Max Josef Wagenbauer
deutscher Maler und Lithograph
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Leben
Wagenbauer besuchte das Gymnasium und studierte anschließend bei Johann Jakob Dorner dem Älteren und Johann Christian von Mannlich an der Münchner Zeichnungsakademie. Auf Grund seiner finanziellen Lage musste er das Studium abbrechen und diente in den Jahren 1797 bis 1801 als Freiwilliger in einem bayerischen Chevaulegers-Regiment.
Wagenbauer erhielt ab 1801 ein jährliches Honorar für zwei sorgfältig auszuführende Zeichnungen.[1] 1802 wurde er zum Hof- und Kabinettszeichner ernannt und lebte zeitweilig als Zeichenlehrer in der Familie des Grafen Lodron auf dessen Schloss in Haag in Oberbayern.
Während der Sommer unternahm er Studienwanderungen in alle Teile Bayerns und widmete sich fast ausschließlich der Landschaftsmalerei. Er hinterließ zahlreiche Aquarelle, unter anderem vom Bodensee (1806), aus Passau, der Oberpfalz (1807) und vom Wettersteingebirge. Im Zuge seiner Wanderungen und dem aquarellieren vor der Natur löste er sich im genauen Studium der Sujets vom erlernten konventionellen Landschaftsbild und kam mit seiner Wiedergabe der konkreten Lichtsituationen zu einer neuartigen Darstellung der bayerischen Landschaft. Damit wurde er zum Vorläufer der oberbayerischen Landschaftsmalerei der Münchner Schule.

Gemeinsam mit anderen Künstlern erhielt er von König Max Joseph im Jahr 1811 den Auftrag, den Speisesaal in Schloss Nymphenburg mit großen Gemälden bayerischer Seen auszustatten. Seine Darstellungen des Tegern- und des Kochelsees sind jedoch verloren.
Der König, der wiederholt Gemälde von Wagenbauer ankaufte und an befreundete Höfe verschenkte, ernannte ihn im Jahr 1815 zum Inspektor der Königlichen Gemäldegalerie. Nach 1820 wandte sich Wagenbauer mehr der Ölmalerei zu und beschränkte sich auf schlichte Motive. Er beschäftigte sich nun auch vermehrt mit Tiermalerei. Hier orientierte er sich an der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts, namentlich Adriaen van de Velde und Paulus Potter.
Von Beginn seiner künstlerischen Tätigkeit an pflegte Wagenbauer zudem intensiv die Lithographie. Er hinterließ auch in dieser Technik zahlreiche Landschafts- und Tierdarstellungen sowie eine Reihe von Vorlagen für den Zeichenunterricht, die lange an süddeutschen Zeichenschulen als Muster dienten und die folgende Generation anregte. Bei seinen Exkursionen in die nähere Münchner Umgebung musste ihn ein Diener begleiten, der die vorbereitete Steinplatte auf den Schultern trug. Damit ersparte sich Wagenbauer den Arbeitsgang des Skizzierens vor Ort. Die Drucke wurden in der Ersten Lithographischen Kunstanstalt verlegt, die der Münchner Feiertagsschule angegliedert war.
Wagenbauer war Mitglied der Kunstakademien in Hanau (1818), Berlin (1820) und München (1824) und 1823 Gründungsmitglied im Kunstverein München.
Max Wagenbauer starb 1829 im Alter von 53 Jahren in München an Typhus[2].
Werke (Auswahl)

Der größte Teil seiner Aquarelle wird in der Staatlichen Graphischen Sammlung München aufbewahrt. Das Museum der Stadt Grafing, Wagenbauers Geburtsort, unterhält und zeigt eine bedeutende Sammlung seiner Werke.
- 1813: Starnberger See
- 1820: Bei Schäftlarn
- Ansicht von Leutstetten bei Starnberg (Neue Pinakothek München)[3]
- Das alte Brunnhaus am Gasteig bei München (Neue Pinakothek München)[3]
- 1823: Herbstliche Viehweide
- Landschaft an einem Fluss, mit Fischerkähnen (Sepiazeichnung)[4]
- Weg durch einen Wald, mit schreitender Bäuerin (Aquarell)[4]
- Bäume an einem Gebirgssee. Links Fischer in einem Kahn (Aquarell)[4]
- 1827: Kampenwand
- Waldlandschaft
- Kühe auf der Weide
- Viehweide am Staffelsee
- In den bayerischen Bergen
Bildergalerie
Publikationen
- Bilder von Säugethieren zum Unterricht in der Naturgeschichte. Lithogr. Kunstanstalt, München 1807 (digitale-sammlungen.de).
