Markus Sperandio
Deutscher Physiologe
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Markus Sperandio (* 1966) ist ein deutscher Mediziner und Physiologe. Er ist Professor für Physiologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).
Leben und Ausbildung
Markus Sperandio studierte von 1988 an Humanmedizin an der Università degli Studi di Trieste sowie an der Freien Universität Berlin. Er promovierte bei Peter Gaehtgens in Physiologie zum Thema „Strömungswiderstand des Blutes in terminalen Gefäßnetzwerken“. 1994 legte er das Zweite Staatsexamen ab. Anschließend absolvierte er eine Facharztausbildung im Bereich Pädiatrie mit Schwerpunkt Neonatologie, unter anderem am Universitätsklinikum Heidelberg, wo er später auch als Kinderarzt und Neonatologe tätig war.[1][2][3]
Wissenschaftliche Arbeiten
Neben seiner klinischen Tätigkeit widmete er sich der biomedizinischen Forschung und war unter anderem als Postdoktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Klaus Ley an der University of Virginia (USA) tätig. Von 2002 bis 2007 leitete Sperandio eine Forschungsgruppe am Universitätsklinikum Heidelberg. Seit 2007 ist er Professor für Vegetative Physiologie an der LMU am Biomedizinischen Centrum der LMU am Campus Martinsried. Dort leitet er eine Arbeitsgruppe am Institut für Kardiovaskuläre Physiologie und Pathophysiologie.[1][2]
Die Forschung von Markus Sperandio konzentriert sich auf Mechanismen der Entzündungsreaktion und die Wanderung von Immunzellen, insbesondere neutrophiler Granulozyten, im Blutkreislauf. Zentrale Forschungsthemen sind Leukozytenrekrutierung bei Entzündungen, Entwicklung des Immunsystems im Fötus und bei Neugeborenen sowie Thrombozyten- und Glykobiologie. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Frage, wie sich das Immunsystem vor und nach der Geburt entwickelt und warum Frühgeborene besonders anfällig für Infektionen sind.[4][5][6]
Er war und ist an verschiedenen nationalen und internationalen Forschungsverbünden beteiligt, darunter Sonderforschungsbereiche und Graduiertenkollegs.[5][6] Für seine Forschung im Bereich der Mikrozirkulation und Immunzellbiologie wurde Sperandio 2025 mit dem Malpighi-Preis der European Society for Microcirculation (ESM) ausgezeichnet[7].
Neben seiner Professur war Sperandio von 2018[2] bis 2022[8] Interimsdirektor des Instituts für Kardiovaskuläre Physiologie und Pathophysiologie und des Walter-Brendel-Zentrums für experimentelle Medizin der LMU.
Weblinks
- Seite der Forschungsgruppe Sperandio an der LMU
- ORCID-Profil mit einer Auflistung der wissenschaftlichen Veröffentlichungen