Mausoleum Saladins
Mausoleum in Damaskus
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Das Mausoleum Saladins (arabisch ضريح صلاح الدين الأيوبي, DMG Ḍarīḥ Ṣalāḥ ad-Dīn al-Ayyūbī) ist die Grabstätte des ayyubidischen Herrschers Saladin in der Altstadt von Damaskus. Es befindet sich an der Nordseite der Umayyaden-Moschee und gehört zu den bekanntesten mittelalterlichen islamischen Grabstätten Syriens.[1]

Geschichte
Saladin starb am 4. März 1193 in Damaskus.[2] Sein Leichnam wurde zunächst in der Zitadelle von Damaskus beigesetzt, bevor sein Sohn al-Afdal das Mausoleum vollenden ließ. Die Überführung in die endgültige Grabstätte erfolgte im islamischen Jahr 592 (1195). Kurz darauf ließ Saladins Sohn eine Madrasa an das Grab anschließen, weshalb der Bau auch als al-Madrasa al-Aziziyya bekannt wurde.[1] Von der einstigen Madrasa sind nur Reste erhalten. Im späten 19. Jahrhundert wurde das Grabmal auch zu einem Ort symbolischer Erinnerungspolitik: Kaiser Wilhelm II. besuchte es 1898 während seiner Orientreise und ließ dort einen Kranz niederlegen, der nach dem Ersten Weltkrieg in die Sammlung des Imperial War Museum gelangte.[3]
Anlage
Das Mausoleum ist ein für Damaskus typischer Kuppelbau aus ayyubidischer Zeit. Die Grabkammer ist quadratisch angelegt, besitzt Wände in Ablaq-Mauerwerk und wird von vier Bögen sowie einer Kuppel überspannt. Der Übergang vom quadratischen Raum zur runden Kuppel erfolgt über einen zweistufigen Tambour mit oktogonaler und sechzehnseitiger Zone. Im Inneren befinden sich zwei Sarkophage. Der ältere hölzerne Kenotaph gilt als bedeutendes Beispiel ayyubidischer Holzschnitzkunst und ist mit geometrischen, floralen und vegetabilen Motiven verziert. Daneben steht ein weißer Marmorsarkophag aus der Zeit um 1900 (ein Geschenk von Wilhelm II.), in den Saladins Gebeine jedoch nicht überführt wurden. Die Grabkammer ist außerdem mit blau-grünen osmanischen Fliesen des 17. Jahrhunderts sowie floralen und geometrischen Dekorelementen über den Bögen ausgestattet. Östlich der Grabkammer liegt ein Raum für Koranrezitationen; an der Nordseite schließen sich mehrere kleinere Räume an.[1]
Galerie
- Sarkophag, erbaut vom osmanischen Sultan Abdulhamid II. und später von Wilhelm II. restauriert
- Eingang zum Mausoleum Saladins, 2019
- Saladins ursprüngliches Grab, 2019
- Innenhof des Saladin-Mausoleums, 2019
- Mausoleumswände mit Fliesen, die in der osmanischen Zeit angebracht wurden.