Markus Raffel
deutscher Ingenieur
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Markus Raffel (* 1962 in Göttingen) ist ein deutscher Ingenieur der Luft- und Raumfahrttechnik und Professor für Aerodynamik an der Leibniz Universität Hannover. Er leitet zudem die Abteilung Hubschrauber am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göttingen,[1] wo er auf den Gebieten Strömungsvisualisierung, Rotor-Aerodynamik und experimentelle Strömungsmechanik forscht.[2]

Leben und Wirken
Raffel studierte Maschinenbau an der Technischen Universität Clausthal und am Karlsruher Institut für Technologie bis 1990. 1993 promovierte er (Dr.-Ing.) an der Leibniz Universität Hannover und habilitierte sich 2001 an der TU Clausthal im Fach Strömungsmechanik.[3]
Seit 1991 arbeitet Raffel am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR),[3] überwiegend am Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik in Göttingen, dessen Hubschrauberabteilung er leitet.[4] Seit 2007 ist er zugleich Professor für Aerodynamik an der Leibniz Universität Hannover.[1]
Er arbeitete mit nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen an Projekten zu Rotor- und Windkanaluntersuchungen,[5] sowie zur optischen Strömungsmesstechnik.[6]
Forschung
Raffel beschäftigt sich mit optischer Strömungsmesstechnik, darunter Particle Image Velocimetry (PIV),[7] Background-Oriented Schlieren (BOS)[8] und differentieller Infrarot-Thermografie (DIT).[9]
Gemeinsam mit der NASA entwickelte er Methoden zur Reduzierung von Hubschrauberlärm.[10]
Er leitete Forschungsprogramme zur Aerodynamik und zum Flugverhalten historischer Nachbauten der Gleiter von Otto Lilienthal und flog seit 2018 drei dieser Geräte, den Normalsegelapparat, den Großer Doppeldecker und den Vorflügelapparat selbst.[11][12] Dabei wurden die Flugleistungen, die Stabilität und die Steuermechanismen Lilienthals untersucht.[13]
Sonstiges
- 1996: Helmholtz-Preis für Messverfahren[3]
- 1998: DLR-Wissenschaftspreis
- 2004: Howard-Hughes-Preis der Vertical Flight Society[14]
- 2005: Post-Rouge-Stipendium des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNRS)[15]
- 2017: Otto-Lilienthal-Forschungspreis des DLR
- 2023: Leonardo-da-Vinci-Preis der International Society on Flow Visualization[16]
- 2024: Lilienthal-Preis der Stadt Anklam[17]
- 2024: STAB-Preis für Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Strömungsmechanik, der DGLR[18]
- 2025: Associate Fellow des American Institute of Aeronautics and Astronautics (AIAA)[19]
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Raffel, M. u. a.: Particle Image Velocimetry: A Practical Guide, 3. Auflage, Springer, 2018, ISBN 978-3-319-68851-0[20]
- Raffel, M.; Lukasch, B.: The Flying Man: Otto Lilienthal – History, Flights and Photographs, Springer, 2022, ISBN 978-3-030-95032-3[21]
- Verzeichnis von Publikationen unter Autoren- oder Mitautorenschaft von M. Raffel bei Google Scholar[22]