Max Herz (Unternehmer)
deutscher Unternehmer
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Leben und Wirken
Max Herz lernte schon als Jugendlicher den Beruf des Rohkaffeehändlers am Sandtorkai, wo er zunächst im Importgeschäft seines Vaters arbeitete. In den 1920er und 1930er Jahren stabilisierte er das angeschlagene Familienunternehmen, bei dem er 1929 seinen Vater als Geschäftsführer 24-Jährig abgelöst hatte, und eröffnete zusätzlich eine Lotterie-Filiale deren Adressbestände ihm später beim Aufbau des Kaffeeversands nutzten.[1][2][3]
1939 heirateten Max Herz und Ingeburg König (1920–2015). Der Ehe entstammen fünf Kinder: Günter, Joachim, Michael, Wolfgang sowie Daniela.[1]
Im Nachkriegsdeutschland gründeten Carl Tchiling-Hiryan und Max Herz im Jahr 1949 in der Hamburger Speicherstadt[4] einen Kaffeeversand, aus dem sich der Tchibo-Konzern entwickelte. Herz’ Geschäftsidee beruhte wesentlich auf der Kombination von Kaffeeversand, eigenem Rösten und kontinuierlicher Kundenbindung über Direktwerbung und neue Werbeformen, etwa Sammeldosen zu Weihnachten.[5]
1953 zahlte er seinen Kompagnon Carl Tchiling-Hiryan, nach dem dieser sich mit anderen Geschäften in Norwegen hoch verschuldet hatte, aus und wurde Alleininhaber von Tchibo.[3]
1955 eröffnete er in Hamburg die erste Tchibo-Filiale, in der Kundinnen und Kunden Kaffee für 20 Pfenning pro Tasse probieren konnten; daraus entwickelte sich rasch eine deutschlandweite Kette mit wöchentlich neuen Filialeröffnungen in den Wirtschaftswunderjahren.[1][2][5]
Max Herz starb 1965 im Alter von 59 Jahren in seiner Heimatstadt. Bis zu seinem Tod 1965 war aus dem kleinen Nachkriegsbetrieb ein Großunternehmen mit einem Unternehmensvermögen von geschätzt rund 125 Millionen DM geworden.[1] Er wurde dort auf dem Friedhof Ohlsdorf beigesetzt.[6]

Nachleben
Ingeburg Herz gründete aus dem Nachlass die Max und Ingeburg Herz Stiftung, die insbesondere Einrichtungen für die medizinische Behandlung und Betreuung älterer Menschen unterstützt[7], aber auch zum Beispiel bei der Vergabe von Stipendien an deutsche Studenten aktiv ist.
Die Familie Herz, ab 2007 vertreten durch die Holding Maxingvest (benannt nach Max und Ingeburg Herz), investierte Gewinne in Beteiligungen wie Beiersdorf (1974 Minderheit, später mehr)[8] und Reemtsma (1980 Mehrheit), was das Vermögen massiv steigerte.[9] In den 2020er-Jahren zählt die Familie Herz zu Deutschlands reichsten (Platz 2 in Hamburg mit 8 Mrd. € um 2020), getragen von Tchibo (Umsatz 3,36 Mrd. € 2024), Maxingvest-Beteiligungen und Stiftungen wie Max und Ingeburg Herz Stiftung, die nach Ingeburgs Tod 2017 medizinische Projekte fördert.[10][11]
Siehe auch
Literatur
- Claus Gossler: Herz, Max. In: Franklin Kopitzsch, Dirk Brietzke (Hrsg.): Hamburgische Biografie. Band 5. Wallstein, Göttingen 2010, ISBN 978-3-8353-0640-0, S. 184–186.
Weblinks
- Artikel in der Wirtschaftswoche 2009 über Max Herz und Tchibo
- Die Tchibo-Story – ZDFzeit vom 4. Oktober 2016 ( vom 30. August 2020 im Internet Archive)Video aus ZDFmediathek
