Markus Haid
deutscher Hochschullehrer, Professor an der Hochschule Darmstadt
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Markus Haid (* 1973 in Prüm/Eifel) ist Professor für Sensorik und Software-basierte Messdatenverarbeitung an der Hochschule Darmstadt und Gründer und Leiter des CCASS[1] (Competence Center for Applied Sensor Systems). Er veröffentlicht zu inertialbasierter Low-Cost-Indoor-Navigation (Vgl. Inertialnavigation).

Berufliche und akademische Laufbahn
Nach seinem Studium der Elektrotechnik an der Fachhochschule Trier (heute: Hochschule Trier) sowie später an der FernUniversität Hagen war Haid an der Fraunhofer Technologie Entwicklungsgruppe (Fraunhofer TEG, heute Fraunhofer IPA) in Stuttgart für das Themenfeld „Inertiale Objektverfolgung“ verantwortlich. Im Jahr 2005 erhielt er an der Universität Siegen den akademischen Grad „Doktor der Ingenieurwissenschaften“ für seine Forschungsarbeit Verbesserung der referenzlosen inertialen Objektverfolgung zur Low-cost Indoor-Navigation durch Anwendung der Kalman-Filterung.
Im weiteren Verlauf seiner beruflichen Laufbahn war Haid unter anderem Projektleiter und Gesamtverantwortlicher für die Einführung einer neuen Technologie zur Pkw-Crasherkennung mittels Körperschall sowie Technical und Commercial Counterpart für die Themen AUTOSAR und FlexRay im Geschäftsbereich „Automotive Electronics“ des Unternehmens Robert Bosch GmbH in Stuttgart.
Akademisch war Haid zunächst bis 2005 externer Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Esslingen und war bis 2010 neben seiner Professur in Darmstadt auch Gastprofessor an der Fachhochschule Oberösterreich in Wels. An der Hochschule Darmstadt ist er seit 1. März 2008, jener Hochschule, an der er mit seinem Forscherteam im darauf folgenden Jahr das CCASS (s. o.) gründete. Das CCASS ermöglichte u. a. im Jahr 2009 die Initiierung der Forschungs- und Promotionskooperation „CCASS-IPA-ZESS“, einer gemeinsamen Forschungsplattform der Hochschule Darmstadt[2], der Universität Siegen und des Fraunhofer IPA. Dieser Zusammenschluss einer Fachhochschule, einer Universität und eines Fraunhofer-Instituts war einer der ersten dieser Art.[3]
Im Jahre 2015 wurde das CCASS durch National Instruments zum weltweit ersten und bisher einzigen LabVIEW Competence Center For High-Assurance System Development (LabVIEW CAS) ernannt.[4] Das Forschungsgebiet des LabVIEW CAS ist die Realisierung von sicherheitskritischen Anwendung auf der Basis einer grafischen Programmiersprache am Beispiel von LabVIEW.
Seit 2018 forscht Markus Haid im Bereich Blockchain. Mit einem Team von Darmstädter Forschern entwickelt er Sensoren, die mittels Smart Contract mit Algorithmen und Rechnerressourcen vernetzt werden.[5]
Überdies ist Haid regionaler Netzwerkpartner der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ zur Förderung der frühkindlichen Bildung in den Bereichen Naturwissenschaften und Technik und Gründer des zugehörigen „Netzwerk Südhessen“ an der Hochschule Darmstadt. Als MINT-Botschafter ist Haid in Kindergärten und Grundschulen als Pate aktiv und führt dort mit den Schülern Physikprojekte durch.[6]
Haid ist seit 30. Mai 2018 Mitglied des Aufsichtsrats bei dem IT-Service-Provider wescaleIT AG.[7]
Publikationen (Auswahl)
- Verbesserung der referenzlosen inertialen Objektverfolgung zur low-cost Indoor-Navigation durch Anwendung der Kalman-Filterung. Fraunhofer IRB-Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8167-6704-4 (zugleich Dissertation)
- Markus Haid, Jan Breitenbach: Low cost inertial orientation tracking with Kalman filter. In: Applied Mathematics and Computation. Band 153, Nr. 2, 4. Juni 2004, S. 567–575, doi:10.1016/S0096-3003(03)00656-8 (englisch).
- M. Haid, B. Budaker, M. Geiger, D. Husfeldt, M. Hartmann, N. Berezowski: Inertial-Based Gesture Recognition for Artificial Intelligent Cockpit Control using Hidden Markov Models. In: 2019 IEEE International Conference on Consumer Electronics (ICCE), Las Vegas, NV, USA, 2019. S. 1–4, doi:10.1109/ICCE.2019.8662036 (englisch).
- Mustafa Kamil, Thitipun Chobtrong, Ersan Günes, Markus Haid: Low-cost object tracking with MEMS sensors, Kalman filtering and simplified two-filter-smoothing. In: Applied Mathematics and Computation. Band 235, 25. Mai 2014, S. 323–331, doi:10.1016/j.amc.2014.03.015 (englisch).
Weblinks
- Markus Haid auf der Seite der Hochschule Darmstadt
- Biografie auf der Seite der Hochschule Darmstadt