- Anleitung zur Landschaft-Zeichnung in Handzeichnungs-Manier. Lithogr. Kunst-Anstalt bei der Feyertags-Schule, München 1816, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00076237-2.
- Baumstudien für angehende Landschaftszeichner. Lithogr. Kunstanstalt, München 1817 (epub.ub.uni-muenchen.de [PDF]).
Grabstätte
Die Grabstätte von Max Wagenbauer befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 6 – Reihe 16 – Platz 36/37, Standort)[5].
Namensgeber für Straße
Nach Max Wagenbauer wurde 1899 in München im Stadtteil Parkstadt (Stadtbezirk 13 – Bogenhausen) die Wagenbauerstraße benannt (Erstnennung). Lage [6]
Literatur
- Wagenbauer, Max Josef. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 35: Waage–Wilhelmson. E. A. Seemann, Leipzig 1942, S. 22–23 (biblos.pk.edu.pl – hier ist 1774 als Geburtsjahr).
- Wagenbauer, Max Josef. In: Dtv-Brockhaus-Lexikon in 20 Bänden. Band 19: Tus-Wek. F.A. Brockhaus, Deutscher Taschenbuch Verlag, München / Wiesbaden 1982, ISBN 3-423-03319-3, S. 248 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe, hier ist 28. 7. 1774 als Geburtstag angegeben).
- Susanna Partsch: Max Josef Wagenbauer. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 114, De Gruyter, Berlin 2022, ISBN 978-3-11-055065-8, S. 293 f.
- Rotraut Acker (Hrsg.) für das Heimatmuseum Grafing: Max Joseph Wagenbauer. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Rathaus der Stadt Grafing, unter Mitarbeit von Klaus Höchstetter, Grafing: Heimatmuseum 2000. ISBN 3-926163-21-6.
- Franz Maria Ferchl: Geschichte der Errichtung der Ersten Lithographischen Kunstanstalt bei der Feiertagsschule für Künstler und Techniker in München. München 1862, S. 122.
- Josef Forster: Max Joseph Wagenbauer in der Oberpfalz. In: Burgen, Bayern, Hochzeit feiern, Heimatkundlicher Arbeitskreis, Band 39, Vohenstrauß 2017.
- Barbara Heine, Max Joseph Wagenbauer. In: Oberbayerisches Archiv. Band 95, München 1972 (mit Werkverzeichnis).
- Rudolf Heinemann: Max Joseph Wagenbauer; Leben und Werk eines süddeutschen Meisters zu Beginn des 19. Jahrhunderts. 18. Februar 1924, OCLC 250049504 (Nicht gedruckt, Würzburg, Phil. Dissertation). – (Information zum Autor books.google.de).
- Max Jordan: Wagenbauer, Maximilian Joseph. In: Beschreibendes Verzeichniss der Kunstwerke in der Königlichen National-Galerie zu Berlin. 4. Auflage. Ernst Siegfried Mittler & Sohn, Berlin 1878, S. 319 (Textarchiv – Internet Archive).
- Andreas Strobl, Wege ins Unbegangene – das Hochgebirge als künstlerische Herausforderung. In: Landschaftsmalerei, eine Reisekunst? – Mobilität und Naturerfahrung im 19. Jahrhundert, hrsg. für die Christoph Heilmann Stiftung von Claudia Denk und Andreas Strobl, Berlin / München: Deutscher Kunstverlag 2017, S. 217–227.
- Hermann Uhde-Bernays: Max Josef Wagenbauer. In: Münchener Landschafter im neunzehnten Jahrhundert. Delphin, München 1921, S. 23–31 (Textarchiv – Internet Archive – Mit mehreren Abbildungen Titelbild, S. 22–23, 25–26).
Weblinks
- Wagenbauer, Maximilian Joseph zeno.org
- Literatur von und über Max Josef Wagenbauer im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- 11 Bilder von Max Joseph Wagenbauer im Städelmuseum. In: sammlung.staedelmuseum.de. 6. Mai 2026.
- 25 Bilder von Max Joseph Wagenbauer bei kunstkopie.de. In: kunstkopie.de. 6. Mai 2026.
- 10 Bilder von Max Joseph Wagenbauer Lenbachhaus (teils mit Audiokommentar). In: lenbachhaus.de. 6. Mai 2026.
- Max Josef Wagenbauer: Anleitung zur Landschaft Zeichnung, 1816. 80 Kreidelithographien. In: hamburger-kunsthalle.de. 6. Mai 2026.
