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Marmels (Adelsgeschlecht)

Die Ritter- und Ministerialenfam. hatte ihren Sitz auf einem Eigengut in der Felsenburg bei Marmorer From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Herren von Marmels (de Marmore) waren ein alträtisches Ritter- und Ministerialengeschlecht. Sie hatten ihren Sitz auf der Burg Marmels bei Marmorera im Oberhalbstein.

Ruine Marmels

Geschichte

Vom 14. bis zum 16. Jahrhundert gehörten die Marmels zu den dominanten Geschlechtern in Graubünden. Sie dienten dem Bischof von Chur als Vögte und traten als Richter, Heerführer und Gesandte auf. Sie kontrollierten den Transit über den Septimerpass. Die Weiss-Marmels (siehe Wappen) erwarben 1473 durch Kauf von den Grafen von Zollern-Sigmaringen die Herrschaft Rhäzüns.

Wappen

Das Wappen ist schwarz-weiss gespalten. Die Marmels teilten sich später in die Schwarz- und Weiss-Marmels, was sich in ihrem Wappen zeigte. Die Weiss-Marmels, die ältere Linie, hatten die Farben rechts Weiss und links Schwarz, die Schwarz-Marmels umgekehrt. Sie starben 1596 aus.

Linien

  • Andreas von Marmels, Ritter, 1160 bischöflicher Ministeriale. Hatte einen Teil der Burg Tarasp als Lehen. 1193 hat er oder sein Sohn den Kardinallegaten Cintius im Namen des Kaisers auf der Septimerroute entführt und auf seiner Burg gefangen gesetzt. Er soll 1190 gegen die Türken gekämpft haben
    • Nannus von Marmels, beschwörte 1219 mit anderen Adligen den Frieden des Bischofs von Chur mit der Stadt Como
      • Andreas von Marmels, um 1300, 1293 bestätigte er den Freundschaftsvertrag zwischen dem Bischof von Chur und dem Herzogtum Mailand
      • Hans (Joan)/Eblin von Marmels, um 1300
        • Hennslin von Marmels
      • Conrad von Marmels, um 1306
        • Nannus von Marmels, um 1344
        • Hans von Marmels
        • Anna von Marmels, 1360–1380 verheiratet mit Conrad Ritter von Planta-Zuoz
        • Andreas von Marmels, um 1340
          • Christoffel von Marmels, 1398 beantragte die Witwe Anna bei Bischof Hartmann IV von Chur, dass ihre Tochter Ursula verschiedene Lehen (Acker) ihres Vaters erhält
          • Itel von Marmels, gest. um 1410, hat ein Lehen in Ryams und Swaingen
            • Dietegen bzw. Theodor von Marmels, Ritter, 1396 Vorsitzender eines bischöflichen Schiedsgerichts zu Chur, 1406 Erneuerer des Gotteshausbundes, 1407 Anführer einer ersten Eroberung von Chiavenna und 1411 Burggraf auf der Fürstenburg im Vinschgau. Dietegen und sein Bruder Hans, Hans von Marmels seligen Sohn Hennslin und Uolis seligen Söhne Symon und Hensli erhielten die Vogtei Avers und andere Gebiete als Lehen, dazu noch das Marschallamt der Klöster Pfäfers, Disentis und Marienberg
            • Itel von Marmels, 1411–1415 zusammen mit Dietegen im Dienst des Bischofs Hartmann IV von Werdenberg Sargans von Chur
              • Swiggers von Marmels, gest. vor 1410
              • Hansen und Marmelsen von Marmels, sie erhielten 1410 von Bischof Hartmann IV ein Lehen in Ryams und Swaingen, das ihrem verstorbenen Vater Ital gehörte, sowie ein Lehen, das dem verstorbenen Swiggers gehört hatte
          • Johannes von Marmels, 1350 Chorherr in Chur
          • Friederich von Marmels, 1350 Chorherr in Chur
          • Andreas von Marmels
          • Oswald von Marmels, 1380, Salux (Salouf). 1411 Vogt von Ortenstein. Johanns gab ein Lehen an Hennslin von Marmels, des Eblins Sohn und Vetter von Oswald auf Wunsch von Oswald
          • Paul von Marmels, 1380
          • Conrad von Marmels, die Gebrüder Conrad, genannt Straifer, Paul, Vogt zu Ryams, und Oswald von Marmels verkauften «dem erbern Man[n] Hansen von der Stamph» ihren Meierhof in Allac (Alaks) im Oberhalbstein, Chur, 11. November 1380.
            • Margareta von Marmels, verheiratet mit Johannes von Wellenberg
            • Catharina/Anna von Marmels, verheiratet mit Gubert von Salis, hatte drei Töchter (Johannina von Salis)
            • Elisabeth von Marmels, verheiratet mit Ulrich von Remswagunde
            • Nicolaus von Marmels, 1439–1448 Abt des Klosters Disentis
            • Johannes Andreas von Marmels, verheiratet mit Anna von Prevost und in zweiter Ehe mit Ursula von Schauenstein
