Meinrad Meichelbeck

deutscher Benediktiner und Prior From Wikipedia, the free encyclopedia

Meinrad Meichelbeck OSB (* 1711 auf Insel Reichenau; † 3. März 1792 im Kloster Benediktbeuern) war von 1752 bis 1757 letzter Prior des Hochfürstlichen Reichsstifts Reichenau als Nachfolger von Maurus Hummel.

Leben

Er war der älteste Sohn eines Landwirts in unmittelbarer Klosternähe und hatte neun Geschwister. Ein jüngerer Bruder war der Musiker Franz Anton Maichelbeck. Seine Schulbildung erhielt er im Kloster Reichenau, und nach seiner Profess studierte er hier wohl auch die klosterüblichen Fächer.

Meinrad Meichelbeck hatte nach dem Tod seines Vorgängers ebenfalls mit dem Bistum Konstanz und dem Fürstbischof Franz Konrad Kasimir Ignaz von Rodt zu kämpfen. Dieser hatte zunächst den ihm ergebenen Placidus Harmieter zum Prior ernannt, dies lehnte er und der Konvent strikt ab. Nach 1754 verzichtete Harmieter offenbar freiwillig bzw. verstarb nach dieser Zeit. Am 30. März 1757 ließ der Bischof das Kloster aufgrund Breve von Papst Benedikt XIV. vom 16. Februar 1757 räumen. Die Mönche wurden beim Mittagsmahl von dem Generalvikar Franz Joseph Freiherr von Deuring und Fürstischöflich-konstanzischem Militär überrascht und in verschiedene umliegende Benediktinerklöster zwangsversetzt. Er selbst war zuvor bereits geflohen.

Bekannt wurde später seine Klageschrift an Friedrich den Großen: Clamor Filiorum Israel venit ad me […] das ist: Thränende Seufzer derer, über ihre ungerechteste Unterdrückung, aus ihrem Elend gen Himmel zu Gott, rufenden Armen, Prioris und Convents zu Reichenau, und ihres bevollmächtigten Sachwalters, des P. Meinradi Meichelbeck, worinnen die verbothene Griffe entdecket [werden].

Im Jahr 1777, nach zahlreichen Beschwerdebriefen, schien die Sache Erfolg zu haben, doch der Nachfolger des Fürstbischofs, ein Bruder desselben, Maximilian von Rodt war nicht untätig geblieben, er verfolgte ihn polizeilich und per Haftbefehl. Kontakt in die Heimat hielt Meichelbeck mit dem Kloster Petershausen, indem er seine Briefe chiffrierte.

Nach 36 Jahren in verschiedenen Klöstern im Exil verstarb er im Kloster Benediktbeuern und wurde dort in der Josefskapelle bestattet.[1]

Literatur

Einzelnachweise

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