Martin Diller
deutscher Rechtsanwalt und Autor juristischer Fachbücher
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Martin Diller (* 20. September 1962 in Basel) ist ein deutscher Rechtsanwalt und Autor juristischer Fachbücher.
Leben
Martin Diller, Sohn von Karin Diller, geborene Pommerenke, und des Mediziners Werner Felix Diller (geboren 1929, ab 1978 Professor für Arbeitsmedizin),[1] absolvierte das Gymnasium in Leverkusen und leistete danach seinen Zivildienst im Kinderheim Haus Nazareth in Leverkusen ab. Im Jahre 1982 begann er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Im Anschluss an sein Referendariat in Düsseldorf und Brüssel wurde er bei Horst Konzen in Mainz mit seiner Dissertation Die Arbeitnehmereigenschaft von Gesellschaftern und Gesellschaftsorganen zum Doktor jur. promoviert.
Seit 1992 ist Martin Diller als Rechtsanwalt zugelassen. Er begann seine Laufbahn 1992 bei Gleiss Lutz (damals Gleiss Lutz Hootz Hirsch) in Stuttgart, wo er 1996 Partner wurde. Von 2000 bis 2007 war er der erste Managing Partner der Sozietät[2]. 2016 wurde er von der Universität Würzburg, wo er seit vielen Jahren Vorlesungen hält, zum Honorarprofessor für den Bereich Arbeitsrecht ernannt.[3] Diller berät Mandanten im Arbeitsrecht, insbesondere im Betriebsverfassungsrecht, Tarifvertragsrecht sowie bei Restrukturierungen und Outsourcing.
Ein besonderer Schwerpunkt von Diller ist die betriebliche Altersversorgung. Er ist Mitglied des Fachausschusses Arbeitsrecht der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung e.V. sowie Gründungsmitglied des „Eberbacher Kreises“.[4]
Seit vielen Jahren engagiert Diller sich im anwaltlichen Berufsrecht (früher: Standesrecht). Seit 2006 ist er Vorstandsmitglied der Rechtsanwaltskammer Stuttgart und seit 2007 Mitglied der Satzungsversammlung der Bundesrechtsanwaltskammer, dort Vorsitzender des Ausschusses für allgemeines Berufsrecht. Im Jahr 2019 wurde Diller in die Vertreterversammlung des Anwalts-Versorgungswerks Baden-Württemberg gewählt. Diller verfasste im Jahr 2009 den ersten Kommentar zur anwaltlichen Berufshaftpflichtversicherung. Im Standardkommentar zur Bundesrechtsanwaltsordnung BRAO von Henssler/Prütting kommentiert Diller seit der 4. Auflage die Kapitel zu Haftungsbeschränkungen, zur Stellung von Syndikusrechtsanwälten und zur Berufshaftpflichtversicherung. Daneben ist Diller häufiger Autor von Fachaufsätzen und Referent zu berufsrechtlichen Themen, insbesondere zur Anwaltshaftung, und berät und vertritt häufig andere Sozietäten gerichtlich und außergerichtlich. Im Rahmen seiner Tätigkeit im Vorstand der Rechtsanwaltskammer Stuttgart ist Diller unter anderem für Schlichtungen zwischen Berufskollegen zuständig, insbesondere anlässlich der Auseinandersetzung von Sozietäten.
Diller ist Mitbegründer und war langjähriger Generalsekretär der European Employment Lawyers Association (EELA).[5] Vom Handelsblatt wurde er 2014 als einer der 8 besten Anwälte für Arbeitsrecht in Deutschland gelistet.[6] Das Branchenmagazin Juve listet ihn als führenden Namen für den Bereich Gestaltung betrieblicher Altersversorgung.[7] Der Branchendienst Lexology verlieh ihm 2024 die Auszeichnung als "Pension and Benefits lawyer of the year"[8] und bezeichnet ihn aktuell als "Global Elite Thought Leader" in der Kategorie Pensions & Benefits.[9] Die Wirtschaftswoche listete ihn 2025 als "Top-Anwalt Arbeitsrecht".[10]
Diller hat vier Kinder sowie sechs Enkelkinder und lebt mit seiner Frau in Stuttgart.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Bauer/Diller: Wettbewerbsverbote. 10. Auflage. 2025 Beck, München, ISBN 978-3-406-67943-8.
- Bauer/Lingemann/Diller/Haussmann: Anwaltsformularbuch Arbeitsrecht. 8. Auflage 2024. Verlag Otto Schmidt, ISBN 978-3-504-42694-1.
- Boecken/Düwell/Hanau/Diller: Gesamtes Arbeitsrecht 2. Auflage 2023. Nomos Verlag, ISBN 978-3-8487-0530-6.
- Berufshaftpflichtversicherung der Rechtsanwälte. 3. Auflage. Beck, München, ISBN 978-3-406-68222-3.