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Martinskirche (Oberlenningen)

Kirchengebäude in Oberlenningen, einem Ortsteil von Lenningen im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Die evangelische Martinskirche ist ein Kirchengebäude in Oberlenningen, einem Ortsteil von Lenningen im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg. Die flachgedeckte, dreischiffige, romanische Säulenbasilika des 11. Jahrhunderts ist ungewöhnlich schlicht. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenbezirk Kirchheim unter Teck der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Oberlenninger Martinskirche vor dem herbstlichen Albtrauf

Geschichte und Architektur

Martinskirche (Oberlenningen) Arkaden Nord, Triforien Westempore

Die Kirche wurde 1275 erstmals unter dem Landkapitel Owen erwähnt. Der Baubefund verweist jedoch in das frühe Mittelalter. Ein Bau des 7. bis 8. Jahrhunderts wurde bei Grabungen 1932 entdeckt. Umbauten erfolgten im 11. Jahrhundert. Eine breite Säulenstellung der vier Säulenpaare und die schmucklosen Polsterkapitelle weisen auf die Baukunst der Frühromanik hin. Parallelen zur Georgskirche in Oberzell sind deutlich. Laut einer Bauinschrift von 1326 wurde die Kirche als Münster bezeichnet.

Das Kirchenschiff wurde im 14. Jahrhundert mit Fresken ausgemalt, die teilweise wieder freigelegt wurden. Ende des 15. Jahrhunderts wurde anstelle einer romanischen Apsis ein spätgotischer, dreiseitig geschlossener, sterngewölbter Chor mit fünfgeschossigem Turm angebaut.

Nach der Reformation wurden in die Seitenschiffe große Fenster eingebrochen, um für den evangelischen Predigtgottesdienst den Innenraum heller zu machen. In der Barockzeit erfolgte der Einbau der Orgel und einer einseitigen Empore.[1]

Weitere Umbauten erfolgten im 15., 17. und 18. Jahrhundert. 1937 wurde bei einer Renovierung durch Ernst Fiechter und Denis Boniver ein Westvorbau angefügt.[2]

Außen an der Kirche erinnert eine Tafel an den Oberlenninger Pfarrer Julius von Jan, der am Bußtag 1938 in seiner Predigt über das Prophetenwort „O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort“ (Jeremia 22,29 LUT) die Reichspogromnacht verurteilte und dafür ins Gefängnis kam.

Orgel

Orgelprospekt von Johann Carl Sigmund Haussdörffer

1735–1739 erbaute Johann Carl Sigmund Haussdörffer eine Orgel, die 1793 und 1808 durch Johann Victor Gruol d. Ä. repariert wurde.

1907 errichtete die Orgelbaufirma Walcker im alten Gehäuse ein neues Instrument als Opus 1388 mit 15 Registern auf 2 Manualen und Pedal.

1956–1958 errichtete die Orgelbaufirma Rensch ein neues Instrument mit 22 Registern auf zwei Manualen und Pedal mit neuem Brüstungspositiv unter Verwendung des historischen Gehäuses.[3][4]

Literatur

  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Baden-Württemberg. Deutscher Kunstverlag. München 1993
Commons: Martinskirche Oberlenningen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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