Martinskirche (Zainingen)

Kirchengebäude in Römerstein, Landkreis Reutlingen, Baden-Württemberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Die evangelische Martinskirche steht in Zainingen, einem Ortsteil der Gemeinde Römerstein im Landkreis Reutlingen in Baden-Württemberg. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenbezirk Bad Urach-Münsingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Namensgeber der Kirche ist Martin von Tours.

Martinskirche in Zainingen

Beschreibung

Chorraum mit Orgel

Bereits 788 wurde Zainingen erstmals genannt. Zeichen ihres hohen Alters auch das Patrozinium des heiligen Martin. St. Martin ist eine alte Wehrkirche, die mit einer bis zu acht Meter hohen Ringmauer umgeben ist; noch 1559 war sie mit einer Zugbrücke versehen worden wegen ihrer Lage an der Handelsstraße Paris-Wien. Die 1476 gebaute einschiffige Saalkirche besteht aus einem Langhaus, einem eingezogenen Chor mit Fünfachtelschluss im Osten und einem Chorflankenturm an der Südwand des Chors, der mit einem Geschoss und einem Giebel aus Holzfachwerk aufgestockt wurde und der quer mit einem Satteldach bedeckt ist, in dem die Turmuhr und der Glockenstuhl für die vier Kirchenglocken untergebracht sind.

Auf der Südseite des Langhaus-Innenraums befindet sich eine Wandmalerei mit der 1496 geschaffenen überlebensgroßen Darstellung des Christophorus.[1] Während Renovierungsarbeiten in den Jahren 1952 bis 1956 war sie aufgedeckt und konserviert worden. Ein Gewölbeschlussstein mit der Jahreszahl 1476 belegt die Fertigstellung des Chors. Die langgestreckte Kirche wurde 1908 nach einem Entwurf von Martin Elsaesser renoviert und mit zwei Anbauten versehen: an der westlichen Schmalseite durch eine niedrigere, dreiachsige Vorhalle in Sichtfachwerk (inzwischen verputzt), und an der nördlichen Außenseite ein Emporenaufgang. Auch wurde der Dachstuhl erneuert, ebenso nach Entwurf des Architekten auch Bestuhlung, Altar, Kanzel, Taufstein und die nicht erhaltenen Kronleuchter. 1993 kam es zu einer Gesamtsanierung, 2023 zur Turmsanierung.

Die Orgel wurde 1977 von Orgelbau Friedrich Weigle im Chorraum hinter einem vorhandenen spätbarocken Orgelprospekt von 1769 eingebaut.[2]

Literatur

  • Lothar Gonschor: Kulturdenkmale und Museen im Kreis Reutlingen. Theiss, Stuttgart 1989, ISBN 3-8062-0560-4, S. 220.
  • Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Baden-Württemberg II, Regierungsbezirke Freiburg und Tübingen. Deutscher Kunstverlag, München 1997, S. 856.
  • Elisabeth Spitzbart, Jörg Schilling: Martin Elsaesser. Kirchenbauten, Pfarr- und Gemeindehäuser. Tübingen/Berlin 2014, Katalog Nr. 12.

Einzelnachweise

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