Matthäus Donner

österreichischer Bildhauer, Medaillenkünstler und Stempelschneider From Wikipedia, the free encyclopedia

Matthäus Donner (auch Mathias Donner; * 29. August 1704 in Essling im Marchfeld; † 26. August 1756 in Wien) war ein österreichischer Bildhauer, Medailleur und Stempelschneider. Er gilt als einer der bedeutendsten österreichischen Medailleure des 18. Jahrhunderts.

Madonna, Bronzeplakette, Ø 87 mm

Leben

Donner war der jüngere Bruder des Bildhauers Georg Raphael Donner. Nach dem frühen Tod des Vaters (1714) kam er zu seinem Bruder nach Wien, wo er bis etwa 1730 dessen Schüler und Gehilfe war.[1]

Er erlernte die Bossier- und Modellierkunst und trat danach als Scholar der Graveurkunst in das kaiserliche Münzhaus zu Wien ein. Vom Hofe gefördert, entwickelte er eine hohe Meisterschaft in der Medailleurkunst.

1735 schnitt er seine ersten Medaillen; 1736 wurde er zum Münzeisenschneider ernannt. 1740 erhielt er die Professur der Bildhauerkunst an der k. k. Akademie und avancierte später zum Münzgraveur, Scholarendirektor, Obermünzeisenschneider und schließlich zum kaiserlichen Kammermedailleur.[1]

Donner starb 1756 in Wien und wurde dort auch beigesetzt.

Werk

Celebrazione dell’incoronazione di Maria Teresa, 1765

Das bekannte Œuvre Donners umfasst rund 46 Medaillen, die sich durch strenge Zeichnung und feine Modellierung auszeichnen.[1] Besonders hervorzuheben sind:

Seine Arbeiten bewegen sich meist zwischen 45 und 60 mm Durchmesser; einige sind bis zu 110 mm groß.[1] Viele Stücke zeigen sein Monogramm („M. D.“, „M. D. F.“) oder seinen vollen Namen.

In einem Manuskript der Erzherzogin Maria Anna sind zahlreiche seiner Werke abgebildet, das später unter dem Titel „Schau- und Denkmünzen, welche unter der glorwürdigen Regierung der Kaiserin Maria Theresia gepräget worden sind“ (Wien 1782 ff.) erschien.[2]

Stil und Bedeutung

Donner verband klassisch strenge Zeichnung mit einer für die Barockzeit charakteristischen Plastizität. Seine Reliefs und Medaillen zeigen Einflüsse seines Bruders Georg Raphael, jedoch mit stärkerem Fokus auf technische Präzision und feiner Gravur.

Er zählt zu den herausragenden Repräsentanten der österreichischen Medaillenkunst im Zeitalter Maria Theresias und wirkte als Vermittler zwischen barocker und frühklassizistischer Formensprache.

Werke in Sammlungen

Arbeiten Donners befinden sich heute unter anderem

Literatur

  • Heinrich Kábdebo: Donner, Matthäus. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 5, Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 334 f.
  • Heinrich Kábdebo: Matthäus Donner und die Geschichte der Wiener Graveur-Akademie in der ersten Periode ihres Bestandes. Nach den Archivs-Acten der K.K. Hofkammer, der K.K. Akademie der Bildenden Künste und den Sammlungen der K.K. Graveur-Akademie. Verlag der Österreichisch-Ungarischen Kunst-Chronik, Wien 1880 (Google Books).
  • Heinz Winter: Die Kaiserwitwe Elisabeth Christine, Kaiser Franz I. Stephan und der Bildhauer und Kammermedailleur Matthäus Donner. In: Ders.: Prunk und Prägung: die Kaiser und ihre Hofkünstler: Kunsthistorisches Museum Wien, 13. Februar 2024 bis 23. März 2025. KHM-Museumverband Wien, Wien 2024, ISBN 978-3-99020-245-6, S. 80–87.
Commons: Matthäus Donner – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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