Marta Lamas
argentinische Anthropologin
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Marta Lamas Encabo (* 1947 in Mexiko-Stadt, Mexiko) ist eine argentinisch-mexikanische Anthropologin und Hochschullehrerin. Sie ist Professorin und Forscherin im Universitätsprogramm für Gender Studies an der Geisteswissenschaftlichen Koordinierungsstelle der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM) und lehrt am Institut für Politikwissenschaft des Instituto Tecnológico Autónomo de México (ITAM). Sie ist Mitglied des Redaktionsausschusses für Anthropologie des Fondo de Cultura Económica (Fonds für Wirtschaftskultur), des Verwaltungsrats des Nationalen Instituts für öffentliche Gesundheit, des Wirtschafts- und Sozialrats von Mexiko-Stadt sowie des Beratungsgremiums des Nationalen Rates zur Verhinderung von Diskriminierung (CONAPRED). Sie ist Mitglied des Nationalen Forschersystems (SNI) des Nationalen Rates für Wissenschaft und Technologie (CONACYT). Sie gründete die Grupo de Información en Reproducción Elegida (GIRE) und 1976 das Magazin Fem, die erste feministische Zeitschrift Mexikos.[1][2][3][4][5][6]

Leben und Werk
Lamas wurde in Mexiko-Stadt als Tochter argentinischer Eltern geboren und wuchs in Mexiko und in Argentinien auf. Ende 1982 zog sie für drei Jahre nach Barcelona, wo sie Psychoanalyse studierte. Kurz vor dem Erdbeben von 1985 kehrte sie nach Mexiko zurück und begann im Januar 1986 als Assistentin des Herausgebers der Zeitschrift Nexos, des Schriftstellers Héctor Aguilar Camín, zu arbeiten. Ende 1991 gründete sie gemeinsam mit Patricia Mercado, Lucero González und Sara Sefchovich sowie María Consuelo Mejía die Informationsgruppe für reproduktive Selbstbestimmung (GIRE).[7]
Ab 1993 reorganisierte sie eine Projektförderungsorganisation für Frauen (die Mexikanische Gesellschaft für Frauenrechte, bekannt als Semillas). 1996 gründete sie zusammen mit Patricia Mercado und anderen Kolleginnen die Organisation Gender Equity, die sich mit dem Verhältnis von Staatsbürgerschaft, Beruf und Familie auseinandersetzte. 1999 gründete sie ebenfalls mit Mercado das Simone-de-Beauvoir-Institut für Führungskräfte.[8][9]
1998 wurde sie eingeladen, den Kurs „Öffentliche Politik und Geschlecht“ am Autonomen Technologischen Institut von Mexiko (ITAM) zu unterrichten und erwarb daraufhin einen Master in Ethnologie an der Nationalen Schule für Anthropologie und Geschichte. Anschließend promovierte sie in Anthropologie am Institut für Anthropologische Forschung der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko.[10]
Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern der Zeitung La Jornada und ist Gründerin und Herausgeberin der feministischen Zeitschrift Debate Feminista.[11] Sie veröffentlichte mehrere Bücher und Essays zum Thema Feminismus, darunter: Cultural Diversity and Tolerance (2000), Body: Sexual Difference and Gender (2002), Body, Sex and Politics (2014).[12]
Auszeichnungen (Auswahl)
- 2005 gehörte sie zu den 1000 Women for the Nobel Peace Prize 2005, die von PeaceWomen Across the Globe für den Friedensnobelpreis nominiert wurden.[13]
- 2011 erhielt sie den Nationalen Preis für Gleichstellung und Nichtdiskriminierung, der vom Nationalen Rat zur Verhinderung von Diskriminierung (Conapred) verliehen wird.[14]
- 2017 wurde ihr von der Autonomen Universität Benito Juárez von Oaxaca die Ehrendoktorwürde verliehen.[15]
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Marta Lamas: Gracias a GAMU. In: Revista FEM. Nr. 192. México 1999, S. 35.