht in einem Zug errichtet wurde und einen älteren Vorgängerbau ersetzte. Dies ist aber derzeit noch Gegenstand der Forschung. Entdeckt wurde das Fundament aus Naturstein im Zuge der Trockenlegung der Wände.[3]
Die Natursteinfundamente sprechen dafür, dass das Langhaus im Kern noch aus der Zeit der Romanik stammen könnte. Die Wände sind aus Ziegelsteinen gefertigt. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein rechteckiges Langhaus mit einem eingezogenen Altarraum und gekehltem Gesims. Das steile Biberdach und der Dachreiter lassen das Gebäude gotisch erscheinen. Die Ausstattung der Kirche stammt aus dem 15. und 16. Jahrhundert.[3]
Im Jahre 1751 wurde das Gebäude einer Barockisierung unterzogen.[2] Die Bretterdecke wurde verputzt und die gotischen Gewölberippen entfernt. Das Chorgewölbe erhielt ein Deckenbild in einem Vierpassrahmen mit Darstellungen von Gottvater, Christus und Maria, das Langhaus erhielt ein Bild mit dem Leiden Hiobs. Das Eingangstor wurde in einen barocken Rundbogen umgeformt, die ursprüngliche Form ist jedoch noch ansatzweise erkennbar. Auch die Innenausstattung wurde einer Erneuerung unterzogen, so stammt beispielsweise der Hochaltar aus dem 17. Jahrhundert. Der Seitenaltar ist als Zweisäulenretabel ausgeführt und stammt aus derselben Zeit.[3] In den 1970er Jahren wurde das Gebäude renoviert.[2]
Ausstattung

Der Hochaltar zeigt die figürliche Darstellung der thronenden Maria mit Kind, flankiert von zwei Engeln sowie den Assistenzfiguren Anna Selbdritt, Joachim, Petrus und Paulus. In der Predella befindet sich ein Hochrelief mit der Darstellung der Anbetung der Heiligen Drei Könige; im Altarauszug ein Relief der Mariä Heimsuchung. Der linke Seitenaltar enthält Figuren des heiligen Josef von Nazareth mit Kind sowie als Assistenzfigur den heiligen Antonius; im Auszug befindet sich eine Darstellung Marias mit Kind. Der rechte Seitenaltar zeigt ein Hochrelief mit Maria und den Vierzehn Nothelfern; in der Predella befindet sich ein Gemälde mit der Darstellung des Marientods, im Auszug ein Bild Gottvaters.[2]
In der Kirche findet sich außerdem ein großes Tafelbild mit zwölf Szenen aus der Passion Christi aus dem späten 16. Jahrhundert, das aber im Rahmen mit 1751 beschriftet ist. Die reichhaltige Ausstattung erklärt sich dadurch, dass sich zwei der drei Höfe des Ortes im Besitz des Klosters Wessobrunn befanden.[3]
Die Kirchenglocken im Zwiebelturm wurden 1543 und 1666 gegossen.[2]
Literatur
- Walter Irlinger; Alexander Zeh: Moorenweis-Hohenzell: Keltische Viereckschanze und Kapelle Marä Heimsuchung. In: Walter Irlinger; Toni Drexler; Rolf Marquardt (Hrsg.): Landkreis Fürstenfeldbruck – Archäologie zwischen Ammersee und Dachauer Moos. Stuttgart 2007, S. 145–149.
- Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bayern IV. München und Oberbayern. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2006 (dehio.org).
Weblinks
- Baudenkmal Aktennummer D-1-79-138-16 im Bayerischen Denkmal-Atlas
