Martin Ulbrich
deutscher Pfarrer
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Martin Immanuel Karl Ulbrich (* 10. November 1863 in Breslau; † 17. Mai 1935 in Magdeburg) war ein deutscher evangelischer Pfarrer und Förderer der Behindertenhilfe.[1]
Leben und Wirken
Nach seiner Reifeprüfung am Johannesgymnasium in Breslau studierte Martin Ulbrich vom 1883 bis 1887 Evangelische Theologie an den Universitäten Breslau, Berlin und Halle. Nach seinem Studium wurde er zunächst 1887 Hilfsprediger in Salzbrunn (Schlesien). Nach seiner 1889 erfolgten Ordination für den Pfarrdienst übernahm er die Pfarrstelle in Trebnitz bei Breslau. 1893 wurde er Oberpfarrer in Rothenburg (Schlesien). Im Jahre 1903 wurde er Vorsteher der Pflege-, Heil-, Lehr- und Ausbildungsanstalten in Cracau bei Magdeburg. 1931 trat er in den Ruhestand. Besondere Verdienste erwarb Ulbrich im Bereich der Körperbehindertenfürsorge, Altenpflege und Krankenseelsorge. Hierfür wurde ihm als Anerkennung 1927 die Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät der Universität Halle zuteil.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Das Evangelium des Lukas. Eine volkstümliche Erklärung. Agentur des Rauhen Hauses, Hamburg 1907.
- Thomas Schweicker der Krüppel von Schwäbisch Hall. Geschichtliche Erzählung aus dem sechzehnten Jahrhundert. Klöppel, Eisleben 1909.
- Die Krankenseelsorge. Beiträge aus der Arbeit für die Arbeit an Kranken-, Siechen- und Sterbebetten. Bertelsmann, Gütersloh 1912.
- Merkwürdige Menschen. Schlichte Lebensbilder. Bertelsmann, Gütersloh 1914.
- Das Pfarrhaus zu Karlsrode und der Weltkrieg 1914/15. Eine Erzählung aus großer Zeit. Christlicher Verein, Eisleben 1915.
- Die evangelische Kirche und die Kriegsbeschädigten. Bertelsmann, Gütersloh 1917.
- Dürfen wir minderwertiges Leben vernichten? Ein Wort an die Anhänger und Verteidiger der Euthanasie. 2. Aufl. Wichern-Verlag, Berlin 1925.
- Was jeder vom Krüppeltum und seiner Bekämpfung wissen muss. Wichern-Verlag, Berlin 1925.
- Sind außer der Erde andere Gestirne bewohnt? Eine Untersuchung unter Berücksichtigung der Bibellehre. Überreich, Hamburg 1925.
- Der Mord der Ungeborenen, des deutschen Volkes größte Sünde. Ein ernstes Mahnwort zu den Kämpfen um § 218 im deutschen Strafgesetzbuch. Meiners, Schwelm 1927.
- Unseres Volkes größte Not und seine Rettung. Ein Weckruf zum Kampf wider das Anormalen-Elend. Fingerzeige und Ratschläge aus langjähriger Erfahrung. Überreich, Hamburg 1927.
- Die Geschichte des Diakonissenmutterhauses Pfeiffersche Anstalten zu Magdeburg-Cracau 1889–1928. Fritz, Düsseldorf 1928.
Literatur
- Johannes Kiefner: Theologie und Werk Martin Ulbrichs, ein Beitrag zu Theorie und Praxis diakonischer Behindertenhilfe. Dissertation Universität Tübingen 1984.