Meherun Nesa

bengalische Dichterin und Kulturschaffende From Wikipedia, the free encyclopedia

Meherun Nesa (bengalisch মেহেরুন নেসা; * 20. August 1942 in Khidirpur im heutigen Westbengalen; † 27. März 1971 in Mirpur, Dhaka) war eine bengalische Dichterin und Kulturschaffende, die in Bangladesch als erste im Unabhängigkeitskrieg getötete Dichterin erinnert wird.[1][2][3]

Leben

Sie wurde als Tochter von Abdur Razzak und Nurun Nesa in Khidirpur bei Kalkutta, dem heutigen Kolkata, geboren und wuchs mit einer älteren Schwester sowie zwei jüngeren Brüdern auf.[1][4][5] Nach den Unruhen im Zuge der Teilung Indiens kam ihre Familie als Flüchtlingsfamilie nach Dhaka, lebte zunächst in Alt-Dhaka und ließ sich später in Mirpur nieder.[1][4][3] Da sie keine reguläre Schulbildung erhielt, bildete sie sich weitgehend selbst und übernahm früh Verantwortung für ihre Familie; so arbeitete sie im Umfeld der Bangla Academy und der USIS-Bibliothek.[3][2][1] Im Jahr 1969 gehörte sie in Mirpur dem Aktionskomitee an, und am 23. März 1971 hisste sie mit ihren Brüdern die Flagge Bangladeschs auf ihrem Haus.[2][4][5] Am 27. März 1971 wurde sie in ihrem Haus in Mirpur zusammen mit ihrer Mutter und ihren beiden Brüdern ermordet.[6][7][8] Der Politiker Abdul Quader Molla, der für die Tat verantwortlich gemacht wurde, wurde Jahrzehnte später, im Jahr 2013, hingerichtet.[6]

Wirken

Nesa begann bereits im Kindesalter mit dem Schreiben, und ein großer Teil ihrer zwischen 1954 und 1971 entstandenen Texte erschien in der Wochenzeitschrift Begum sowie in weiteren bengalischen Zeitungen und Zeitschriften.[9][1][5] Ihre Lyrik enthielt zunächst persönliche und religiöse Töne sowie romantische und wirklichkeitsnahe Elementen, entwickelte sich aber unter dem Eindruck der Sprachbewegung und der politischen Krisen der späten 1960er-Jahre zu einer oppositionellen, nationalbewussten Dichtung.[3][4][1] Mit dem Gedicht Rajbondi, das Parolen zugunsten der bengalischen Sprache als Staatssprache aufnahm, geriet sie bald in den Blick der Behörden, und auch spätere Texte griffen offen auf Rabindranath Tagore, Kazi Nazrul Islam und die Freiheitsbewegung zurück.[3][1][5] Ihr letztes bekanntes Gedicht, Jonota Jegeche, erschien am 23. März 1971 in Begum; am selben Tag nahm sie an einem revolutionären Lyrikprogramm auf dem Gelände der Bangla Academy teil.[2][4][5] Ihr Werk und ihr Leben wurden später im Dokumentarfilm Meherunnesa aufgegriffen, der 2017 öffentlich vorgestellt wurde.[10][9]

Einzelnachweise

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