Mazlum Nergiz

kurdischer Schriftsteller, Hörspielautor und Dramaturg From Wikipedia, the free encyclopedia

Mazlum Nergiz (geb. 1991 in Diyarbakır, Türkei) ist ein deutscher Dramaturg und Autor mit kurdischen[1] Wurzeln.

Leben

Nergiz studierte Kulturanthropologie, Komparatistik und Medienkunst in Berlin und Weimar, bevor er im Jahr 2021 seinen Masterstudiengang an der Amsterdamse Hogeschool voor de Kunsten abschloss.[2][3] Seine Abschlussinszenierung, DRIFT, wurde zum Festival Pop-Kultur in Berlin eingeladen.[2] Als Dramaturg wirkte Nergiz am Maxim Gorki Theater, am Schauspiel Hannover (Spielzeit 2019/20 bis 2022/23) und am Theater Rotterdam.[2] Seit der Spielzeit 2023/24 ist er Mitglied der Leitungsgruppe am Schauspielhaus Wien.[4]

Gemeinsam mit Florian Borchmeyer ist er designierter Leiter des Hannoveraner Festivals Theaterformen von 2027 bis 2030.[5]

Wirken

Mazlum Nergiz ist für seine intensive und recherchebasierte Arbeitsweise bekannt, die ihn mit namhaften Regisseuren und Autoren wie Sivan Ben Yishai, Marie Bues und Suna Gürler zusammenbrachte.[2] Seine Stücke, insbesondere 1000 Eyes und COMA, welches 2022 das Hans-Gratzer-Stipendium gewann und am Schauspielhaus Wien uraufgeführt wurde, sind von komplexen und multikulturellen Themen geprägt.[2][4] 1000 Eyes erzählt die Geschichte einer kurdisch-französischen Familie und verknüpft dabei traditionelle Theaterelemente mit überraschenden Wendungen, wie dem Einsatz von Disney-Figuren.[6] Das Stück vereint zeitgenössische Gesellschaftsthemen mit sowohl kritischen als auch unterhaltsamen Elementen.[6] Projekte wie QUEERIOUS — DIE GEBURT DES VULKANS und STÖREN spannen ein breites Spektrum an Themen auf.[7]

Seine Arbeit geht über das Theater hinaus und umfasst auch Prosa, Essays und Drehbücher, wie für den Kurzfilm Ce qui doit arriver, arrivera.[4] Mit dem Buch KOMA, das auf seinem gleichnamigen Theaterstück basiert, veröffentlichte er eine Graphic Novel.[2][4]

Hörspiele (Auswahl)

Auszeichnungen

  • Arbeitsstipendium Literatur des Landes Niedersachsen
  • Aufenthaltsstipendium des Berliner Senats
  • Hans-Gratzer-Stipendium

Veröffentlichungen (Auswahl)

Einzelnachweise

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