Maurice Long
französischer Politiker, Mitglied der Nationalversammlung
From Wikipedia, the free encyclopedia
Maurice Long (geboren am 15. März 1866 in Crest; gestorben am 15. Januar 1923 in Colombo) war ein französischer Politiker der Dritten Republik und Generalgouverneur von Französisch-Indochina.

Leben
Maurice Long stammte aus einer wohlhabenden Grundbesitzerfamilie und absolvierte seine Schulausbildung in den Bildungseinrichtungen der Region und am Gymnasium von Grenoble. Als Jurastudent in Paris wurde er 1888 in die Anwaltskammer dieser Stadt aufgenommen. Er versuchte sich eine Zeit lang als Journalist, war Mitglied der Pariser Justizpresse, Redakteur bei Le National und Gil Blas sowie Korrespondent bei La Petite Gironde[1] (1888–1892).[2]
Er setzte seine Karriere als Richter fort und arbeitete danach in verschiedenen Städten als Staatsanwalt oder stellvertretender Staatsanwalt. Long gab seine Staatskarriere auf, um sich als Rechtsanwalt in Valence einzuschreiben, wo er sich von 1902 bis 1906 niederließ, dann in Paris, wo er Anwalt am Berufungsgericht wurde.[2]
1914, nachdem er bereits seinen Militärdienst (im Rang eines Hauptmanns) abgeleistet hatte, trat er in das 111. Territorialinfanterieregiment ein. Im November 1914 wurde er bei einem Sturz vom Pferd am Ufer der Aisne verletzt, erlitt einen Armbruch und daraufhin aus dem Dienst entlassen.[3]
Er war von 1892 bis 1904 und von 1913 bis 1919 Generalrat des Départements Drôme. Von 1913 bis zu seinem Tod 1923 war er Abgeordneter dieses Départements. Im Parlament gehörte er der Parti républicain, radical et radical-socialiste, einer Partei der politischen Mitte, an. 1917 bekleidete er in der ersten Regierung von Paul Painlevé das Amt des Ministers für allgemeine Versorgung.[4]

Per Dekret vom 13. Dezember 1919 wurde er zum Generalgouverneur von Indochina ernannt. Am 21. Januar 1920 schiffte er sich mit seiner Frau und seinen drei Töchtern ein. Am 9. Dezember 1921 empfing Maurice Long Marschall Joffre.[A 1]
1922 begleitete er den vietnamesischen Kaiser Khải Định, der Frankreich bereiste. Long verstarb auf der Rückreise.
Der Enkel Maurice Longs, Mario Bénard[5], war Parlamentsabgeordneter (1968–1978) und Bürgermeister von Hyères (1971–1977).
Literatur
Weblinks
- Maurice Long. In: Assemblée nationale. (französisch).
- Robert Serre: Maurice Long. In: Études drômoises. (französisch).
- Louis Finot: Nachruf Maurice Long (1866–1923). In: Persée. (französisch).
- Angaben zu Maurice Long in der Datenbank der Bibliothèque nationale de France.
Anmerkungen
- Die Orient-Reise Joffres war eine wichtige diplomatische Mission im Frankreich der Nachkriegsjahre; siehe dazu auch den Artikel Mission Joffre en Extrême-Orient in der französischsprachigen Wikipedia.