Mehlis (Fläming)
mittelalterliche Wüstung in Brandenburg
From Wikipedia, the free encyclopedia
Mehlis ist eine mittelalterliche Wüstung im Gebiet der heutigen Stadt Dahme/Mark im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg. Die aufgegebene Siedlung lag nordwestlich von Wahlsdorf und ist heute nur noch als historische Flurbezeichnung überliefert. Die Dorfstelle wurde im Mittelalter verlassen und blieb später unbesiedelt. Seit dem 18. Jahrhundert gehört das Gebiet zur Kolonie Charlottenfelde.[1]
Lage
Die Wüstung Mehlis befand sich nordwestlich von Wahlsdorf. Die genaue Lage des mittelalterlichen Dorfes ist unbekannt; überliefert ist lediglich die spätere Nutzung der zugehörigen Feldmark.[1]
Geschichte und Etymologie
Die Wüstung erscheint in den Quellen seit dem 14. Jahrhundert in verschiedenen Schreibweisen: Die erste urkundliche Überlieferung stammt aus den Jahren 1372/1376 durch eine Person Jo melys in Jüterbog. Die Schreibweise wechselte zu die Melißmarcke im Jahr 1494 zu die wuste dorfstad melispfulh im Jahr 1497 und die Melingsmarcke im Jahr 1532 sowie die wuste dorffstadt Melispfhuel im Jahr 1537. Die Bezeichnung Mehlismark erschien 1756, während die Feldmark in den Schulenburgschen Karten in den Jahren 1778/1786 als Mehls bezeichnet wurde. Die wechselnden Formen bezeichnen teils die Dorfstelle, teils die zugehörige Feldmark. Der Ursprung des Namens ist Slawisch, eine genauere Deutung jedoch wegen fehlender früherer Belege nicht möglich.[2]
Die grundherrlichen Rechte über die Wüstung lagen zunächst von vor 1494 bis 1584 vollständig bei der Familie von Schlieben, die sowohl die Ober- als auch die Untergerichtsbarkeit ausübte. Ab 1584 wurde die Herrschaft geteilt: Die Hälfte der Wüstung gelangte an die Familie von Hacke, während die andere Hälfte weiterhin von Schlieben gehalten wurde. Diese Teilung bestand bis 1597, als beide Anteile wiedervereinigt wurden. In der Folgezeit wechselten die Besitzer mehrfach: Von 1597 bis 1648 lag die Herrschaft erneut bei der Familie von Hacke, anschließend bis 1675 bei der Familie von Rochow. Ab 1675 bis 1872 gehörte die gesamte Wüstung mit allen Rechten zum Gut Wahlsdorf.
Bereits bei ihrer Ersterwähnung im Jahr 1494 war die Siedlung wüst gefallen und wurde von Wahlsdorf aus genutzt. Im Jahr 1756 wurde ein Teil der Wüstung von den Gutsbesitzern in Wahlsdorf im sechsjährigen Wechsel als Heuerland bewirtschaftet. Eine grundlegende Veränderung erfuhr das Gebiet 1782, als auf der Feldmark der Wüstung die Kolonie Charlottenfelde gegründet wurde, die fortan die Nutzung und Besiedlung des Areals prägte.
Literatur
- Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 348.