Matthäus Quatember
Generalabt des Zisterzienserordens
From Wikipedia, the free encyclopedia
Matthäus Quatember OCist (* 1. Mai 1894 in Sacherles, Bezirk Budweis, Königreich Böhmen; † 10. Februar 1953 in Rom) war der 78. Generalabt des Zisterzienserordens.

Leben
Gregor Quatember trat 1914 in das Zisterzienserstift Hohenfurth und am 26. Juli 1914 in das Noviziat ein. Er bekam den Ordensnamen Matthäus. Von 1915 bis 1919 studierte er Philosophie und Katholische Theologie am Innsbrucker Canisianum. Nach seiner feierlichen Profess (4. August 1916) wurde er am 22. Juni 1919 in Budweis zum Priester geweiht.
Zunächst wirkte er vier Jahre lang in der Pfarrseelsorge, bis er zu klösterlichen Ämtern und weiteren Studien abgestellt wurde. Er wurde zum Novizenmeister ernannt und zu weiteren Studien an die Karls-Universität in Prag und anschließend nach Rom an die Gregoriana, nach San Anselmo und an das Angelicum geschickt, wo er 1929 Summa cum laude im Kirchenrecht promoviert wurde.
1930 wurde er Professor der Aszetik am päpstlichen Athenäum Urbaniana, wo er 11 Jahre lang auch Kanonisches Recht lehrte. Er wurde Lehrer der christlichen Frömmigkeit für Generationen von Priestern aus Übersee, da die Universität in besonderer Weise den Missionen gewidmet war. Erst nach 20 Jahren gab er die Lehrtätigkeit mit seiner Wahl zum Generalabt auf; doch auch als Generalabt blieb ihm die Mission ein Anliegen: Ich habe das Bewusstsein, schrieb er einer Gruppe von Zisterzienserinnen in Bolivien, „dass Gott von mir verlangt, dass ich unserem hl. Orden die Richtung in die Missionen gebe. Das ist die große Mission, die ich als Generalabt des Ordens erfüllen muss.“[1]
Unter dem Pontifikat des Papstes Pius XI. (1922–1939) war er schon de facto zum Bischof von Leitmeritz bestimmt. Durch Indiskretion einer voreiligen Bekanntgabe, nahm die damalige Regierung der Tschechoslowakei zum Anlass, die Wahl nicht zu bestätigen.
Ab 1934 war er Generalprokurator des Ordens (1937 ausdrücklich gewählt), am 10. Dezember 1945 zum Titularabt des Klosters Clairvaux und am 25. März 1946 benediziert und 1950 zum Generalabt ernannt. Sein Wahlspruch lautete: „Servire Deo et Ordini – Gott und dem Orden dienen“. Die große Errungenschaft seiner Amtszeit war der Bau eines repräsentativen Hauses für die Curia Generalis Ordinis Cisterciensis in Rom am Aventin (Piazza del Tempio di Diana, 14). Er liegt im Zisterzienserkloster Poblet (Katalonien) begraben.