Max Fingerling
deutscher Entomologe, Kaufmann und Dichter
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Louis Max Fingerling (* 31. März 1844 in Leipzig; † 1. April 1904 ebenda) war ein deutscher Entomologe, Kaufmann und Dichter.

Fingerling hat sich ein Großteil entomologischen Wissens und eine gediegene Kenntnis der deutschen Falterwelt angeeignet und hat es in Wort und Schrift der Nachwelt hinterlassen.
Leben
Im Jahre 1869 begann er in der Umgebung Leipzigs Lepidopteren zu sammeln. Sein spezielles Suchgebiet waren die Harthwaldung, das Universitätsholz und die Gegend von Beucha-Brandis, die ihm reiche Ausbeute verschafften. Ebenfalls verweilte er öfters mit der Familie in dem Dörfchen Thal bei Eisenach, um von dort aus seine entomologischen Streifzüge zu unternehmen. Fingerling wurde 1872 Prokurist der Firma August Hüffer in einem Kommissionsgeschäft von roher Baumwolle.

Im Jahre 1875 gründete sich der Entomologische Verein Fauna in Leipzig, Fingerling einer der Mitbegründer begleitete viele Jahre das Amt als erster Schriftführer und später nahm er die Stelle des zweiten Vorsitzenden ein.
Seine große Liebe zur Natur hat er aber vor allem durch seine literarische Tätigkeit bekundet. Vom ersten Jahrgang 1892 bis zum 12. Jahrgang 1903 erstreckte sich seine Mitarbeiterschaft am Entomologischen Jahrbuch von Oskar Krancher, am Anfang jeden Bandes erschien ein poetischer Entomologischer Gruß von ihm. Den Lesern der Insektenbörse war er seit dem Jahr 1893 durch zahlreiche Gedichte und Artikel bekannt, ebenso schrieb er für den Kalender für deutsche Bienenfreunde.
Sein größter Erfolg als Autor war die Herausgabe des Buches Die Gross-Schmetterlinge der Leipziger Gebiete. Der Entomologische Verein Fauna zu Leipzig gab im Jahr 1900, zur Feier seines 25-jährigen Bestehens, das Buch heraus. In gemeinsamer Arbeit mit dem Verein und seinen Vereinskollegen haben Max Fingerling, Alexander Reichert und Ernst Müller in Beobachtung, Bestimmung der Falter und Raupen sowie Angabe der Fangarten und Fundstellen hervorragendes geleistet. Das reichhaltige Verzeichnis sollte den Sammlern Sachsens und der angrenzenden Gebiete viele gute Hinweise geben. Leider erlebte er den Nachtrag zu diesem Buch, im Jahr 1906, nicht mehr.[1]
Werke
- Mitarbeit in: Die Großschmetterlinge des Leipziger Gebietes In: Selbstverlag des Entomologischen Vereins Fauna, Leipzig, 1900.
- Entomologisches Jahrbuch: Kalender für alle Insekten-Sammler für das Jahr … Herausgeber: Oskar Krancher, Druck und Verlag von Frankenstein & Wagner, Leipzig 1892–1938 (digitalisierte Entomologische Jahrbücher. In: ZOBODAT.at. OÖ Landes-Kultur GmbH), Beiträge von 1892 bis 1904.
Nachruf
- Insekten-Börse. Internationales Wochenblatt für Entomologie. 21 (1904), Nr. 16 vom 14. April, Titelseite (Digitalisat).
- Oskar Krancher: Totenschau. In: Ders. (Hrsg.): Kranchers Entomologisches Jahrbuch. Kalender für alle Insekten-Sammler (1905), S. 236 (Digitalisat).
Literatur
- Heinrich Rockstroh: Anweisung wie Schmetterlinge gefangen, ausgebreitet, geordnet, bewahrt und wie ihre Raupen und Puppen erkannt werden. Nebst einer Anweisung, wie Schmetterlinge aus Raupen und diese aus Schmetterlingseiern zu erziehen sind. 3. verbesserte, mit einem Schmetterlings- und Raupenkalender vermehrte Auflage, Knobloch, Leipzig 1833 (books.google)
Weblinks
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- Oskar Krancher Entomologisches Jahrbuch 1892 bis 1938