Max Schmid (Publizist)

Schweizer Schriftsteller From Wikipedia, the free encyclopedia

Max Schmid (geb. 3. Februar 1926 in Zürich; gest. 29. Mai 1993 ebenda; Pseudonym: Gerard Gale) war ein Schweizer Publizist und Dramatiker.

Leben

Max Schmid absolvierte eine Handelslehre und erwarb ein Diplom. In den Jahren 1948/49 hielt er sich in Nordafrika auf.[1] In der Schweiz war Schmid als selbstständiger Unternehmer, Medienschaffender und Publizist tätig. Schriftstellerisch trat er als Verfasser von Bühnenstücken, Hör- und Fernsehspielen sowie gesellschaftskritischen Sachbüchern hervor. Während dessen Zeit als Dramaturg am Maxim-Gorki-Theater korrespondierte Schmid jahrelang mit Armin Stolper.[2] 1964 wurde er mit der Ehrengabe des Kantons Zürich ausgezeichnet. Bekanntheit erlangte er durch seine dokumentarischen Bücher Demokratie von Fall zu Fall. Repression in der Schweiz (1976) und Schalom! Wir werden euch töten! (1979),[3] eine Sammlung von Texten und Dokumenten zum schweizerischen Antisemitismus ab 1930. Schmid fungierte 1980 als Redaktor einer Publikation der Sozialdemokratischen Partei, gehörte jedoch keiner Partei an.[4]

Max Schmid lebte in Zürich – 1964 hatte er seinen Wohnsitz in Herrliberg –, war verheiratet und Vater eines Sohnes.[5] 1993 starb er im Alter von 67 Jahren.

Er ist nicht zu verwechseln mit dem 1921 geborenen Literaturwissenschaftler Max Schmid, von Richterswil, der 1947 bei Robert Faesi an der Universität Zürich mit einer Arbeit zum Konfliktwandel in Hermann Hesses neueren Werken promoviert wurde[6] und bis 1986 Hauptlehrer für Deutsch an der Kantonsschule Enge war.[7]

Bühnenwerke

  • Zäh Tag Gratisferie. Uraufführung 31. Dezember 1953, Dramatischer Verein Töß.[8]
  • Der Mann im goldenen Käfig. Uraufführung 1961, Bern.
  • Die Buckligen. Komödie. Uraufführung 1962, Stadttheater Saarbrücken.[9]
  • Der Paradiesvogel. Einakter. Uraufführung 1964, Expo 64, Lausanne.[10]
  • Der Turm zu Babel. Uraufführung 1965, Zürich.
  • Bsitzer und Bsetzer. Uraufführung 1982 in der DRS-Sendung Telebühne.[11][12]

Veröffentlichungen

  • mit Leo Seidl: Zäh Tag Gratisferie. Preis-Lustspiel in 4 Akten nach der Erzählung «Drei Männer im Schnee» von Erich Kästner. Mundart-Lustspiel. Theaterverlag Breuninger, Aarau 1953.
    • rätoromanisch: 10 dis vacanzas gratuitas. Comedgia i 4 acta davo il raquint «Trais homens aint illa naiv». La Scena, Chur 1956 (übersetzt von Men Gaudenz).
  • (Hrsg.): B. Traven: Khundar. Das erste Buch; Begegnungen. Clou-Verlag, Egnach 1963.
  • Zeit-Theater. Satirische Stücke. Clou-Verlag, Egnach 1963.
  • Teak und Ahorn. 2 Zeitgenossen. Clou-Verlag, Egnach 1964.
  • (Hrsg.): Lorenz Stucki: Die Freiheit kostet mehr. Aufsätze zur Weltpolitik. Fretz & Wasmuth, Zürich/Stuttgart 1964.
  • mit Hans Rudolf Hilty (Hrsg.): Modernes Schweizer Theater. Einakter und Szenen. Clou-Verlag, Egnach 1964 (darin: Der Paradiesvogel. S. 43 ff.).
  • (Hrsg.): Der Ziegelbrenner. Faksimiledruck des von Ret Marut herausgegebenen Periodiukums 1917–1921. Limmat-Verlag, Zürich 1967; De Boekenvriend, Hilversum 1967; Edition Leipzig, Leipzig 1967 (archive.org).
  • Demokratie von Fall zu Fall. Repression in der Schweiz. Verlagsgenossenschaft, Zürich 1976.
  • B. Traven und sein Ich-Erzähler Gerard Gale. Versuch einer Autobiographie. In: Johannes Beck, Klaus Bergmann, Heiner Boehncke (Hrsg.): Das B.-Traven-Buch. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1976, ISBN 3-499-16986-X, S. 119–145.
  • (Hrsg.): Schalom! Wir werden euch töten! Texte und Dokumente zum Antisemitismus in der Schweiz 1930–1980. Eco-Verlag, Zürich 1979, ISBN 3-85637-020-X.
  • (Red.): Eine Stadt in Bewegung. Materialien zu den Zürcher Unruhen. Sozialdemokratische Partei der Stadt Zürich, Zürich 1980, ISBN 3-7259-0001-9.

Literatur

Einzelnachweise

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