Martin Badekow

deutscher Fotograf From Wikipedia, the free encyclopedia

Martin Badekow (geb. 10. April 1896 in Berlin; gest. 9. September 1983 ebenda) war ein deutscher Fotograf.

Lebensweg

Martin Badekow begann im Jahr 1916 bei Otto Gerhard Uekerus (1918–1945) in Berlin eine Ausbildung zum Fotografen.[1] Im Ersten Weltkrieg wurde Badekow als Soldat einberufen. 1919 eröffnete er als selbstständiger Fotograf das erstes Atelier am Kurfürstendamm 11;[2] ein zweites folgte am Kurfürstendamm 53. Dort nahm er die Portraitfotos der jungen Marlene Dietrich auf.[1] In den folgenden Jahren unterhielt Badekow eines der bekanntesten Berliner Porträt-Ateliers.[A 1] Er fotografierte bekannte Tänzerinnen und Schauspielerinnen wie Irene Ambrus (1904–1990), Lilian Harvey (1906–1968), La Jana (1905–1940), und viele andere. Anschließend wandte Badekow sich der Mode-, Werbe- und Industriefotografie zu, insbesondere Automobile.[3] Von 1927 bis 1933 arbeitete Badekow als Sportfotograf für verschiedene Zeitungen wie der Berliner Illustrirte Zeitung des Ullstein-Verlags. Von 1930 bis 1933 lag sein Fotoatelier am Kurfürstendamm 224.[1] Über Badekows Lebensweg in der Zeit des Nationalsozialismus ist nichts bekannt.

Im Januar 1920 wurde Badekow Mitglied der Deutschen Gesellschaft zur Förderung der Photographie e. V., Berlin.[4]

Nach dem Zweiten Weltkrieg dokumentierte Martin Badekow mit seiner Kamera die Zerstörungen Berlins. Mit seinem Sohn Heinz Badekow arbeitete er für die Berliner Niederlassung der Associated Press als Bildberichterstatter und Kameramann.[1] Im Branchen-Adressbuch für Berlin, Ausgabe 1947/1948, sind Heinz und Martin Badekow als Bild- und Filmberichterstatter unter der Adresse Mommsenstr. 21 in Berlin-Charlottenburg verzeichnet.[5]

Ende Mai 1952 machte Badekow als Vertreter der United States Telenews Organisation mit Carl Mydans vom Life-Magazin und Thomas Lambert vom Time-Magazin, Aufnahmen an der Berliner Sektorengrenze, die zu dieser Zeit noch aus einer Barriere aus Baumstämmen bestand. Dabei kam es zu einem Vorfall mit einem Ost-Berliner Grenzpolizist. Zunächst gab er einen Warnschuss ab, sprang dann über die Absperrung in den West-Sektor, ergriff dort eine von Badekow auf dem Boden abgelegte Kamera und eilte zurück in den Ost-Sektor. Einer herbeigeeilter sowjetischer Soldat feuerte einen weiteren Warnschuss ab. Die Reporter liefen auseinander.[6]

Ab 1958 arbeitete Badekow für die von ihm mitbegründete Abendschau des Fernsehprogramms des Senders Freies Berlin (SFB).[3] Er blieb bis zu seinem 75. Lebensjahr beim SFB.[1] Martin Badekow ist einer der Protagonisten im Dokumentarfilm von Katja Aschke: "Ich kann doch nicht einfach jemanden ansprechen" (SFB 1979). Er starb 1983 in Berlin.

Literatur

  • Berlin fotografisch, Fotografie in Berlin 1860–1982, Ausstellungskatalog, Berlinische Galerie, Medusa-Verlag, Wien/Berlin 1982, S. 19, ISBN 3-88602-063-0

Einzelnachweise

Anmerkungen

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