Mathias W. Pletz
deutscher Internist, Infektiologe, Pneumologe und Hochschullehrer
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Mathias Wilhelm Rudolf Pletz (* 1973 in Plauen) ist ein deutscher Internist, Infektiologe, Pneumologe und Hochschullehrer.
Leben
Pletz absolvierte sein Abitur im Jahr 1993 am Adolph-Diesterweg-Gymnasium Plauen. Im Anschluss studierte er von 1993 bis 2000 Humanmedizin an der Universität Leipzig sowie am Baylor College of Medicine in Houston und an der Universität Basel. Im Jahr 2000 schloss er das Medizinstudium ab. 2001 promovierte er am Institut für Virologie in Leipzig mit einer Arbeit über virusinduzierte Apoptose mit summa cum laude. Von 2001 bis 2003 absolvierte er seine klinische Ausbildung an der Lungenklinik Heckeshorn in Berlin. Anschließend war er von 2003 bis 2005 Gastwissenschaftler an den Centers for Disease Control and Prevention in Atlanta und Postdoktorand an der Emory University.[1]
Von 2005 bis 2010 arbeitete Pletz an der Medizinischen Hochschule Hannover in der Klinik für Pneumologie. Dort habilitierte er sich 2008 im Fach Experimentelle Innere Medizin mit einer Arbeit zur molekularen Epidemiologie fluorchinolonresistenter Pneumokokken.[2] 2010 erhielt er die Facharztanerkennungen für Innere Medizin und Infektiologie, 2011 zusätzlich die Facharztanerkennung für Pneumologie.[1]
2011 folgte er dem Ruf auf die W2-Professur für Klinische Infektiologie am Universitätsklinikum Jena und übernahm die Leitung des Zentrums für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene. Seit 2018 ist er W3-Professor und Direktor des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene in Jena.[1][3]
Wissenschaftlich befasst sich Pletz vor allem mit Sepsis, Pneumonien, Antibiotikaresistenz, Impfungen und Biofilmen.[1][4]
2018 war er Kongresspräsident des 16. Kongresses für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin in Köln.[1] 2022 wurde er zum Präsidenten der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Infektionstherapie gewählt; für die Amtsperiode 2024 bis 2026 wird er dort als Alt-Präsident geführt.[5][6] Er ist Herausgeber der Fachzeitschrift Zeitschrift für Infektionstherapie.
Er wurde unter anderem mit dem Kass Award der Infectious Diseases Society of America und dem Respiratory Infections Award der European Respiratory Society (beide 2003) sowie dem Honor Award Certificate des Centers for Disease Control and Prevention (2004) ausgezeichnet.[1]
Schriften (Auswahl)
- Apoptose als Ursache des durch das Rötelnvirus induzierten zytopathischen Effektes (= Edition Wissenschaft. Reihe Humanmedizin. Band 388). Zugleich: Leipzig, Universität, Dissertation, 2001. Tectum-Verlag, Marburg 2021, ISBN 3-8288-1215-5.
- mit Christina Bahrs: Pneumokokkenimpfstoffe. In: Der Internist. 62 (2021), Nr. 8, ISSN 0020-9554, S. 807–815.
- mit Markus A. Weigand und Maximilian Dietrich (Hrsg.): Sepsis. Pathophysiologie, Diagnose und klinisches Management. De Gruyter, Berlin und Boston 2022, ISBN 978-3-11-067336-4.
Weblinks
- Literatur von und über Mathias W. Pletz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Mathias W. Pletz auf den Seiten des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung