Max Bischof (Architekt)

deutscher Architekt From Wikipedia, the free encyclopedia

Max Otto Bischof (* 16. August 1854 in Mägdesprung; † 6. Juli 1928 in Raschwitz) war ein deutscher Architekt.

Der Architekt Max Bischof (um 1894)

Leben und Wirken

Er war der Sohn von Carl Bischof. Sein Vater war durch einige metallurgische Arbeiten bekannt geworden und von Herzog Alexander Carl von Anhalt-Bernburg zum Hüttenmeister an die Eisenhütte Mägdesprung berufen und später zum Bergrat ernannt worden. In Mägdesprung im Selketal im Harz kam Max Bischof zur Welt. Nach dem Besuch der Lateinschule[1] schlug er eine Ausbildung im Baugewerbe ein an der Gewerbeschule Halle / Saale, danach nahm er an der Bauakademie in Berlin ein Studium zum Architekten auf.[2] Bereits während des Studiums fertigte er Zeichnungen von Bauten als Illustrationen zur Bau- und Architekturgeschichte verschiedener Städte wie z. B. eine des Hohenthores und der Hohenthorbrücke in Danzig für Franz Brandstäters Darstellung Chronologische Übersicht der Geschichte Danzigs[3]. Nach dem Studium absolvierte er eine Studienreise nach Italien und veröffentlichte 1882 als ein konkretes Ergebnis dieser Reise eine Dokumentation über das Chorgestühl der Kirche Sant’Eusebio in Rom als 4. Serie der Italienischen Renaissance im Verlag von E. A. Seemann.[4] Nach seinem Studium und der Studienreise durch Italien lebte er einige Zeit in Dresden, bevor er nach Leipzig zog. Durch den durch seine erste Veröffentlichung in Kontakt gekommen, wirkte er in der Folge auch an mehreren architekturbezogenen Serienwerken mit, so zunächst an dem von dem Direktor der Grazer Gewerbeschule August Ortwein begründeten und von August Scheffers (Professor an der Königlichen Kunstakademie in Leipzig) fortgeführten Serienwerk Deutsche Renaissance, zu dem er, teils allein, teils mit Fachgenossen zusammen, die Teile (Abtheilungen) für Brieg, Berlin, Danzig, Breslau, andere schlesische Orte, Saalfeld, Rudolstadt und Coburg beitrug.

Hier wurde er Assistent und Bibliothekar am Kunstgewerbemuseum und ab 1884 Ratsbauinspektor[5]. Zwischen 1892 und 1895 war er in den Bau des neuen Grassimuseums in Leipzig als künstlerischer Mitarbeiter einbezogen.[6] 1895 beteiligte er sich erfolgreich an der Bebauung des Areals der abgerissenen Pleißenburg in Leipzig.[7]

Ab 1906 war er an den größeren Umbauten am Alten Rathaus am Markt (u. a. entwarf und erbaute er den Goldenen Brunnen auf dem Marktplatz) und an der benachbarten Alten Börse mit deren Vorplatz maßgeblich beteiligt. Die Bauarbeiten dauerten bis 1909 an.

Max Bischofs Villa in Raschwitz (2013)

Der 2,5 Meter hohe Sockel aus rotem Granit des Goethedenkmals in Leipzig geht ebenfalls auf Bischof zurück.

1901 entwarf er für sich eine heute unter Denkmalschutz[8] stehende zweigeschossige Villa im späteren Markkleeberger Ortsteil Raschwitz, in der er 1928 starb.

Nach der Jahrhundertwende wirkte Max Bischof in Berlin und stellte dort u. a. 1908 das repräsentative Mietswohnhaus Kurfürstendamm 110 in Berlin fertig.[9]

Max Bischoff war auch in der Leipziger Druck- und Buchbinde-Industrie verbunden und erstellte eine große Anzahl von Entwürfen für Diplome sowie in den 1880er und 1890er Jahren im Auftrage des Rates der Stadt Leipzig her- gestellten Ehrenbürgerbriefe. 1894 war er einer der Autoren der Festschrift zur Jubiläumsfeier des 350jährigen Bestehens der Leipziger Buchbinder-Innung.[10]

Er trug zuletzt einen Professorentitel.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

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