Maximilianhof
Bauwerk in Wien
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Der Maximilianhof ist ein Zinshaus in der Währinger Straße 6–8 im 9. Bezirk der österreichischen Hauptstadt Wien. Er wurde in den Jahren 1887/1888 von dem Architekten Emil Förster im Stil des Neobarock erbaut.

Beschreibung

In einer zeitgenössischen Beschreibung des Architekten Emil Förster heißt es:
„Nachdem die Marine-Sektion des k. und k. Kriegs-Ministeriums in ihren früheren etwas beengten Kanzleiräumen in der Doblhofgasse nach Ablauf des bestandenen Miethvertrages nicht länger zu bleiben beabsichtigte, musste die Gelegenheit gesucht werden, diese Abtheilung des Kriegs-Ministeriums an einem möglichst günstig gelegenen Platze unterzubringen. Es bot sich hiezu eine besonders erwünschte Gelegenheit. Die Besitzer des noch freien Stadterweiterungs-Bauplatzes an der Währingerstrasse, gegen den Maximilianplatz zu gelegen, die Herren A. und H. Elias, erboten sich nämlich, auf diesem Platze ein Gebäude aufzuführen, in welchem die Bureaux der k. und k. Marine-Sektion ihre Unterkunft finden könnten und wurde dieses Offert auch angenommen.
Die Bauherren ertheilten nun dem Architekten Emil Ritter von Förster den Auftrag, für die Verbauung des Platzes einen Plan zu entwerfen und im Einvernehmen mit der Marine-Sektion denselben derart zu gestalten, dass das Gebäude vorläufig, und zwar auf zwanzig Jahre hinaus von der Marine-Sektion soll benützt werden können, und dass eventuell nach Ablauf dieser Miethzeit das Gebäude auch einem anderen Zwecke dienen könne, wobei an die Verwendung als ein Hôtel gedacht wurde, oder etwa an ein besseres Wohnhaus. Da die zu verbauende Area eine weit grössere war, als sie den Bedürfnissen der Marine-Sektion entsprach, so wurde der von der Marine-Sektion nicht benöthigte Theil für Privatwohnungen ausgenützt.
Bei dem sehr hohen Preise des Grundstücks musste vor Allem auf einem möglichst grosse Ausnützung des Raumes Rücksicht genommen werden und erscheint deshalb das Parterrelokale gegen die sehr belebte Währingerstrasse für Verkaufsgewölbe bestimmt. Der übrige Theil des Hoch- und Tiefparterres ist grösstentheils der Marine-Sektion zugetheilt und zwar derart, dass die Abtheilungen, welche mit dem Publikum zu verkehren haben, leicht und direkt zugänglich sind.
Die Marine-Sektion theilt ihre Aemter in acht Abtheilungen und sind diese immer gruppenweise und zwar durch alle Stockwerke vertheilt. Es ergab sich auch daraus, und weil das Gebäude nicht strikte in zwei Theile, in einen für die Marine-Sektion und einen für Privatwohnungen, getheilt werden konnte, der Umstand, dass die Räume für die Marine-Sektion in den verschiedenen Stockwerken verschiedene Ausdehnung und Lage haben. Der Verkehr der Aemter untereinander ist in einfacher Weise leicht hergestellt und wird durch die Haupttreppe vermittelt. Die eigentlichen Repräsentationsräume beschränken sich auf die Wohn- und Bureauxräume der beiden obersten Chefs, des Herrn Kommandanten und des Herrn Vize-Kommandanten, welche einerseits für ihre Wohnungen eine Separatstiege erhielten, welche aber anderseits für den Bureauverkehr die Haupttreppe mitbenützen. – Es liegt in der Natur des Dienstes, dass die Marine-Sektion einen grösseren Verkehr mit Publikum nicht hat, dass die Thätigkeit eine mehr interne ist und hauptsächlich auf schriftlichem Wege durchgeführt wird, es wurde daher auf eine besondere innere Kommunikation, wie sie unschwer aufzufinden gewesen wäre, und ebenso auf eine reichere Ausstattung verzichtet. Der Schwerpunkt des ganzen Bauplanes liegt daher in der klaren Eintheilung und in der Möglichkeit, das Gebäude auch anderen Zwecken widmen zu können. Für die äussere Gruppirung des Hauses war schon durch die Stadterweiterungs-Kommission, welche den Platz an die Herren A. und H. Elias verkaufte, eine Norm gegeben, da dieses Gebäude über die breite, zur Rudolfskaserne hinabführende Querstrasse hinweg einem ähnlichen, dem sogenannten Maria Theresien-Hofe gegenüber zu stehen kam. Diese beiden Häuser sollten ein Pendant bilden und besagten Strassenzug gegen den Maximilianplatz flankiren, sie mussten in ihrer Silhuette daher ähnlich werden. – Da nun aber im Vergleiche zu dem Maria Theresien-Hofe von vornherein eine leichtere und gezieltere Detaillirung gewünscht worden war, so musste konsequenterweise dieses Prinzip auch bis auf die Konfiguration der Kuppel ausgedehnt werden, die somit nicht in der strengen Form jener des Maria Theresien-Hofes geblieben ist.
Die Bauart des Hauses unterscheidet sich insoferne von ähnlichen, als es in allen seinen Stockwerken mit flachen Gewölben zwischen Traversen eingewölbt wurde, was den besonderen Zweck erfüllt, dass je nach Bedürfniss Mauern aufgeführt und eventuell weggenommen werden können; im vorliegenden Falle, abgesehen von der eventuellen späteren Bestimmung zu einem Hôtel, schon deshalb nothwendig, weil die k. und k. Marine-Sektion während der Miethsdauer leicht und wiederholt in die Lage kommen kann, mit ihren Bureaux Veränderungen vornehmen zu müssen.
Die ausführenden Baumeister sind die Herren Dehm & Olbricht und kostet der Bau des Hauses 360.000 fl. Er wurde im Frühjahre 1887 begonnen und im Mai 1888 seinem Zwecke übergeben.“[1]
Geschichte
Das nach Erzherzog Maximilian benannte Gebäude war bis 1908 Sitz der Marinesektion des k. u. k. Reichskriegsministeriums.
Nach 1950 wurden die Kuppeln abgerissen, die Figuren entfernt und das Dachgeschoß umgebaut, sodass der Maximilianhof seinen ursprünglichen Zustand verlor.
Literatur
- Felix Czeike (Hrsg.): Maximilianhof. In: Historisches Lexikon Wien. Band 4, Kremayr & Scheriau, Wien 1995, ISBN 3-218-00546-9, S. 215 (Digitalisat).
- Dieter Klein, Martin Kupf, Robert Schediwy: Stadtbildverluste Wien. Ein Rückblick auf fünf Jahrzehnte. LIT, Wien 2005, ISBN 3-8258-7754-X.
- August Köstlin (Hrsg.): Allgemeine Bauzeitung. Jahrgang 55. Waldheim, Wien 1890.
Weblinks
- Maximilianhof im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien