Matthias Nawrat
deutsch-polnischer Schriftsteller
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Matthias Nawrat (* 13. September 1979 in Opole als Maciej Nawrat) ist ein deutscher Schriftsteller.

Leben
Matthias Nawrat wurde im polnischen Opole geboren und emigrierte 1989 mit seiner Familie nach Bamberg. Von 2000 bis 2007 studierte er Biologie in Heidelberg und Freiburg im Breisgau. 2009 nahm er ein Studium am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel/Bienne auf. Sein Debütroman Wir zwei allein erschien 2012 bei Nagel & Kimche.
Auf Einladung der Jurorin Hildegard Elisabeth Keller nahm Nawrat 2012 an den 36. Tagen der deutschsprachigen Literatur teil, wo er den Text Unternehmer las und den mit 10.000 Euro dotierten Kelag-Preis gewann.
Der Titel seines Romans Der traurige Gast (2019) ist eine Anspielung auf das Goethe-Zitat: „So lang du das nicht hast, dieses: Stirb und Werde! Bist du nur ein trüber Gast auf der dunklen Erde“. Laut Welt-Kritiker Richard Kämmerlings handelt es sich um einen "Meta-Roman über die Gegenwart", das "Setting ist ein sehr exakt beobachtetes Berlin", und dabei passieren die biografisch wesentlichen Dinge im Schildern von Erinnerungen.[1]
Der Schriftsteller lebt und arbeitet in Berlin und war von 2016 bis 2022 Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland[2]. Seit 2025 ist er Mitglied im PEN Berlin.[3]
Im Jahr 2023 wurde er für seinen Gedichtband Gebete für meine Vorfahren mit dem Fontane-Literaturpreis der Fontanestadt Neuruppin und des Landes Brandenburg ausgezeichnet.[4] 2026 verlieh ihm die Stiftung Preußische Seehandlung den Berliner Literaturpreis. Mit der Preisvergabe ist das Angebot einer Gastprofessur für Poetik am Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin verbunden.[5]
Werke
Romane
- Wir zwei allein. Nagel & Kimche, Zürich 2012. ISBN 978-3-312-00497-3.
- Unternehmer. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2014. ISBN 978-3-498-04612-5.
- Die vielen Tode unseres Opas Jurek. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2015. ISBN 978-3-498-04631-6.
- Der traurige Gast. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2019. ISBN 978-3-498-04704-7[6].
- Reise nach Maine. Rowohlt Verlag, Hamburg 2021. ISBN 978-3-498-00231-2.
- Das glückliche Schicksal. Rowohlt Verlag, Hamburg 2026. ISBN 978-3-498-00365-4.
Lyrik
- Gebete für meine Vorfahren. Parasitenpresse, Köln 2022. ISBN 978-3-98805-003-8.
Essaybände und Tagebücher
- Nowosibirsk. Tagebuch. Radius Verlag, Stuttgart 2017. ISBN 978-3-87173-044-3.
- Über allem ein weiter Himmel. Nachrichten aus Europa. Rowohlt Verlag, Hamburg 2024. ISBN 978-3-498-00366-1.
Weitere Veröffentlichungen (Auswahl)
- Arkadiusz Protasiuk. In: Happy End – Die besten Geschichten aus dem MDR-Literaturwettbewerb 2011. Hrsg. Michael Hametner, Verlag Neues Leben, Berlin 2011.
- Pan Tadek. In: poet Nr. 12. Leipzig 2012.
- Der Mückenschwarm – poetologische Fragmente, am Kern vorbei. In: Volltext 2/2012. Wien 2012.
- Wer fragt nach der Literatur des Internets? Leute, die Albträume für planbar halten. In: Neue Rundschau 1/2014, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2014.
- Die sieben Apotheken in der Badstrasse. In: Kulturtipp 23/2015, Zürich 2015.
- Im Mariannengraben. In: Edit – Papier für neue Texte 3/2016, Leipzig 2016.
- Die Frage nach dem guten Handel(n). In: Luther und wir. Hrsg. Alf Christophersen, Reclam-Verlag, Leipzig 2016.