              • Conradin von Marmels, 1448–1518, Stelzfuss wegen seines Holzbeins genannt, verheiratet mit Anna von Villenbach geb. von Ems und in zweiter Ehe mit Barbara von Sax. Inhaber verschiedener Lehen, Erbmarschall des Bischofs von Chur und versch. Klöster. Ab 1483 Pfandinhaber der Herrschaft Rhäzüns. Einer der Bündner Hauptleute bei der Eroberung des Veltlins 1486 sowie einer der Hauptanführer im Schwabenkrieg 1499, der aber angesetzt wurde. Bürgermeister von Chur
                • Johannes von Marmels, verheiratet mit Anna von Schellenberg
                  • N. von Marmels, verheiratet mit Hartmann de Capaulo (Hartwig I. von Capol), der 1486 Anführer des Oberen Bundes war
                  • Margareta von Marmels, verheiratet mit Conrad von Castelmur
                  • Jakob von Marmels, gest. 1541, in Haldenstein, verheiratet mit Hilaria von Reitenau
                    • Barbara von Marmels, verheiratet mit Rudolf Andreas von Schauenstein
                    • Ursula von Marmels, um 1535, gest. 1565, verheiratet mit Johann Baptist von Salis-Soglio (1521–1597)
                    • Elisabeth von Marmels, verheiratet mit Rudolf Carl/Gregor ? von Hohenbalken
                    • N. von Marmels, verheiratet mit Rudolf von Salis
                  • Johannes von Marmels
                    • Johannes Georg von Marmels, gest. 1596, Vogt zu Castels im Prättigau, letzter Vertreter der Weiss-Marmels
                    • Barbara von Marmels, verheiratet mit Rudolf von Schauenstein
                • Rudolf von Marmels, 1460–1553, verheiratet mit Magdalena de Beccharia/Beccaria (Veltlin), dann Scholastica von Hohenlandenberg und schliesslich Anna Tettikofer von Rapperswil. Herr über Haldenstein
                  • Anna von Marmels, gest. 1486, verheiratet mit Francesco Beccaria, hatte drei Söhne (Antonio Beccaria)
                  • Barbara von Marmels, verheiratet mit Heinrich von Salis
                  • Gaudenz von Marmels, verheiratet mit Beatrix von Hohen Embs
              • Johannes von Marmels, verheiratet mit Barbara von Mont
                • Ulrich von Marmels, um 1530, verheiratet mit Catharina von Sax
                  • Anna von Marmels, verheiratet mit Jakob von Castelberg (Mutter von Thomas und Ulrich)
                  • Ursula von Marmels, verheiratet mit Gaudenz von Mont
                  • Catharina von Marmels, verheiratet mit Wolfgang von Montalta
                  • Johannes von Marmels, verheiratet mit Aurelia von Mont (Tochter von Matthias von Mont und Anna von Capaul)
                    • Anna von Marmels, gest. 1543, verheiratet mit Jacob Stachi
                    • Rudolf von Marmels
                    • Gaudenz von Marmels
                    • Ulrich von Marmels, Hauptmann, verheiratet mit Christina von Mont (Tochter von Gallus von Mont und Ursula von Cabalzar)
                      • Sybille von Marmels, verheiratet mit N. de Cappaul
                      • Margarita von Marmels, verheiratet mit Albert von Mont (Mutter des Bischofs Ulrich von Mont) und mit Vinzens von Caduff
                      • Ursula von Marmels, verheiratet mit Caspar von Lombris
                      • Rudolf von Marmels
                      • Johannes von Marmels
                      • Gallus von Marmels
                  • Georg von Marmels, Förderer der Reformation zusammen mit seinem Vater Ulrich
                    • Janicus (Inigo) von Marmels
                  • Andreas von Marmels
                    • Jakob von Marmels
                      • Rudolf von Marmels, Herr über Haldenstein, Schrottenstein und Aspermont und Rhäzuns
                      • Jakob von Marmels, Hohen-Trims
                      • Johannes Georg von Marmels, Castels

Literatur

  • Gabriel Bucelin: Germania-topo-chrono-stemmato-graphica sacra et prophana. 1671.
  • Fortunat von Juvalta, Conradin von Mohr: Denkwürdigkeiten des Fortunat von Juvalta 1567–1649. 1848.
  • Verlag des Hotels «Pianta» Savognin: Der Höhenkurort Savognin im Oberhalbstein. 1896.
  • Jahresbericht der Historischen Antiquarischen Gesellschaft von Graubünden. Band 27, 1898

Einzelnachweise

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