María Linares

kolumbianische Aktionskünstlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

María Linares (amtlich María Constanza Linares López, * 5. Mai 1970 in Bogotá) ist eine deutsch-kolumbianische Aktions- und Konzeptkünstlerin.

María Linares bei einer Kunstaktion in Berlin. Foto: Sead Husic

Beruflicher Werdegang

Maria Linares studierte bildende Kunst und Philosophie in Bogotá. Es folgten ein Postgraduiertenstudium „Kunst und öffentlicher Raum“ an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg und „Kunst im Kontext“ an der Universität der Künste Berlin. Von 2015 bis 2022 promovierte sie im Fachbereich Freie Kunst an der Bauhaus Universität Weimar mit dem Forschungsvorhaben Künstlerische Forschung zur Utopie einer vorurteilsfreien Gesellschaft: Biatopien dekonstruieren.[1]

Die Kunstprojekte, die Linares realisiert und kuratiert, zielen weniger auf Besucher von Kunstausstellungen als auf Passanten im Stadtraum, die sie überrascht und in ihre Aktionen miteinbezieht. Dabei strebt sie den Austausch und die aktive Teilnahme von Ausstellungsbesuchern, Raumnutzern und Passanten an. 2003 entwickelte sie für die Biennale der Karibik in der Dominikanischen Republik einen doppelten Sonnenschirm, mit dem die Träger Passanten im Vorbeilaufen Schatten spenden und mit ihnen plaudern konnten. In der Neuen Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK) spannte sie Hängematten auf und beobachtete die Reaktion der Besucher.[2]

Werk

Ausschnitt aus einem Videoprojekt von María Linares

In ihren Kunstaktionen provoziert Linares die Zuschauer, indem sie sie mit ihren Vorurteilen konfrontiert. So beschäftigte sie sich 2009 in einem Projekt mit nationalen Stereotypen. Sie befragte Passanten in Berlin zu den Klischees, die sie mit Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern verbinden und dokumentierte die Reaktionen in einem Video. Die Aussagen wurden anschließend auf Fotos von Schauspielern im öffentlichen Raum präsentiert.[2]

Ähnlich ging Linares beim Projekt HIRSCH ROT vor, das sie zwischen 2010 und 2014 an der Julius-Hirsch-Sportanlage in Berlin-Charlottenburg durchführte. Mit diesem Projekt sollte an den 1943 in Auschwitz ermordeten deutsch-jüdischen Nationalspieler Julius Hirsch erinnert werden. Zunächst führte sie Interviews mit den die Sportanlage nutzenden Fußballteams durch. Ausschnitte aus den Gesprächen wurden anschließend mithilfe einer roten LED-Laufschrift im Flur des Sportgebäudes ausgestrahlt.[3]

In Zusammenarbeit mit der bildenden Künstlerin Angélica Chio initiierte sie das Künstlerkollektiv daily services,[4]. Zusammen mit Stefan Krüskemper und Kerstin Polzin entwickelte María Linares von 2012 bis 2017 die Citizen Art Days in Berlin.[5]

Realisierungen und Gruppenprojekte (Auswahl)

  • Seit 1999: Künstlerkollektiv daily services, in Zusammenarbeit mit der mexikanischen Künstlerin Angélica Chio, seit 2003 in wechselnden Zusammensetzungen.
  • 2010: HIRSCH ROT, Kunst am Bau, Realisierung, Sportanlage Julius Hirsch, Berlin[3]
  • 2012–2017: Mitinitiatorin der Citizen Art Days, zusammen mit Stefan Krüskemper und Kerstin Polzin

Ausstellungen (Auswahl)

  • 2001: Wegziehen. Frauenmuseum Bonn, Deutschland
  • 2002: XI Muestra Internacional de Performance, 'fuera de campo', X-Teresa arte alternativo, Mexico Stadt, Mexico
  • 2002: Mexican Contemporary Art Creation, MexArtFest, Umeda Sky Gallery, Osaka, Japan
  • 2002: Día del mar/by the sea, Community Day, P.S.1 Contemporary Art Center, New York, U.S.A
  • 2003: V Bienal del Caribe. Museo de Arte Moderno. Santo Domingo, Dominikanische Republik
  • 2004: Trans/Migrations: Graphics as Contemporary Art. San Juan Poly/Graphic Triennial: Latin America and the Caribbean. San Juan, Puerto Rico
  • 2008: ¡Urgente! 41 Salón Nacional de Artistas, Cali, Kolumbien
  • 2009: Zeigen. An audio tour through Berlin by Karin Sander, Temporäre Kunsthalle, Berlin, Deutschland
  • 2009: Bienal do Mercosul – Projetáveis, Porto Alegre, Brasil
  • 2011: Creative Time „Living as Form“, New York, U.S.A
  • 2013: Erinnerungsfelder / Campos de Memoria. Intervenciones artísticas en el espacio público, Gruppenausstellung, Ratskeller – Galerie für zeitgenössische Kunst, Berlin
  • 2014: Campos de Memoria, Gruppenausstellung, Fundación Gilberto Alzate Avendaño, Bogotá
  • 2015: Festarte Videoart Festival, V edition »Woman. Equal and Different«, Galerie On Art, Rom
  • 2016: Marimbondo e Orquídea / Wespe und Orchidee, Museo de arte Contemporáneo Do Ceará Dragão do Mar, Fortaleza, Brasilien 2016 »Marimbondo e Orquídea / Wespe und Orchidee«, Museu da Casa das Onze Janelas, Bélem, Brasilien
  • 2022: MORE PLANETS LESS PAIN. Konstellationen künstlerischer Forschung. Kunsthalle Erfurt, ACC Galerie Weimar
  • 2025: Spatial Conflicts, Re-Use BOX, Berlin

Einzelnachweise

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