Martin Naumann

deutscher Fotograf, Journalist, Autor und Radrennfahrer From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben und Werk

Naumann machte nach seiner Schulzeit eine Berufsausbildung zum Stukkateur und arbeitete anschließend in Leipzig und Berlin vorrangig an kriegszerstörten Gebäuden. Den Beruf gab er aus gesundheitlichen Gründen auf, von 1955 bis 1992 war er als Pressefotograf für die Leipziger Volkszeitung (LVZ) tätig, ab 1990 als Ressortleiter der Bildredaktion. Während seiner Tätigkeit bei der LVZ absolvierte er zwischen 1959 und 1964 ein Journalistik-Fernstudium. Von 1966 bis 1987 war er im Verband der Journalisten der DDR Vorsitzender der Sektion Bildjournalisten im Bezirk Leipzig, von 1979 bis 1988 hatte Naumann einen Lehrauftrag an der Universität Leipzig zum Thema Methodik der Bildnachricht.

Naumanns Fotografien aus der politischen Wendezeit und der Montagsdemonstrationen in Leipzig erlangten teils internationale Bekanntheit und wurden zahlreich publiziert.[1] Sein erstmals 1998 im Militzke-Verlag veröffentlichtes Wende-Tage-Buch[2] – eine Mischung aus Bildband mit Fotografien und Tagebuch – war mit drei Auflagen (Stand 2026) sein erfolgreichstes Werk. In seinem Ruhestand verlegte er sich vor allem auf das Schreiben von autobiografisch geprägter Prosa und Reisetagebüchern.

Zwischen 1951 und 1956 war Naumann auch als Radrennfahrer aktiv und nahm an zahlreichen Amateurrennen teil. So gewann er beispielsweise 1954 das Straßenradrennen Rund um Leipzig und belegte im gleichen Jahr bei Rund um die Hainleite den dritten und bei Rund um Dortmund den fünften Platz.[3] Von 1952 bis 1956 gehörte er dem erweiterten Kader der Nationalmannschaft des Deutschen Radsport-Verbandes der DDR an. 1954 nahm er an den Studentenweltmeisterschaften im Straßenradsport in Budapest teil. Im Einzelrennen belegte er den sechsten Platz (Sieger wurde Täve Schur), in der Mannschaftswertung gewann er mit dem Siegerteam DDR die Goldmedaille.[4]

Er war mit der Illustratorin Elisabeth Naumann verheiratet, seine Tochter ist die Schriftstellerin, Autorin und Museologin Kati Naumann. Sein Fotoarchiv und seine Tagebuchaufzeichnungen werden im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig verwahrt.[5][6] Seinen letzten Wohnsitz hatte er in Großpösna.

Ausstellungen

  • 2008: Martin Naumann. Brennpunkt Leipzig, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig[7]
  • 2010: Wir sind das Volk – Pressefotographie für die Schublade!, Westsächsische Hochschule Zwickau, Hochschulbibliothek[8]

Schriften und Bildbände

Literatur

  • Mathias Orbeck: Ein Foto-Galopp durch eine bewegte Zeit. Pro Leipzig gibt Neuauflage von Martin Naumanns „Wende-Tage-Buch“ heraus. In: Leipziger Volkszeitung 126 (2019), Nr. 246 vom 22. Oktober, ISSN 0232-3222, S. 14.
  • Andrea Klimt: Naumann, Martin. In: Wilhelm Kosch (Begr.), Lutz Hagestedt (Hrsg.): Deutsches Literatur-Lexikon. Das 20. Jahrhundert. Band 43: Müller, Gottfried – Nebel, Otto Wilhelm Ernst. De Gruyter, Berlin und Boston 2024, ISBN 978-3-11-131489-1, Sp. 584.

Einzelnachweise

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