- Klinik Medeco. In: Wie wir leben wollen – Texte für Solidarität und Freiheit. Hrsg. Matthias Jügler, Suhrkamp Verlag, Berlin 2016.
- Budapest. Online-Tagebuch in Zusammenarbeit mit Alice Zeniter. In: allonsenfants.eu 2017.[7]
- Die Realität des Papiertigers. In: Transfer – Reception Studies 1/3 2018, Uniwersytet Humanistyczno-Przyrodniczy im. Jana Długosza, Częstochowa 2018.
- Grenze und Utopie. In: Schreibende Nomaden entdecken Europa. Hrsg. Alexander Peer, Limbus Verlag, Innsbruck 2019.
- Der kritische Abenteurer. In: Schreiben im Zwiegespräch. Hrsg. Johanne Mohs, Katrin Zimmermann, Marie Caffari, transcript Verlag, Bielefeld 2019.
- Zwischen Schwerkraft und Gnade. In: Volltext 3/2019, Wien 2019.
- Utopie und Gleichheit. In: Denkräume. Hrsg. Simone Jung und Jana Marlene Mader, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg 2020.
- Das Ich als Durchgang zu den Anderen. In: The German Quarterly Vol. 94 Nr. 1, Wiley Periodicals, Hoboken 2021.
- Wie lange dauert eine Flucht? In: Refugees Worldwide III. Hrsg. Charlotte Rauth und Ulrich Schreiber, Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2022.
- Der Mönch auf dem Desolation Peak. Nachwort in: Jack Kerouac: Die Dharmajäger, Rowohlt Verlag, Hamburg 2022.
- Judith Butler und Deutschlands progressive Linke: Sie lassen sich zu Gewalt verführen. In: berliner-zeitung.de 4. November 2023.
- Orwells Wespe. In: Demokratie. Wofür es sich jetzt zu kämpfen lohnt, Rowohlt Verlag, Hamburg 2024.
- Vier Gedichte. In: Lyrik Chapbook _02, Box of Rain Press, Berlin 2025.[8]
- Die Goldstadt. In: Zeitgeister. Das Kulturmagazin des Goethe-Instituts, München 2025.[9]
- Was ist eine Gegend? In: Welten verbinden. Ein Brandenburg Buch, Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH, Kulturland Brandenburg, Potsdam 2025.[10]
- Freundlich sein (Gedicht). In: Sprache im technischen Zeitalter (Spr.i.t.Z.), Nr. 256, Berlin 2025.[11]
Auszeichnungen
- MDR-Literaturpreis (2011)
- Silberschweinpreis der Lit.Cologne (2012)
- Aufenthaltsstipendium am Literarischen Colloquium Berlin (LCB) (2012)
- Literaturpreis des Kantons Bern (2012)
- Kelag-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Preis (2012)
- Heinrich-Heine-Stipendium Lüneburg (2013)
- Förderpreis des Adelbert-von-Chamisso-Preis (2013)
- Bayern 2-Wortspiele-Preis (2014)
- Longlist beim Deutschen Buchpreis mit Unternehmer (2014)
- Literaturpreis des Wirtschaftsclubs im Literaturhaus Stuttgart für Unternehmer (2014)[12]
- Förderpreis Bremer Literaturpreis (2016)
- Alfred Döblin-Medaille der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (2016)
- Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse mit Der traurige Gast (2019)
- Literaturpreis der Europäischen Union für Der traurige Gast (2020)
- Stipendium des Deutschen Literaturfonds (2023)
- Fontane-Literaturpreis der Fontanestadt Neuruppin und des Landes Brandenburg für Gebete für meine Vorfahren (2023)
- Comburg-Literaturstipendium Schwäbisch Hall (2025)[13]
- Berliner Literaturpreis der Stiftung Preußische Seehandlung (2026)[14]
Weblinks
- Literatur von und über Matthias Nawrat im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Kurzbiografie und Rezensionen zu Werken von Matthias Nawrat bei Perlentaucher
- Seite über Nawrat bei Literaturport.de
- Interview zu "Unternehmer" / LeseZeichen vom 7. April 2014. In: Bayerischer Rundfunk. 3. April 2014, archiviert vom am 1. Dezember 2017.