Meik Thöne
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Meik Thöne (* 1984) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler und Professor für Bürgerliches Recht und Zivilprozessrecht einschließlich der europäischen Bezüge an der Universität Potsdam.
Leben
Nach Abitur und Zivildienst studierte er - gefördert durch die Friedrich-Ebert-Stiftung - von 2004 bis 2009 Rechtswissenschaften an der Georg-August-Universität Göttingen und der University of Nottingham. Es folgt eine Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Lehrstuhl von Joachim Münch (Bürgerliches Recht, Handelsrecht, deutsches und ausländisches Zivilprozessrecht) von 2010 bis 2012 und ein Master- bzw. Postgraduiertenstudium an der University of Oxford, das er 2013 mit dem Erwerb des Magister Juris (M.Jur.) abschloss. Kurz vor und nach dem Studium in England arbeitete er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in den Kanzleien Hengeler Mueller (Standort: Frankfurt a. M.; Praxisgruppe: Litigation & Arbitration) und Milbank, Tweed, Hadley & McCloy LLP (Standort: Frankfurt a. M.; Praxisgruppe: Mergers & Acquisitions).[1]
Das Rechtsreferendariat absolvierte er von 2013 bis 2016 im OLG-Bezirk Braunschweig (u. a. mit einer Station am Bundesverfassungsgericht - Erster Senat) und schloss 2015 das Promotionsverfahren in Göttingen ab („Die Abschaffung des Exequaturverfahrens und die EuGVVO - Bestandsaufnahme, Bewertung, Ausblick“, Mohr Siebeck, Veröffentlichungen zum Verfahrensrecht, Bd. 130 - ausgezeichnet mit dem Fakultätspreis für die beste Dissertation). Anschließend kehrte als Habilitand und Akademischer Rat a. Z. an den Lehrstuhl von Joachim Münch zurück, ehe er im Jahr 2018 zum Juniorprofessor für Bürgerliches Recht und Zivilprozessrecht einschließlich der europäischen Bezüge (Tenure Track) an der Universität Potsdam berufen wurde. Es folgten 2021 die Feststellung der Bewährung als Hochschullehrer im Rahmen der Juniorprofessur und 2024 die Habilitation an der Georg-August-Universität Göttingen mit der prozessualen Arbeit „Grenzen verfahrensrechtlicher Gestaltung - Privatautonomie, Rechtsstaatlichkeit, Verfahrenseffizienz“ (Venia Legendi: Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht, Internationales Privat- und Prozessrecht, Rechtsvergleichung und Recht der Digitalisierung). Seit 2024 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches und Zivilprozessrecht einschließlich der europäischen Bezüge in Potsdam.[1]
Funktionen
Thöne ist Gründungs- und Vorstandsmitglied der Vereinigung für Zivilprozessrecht, die sich als Forum aller Prozessrechtsinteressierten versteht und sich zum Ziel gesetzt hat, den Wissenstransfer zwischen ihnen zu fördern. Auf diese Weise soll die häufig bestehende Abschottung der einzelnen Professionen aufgebrochen und eine Möglichkeit geschaffen werden, praktische Bedürfnisse in die Wissenschaft und akademische Expertise in den Prozessalltag zu tragen.
Darüber hinaus ist er Mitglied des Beirats der Juristischen Schulung (JuS) und der Zeitschrift für Product Compliance (ZfPC).[2]
Forschungsschwerpunkte
Der Denomination seines Lehrstuhls entsprechend forscht Thöne gleichermaßen im Bürgerlichen Recht wie im Zivilverfahrensrecht. Dabei befasst er sich insbesondere mit Fragen des Haftungsrechts und des Sachenrechts, des (nationalen wie internationalen) Zivilprozessrechts und vor allem des Schiedsverfahrensrechts sowie ganz allgemein der Digitalisierung des Rechts.[3]
Schriften (Auswahl)
- Die Abschaffung des Exequaturverfahrens und die EuGVVO. Bestandsaufnahme, Bewertung, Ausblick. (= Veröffentlichungen zum Verfahrensrecht, Bd. 130), Mohr Siebeck, Tübingen 2016, ISBN 978-3-16-154782-9
- Autonome Systeme und deliktische Haftung – Verschulden als Instrument adäquater Haftungsallokation? (= Schriften zum Recht der Digitalisierung, Bd. 1), Mohr Siebeck, Tübingen 2020, ISBN 978-3-16-159492-2
- 20 Probleme aus dem Sachenrecht: ohne Eigentümer-Besitzer-Verhältnis. Verlag Franz Vahlen, München 2024, ISBN 978-3-8006-7405-3
- Grenzen verfahrensrechtlicher Gestaltung – Privatautonomie, Rechtsstaatlichkeit, Verfahrenseffizienz. (= Jus Privatum, Bd. 281), Mohr Siebeck, Tübingen 2025, ISBN 978-3-16-164375-0