Mehler Sandstein
im 19. Jahrhundert bei Mehle (Elze, Niedersachsen) für Bauwerke gewonnener Sandstein
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Mehler Sandstein bezeichnet den „im Mehler Berge“[1] zwischen Mehle bei Elze und Eldagsen in dem zum Hannoverschen Bergland zählenden Osterwald[2] abgebauten Sandstein. Dieser wurde schon Mitte des 19. Jahrhunderts im Zuge der Industrialisierung des Königreichs Hannover insbesondere als Baustoff für die Hannoversche Südbahn im damaligen Amt Gronau-Poppenburg gewonnen. 1851 wurden hierfür fünf Steinbrüche von folgenden Eigentümern betrieben:
- Steinhauermeister Pohle aus Gestorf;
- Förster Fleck und Steinhauermeister Flessel aus Mehle;
- Kaufmann Reilson mit Sitz in Elze sowie
- zwei Steinbrüche im gemeinschaftlichen Besitz des Kaufmannes Reilson mit dem in Hildesheim tätigen Maurermeister Frankenberg.[3]
Der Mehler Sandstein bedeckte – abhängig von den Verwerfungen – unter anderem eine Steinkohlenschicht, gefolgt von einer Schicht aus Ton, die wiederum die Deckschicht aus Serpulitenkalk und schließlich jenen Kalkstein mit Oolithstruktur bedeckte, der „in unerschöpflicher Menge“ im Mehler Berge leicht abbaubar war und in den 1860er Jahren ebenfalls von Reilson für die Bauwirtschaft geliefert wurde. Von diesen fünf Steinbrüchen[1] wird bis in die Gegenwart der Steinbruch am Hainholz betrieben, durch den vor allem das Material eines im Oberjura entstandenen Korallenriffs durch die in Rinteln ansässige Firma Rohstoffbetriebe Eldagsen abgebaut wird.[2]
Bekannte Werke aus Mehler Sandstein (Auswahl)

- 1871–1873; der nach Plänen der Architekten Wilhelm Lüer und Conrad Wilhelm Hase errichtete evangelisch-lutherische Kirchenbau in Astfeld bei Goslar[4]
- 1874 wurden im Zuge des Straßenbaus rund um das Militär-Reit-Institut in Hannover zahlreiche Straßen mit Mehler Sandstein gepflastert.[5]
- Postament des 1879 ursprünglich als Brunnen errichteten Bödeker-Denkmals in Hannover[6]