Meißelzahn-Kängururatte
Art der Gattung Kängururatten (Dipodomys)
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Die Meißelzahn-Kängururatte (Dipodomys microps) ist ein hauptsächlich im Großen Becken in den westlichen Vereinigten Staaten verbreitetes Nagetier in der Gattung der Kängururatten. Das Typusexemplar stammt aus dem Owens Valley in Kalifornien.[1]
| Meißelzahn-Kängururatte | ||||||||||||
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Meißelzahn-Kängururatte (Dipodomys microps) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Dipodomys microps | ||||||||||||
| (Merriam, 1904) |
Unterarten und Verbreitung
Es werden 13 Unterarten unterschieden[2]:
- D. m. microps, im Owens Valley und in westlichen Bereichen der Mojave-Wüste.
- D. m. alfredi, auf der Île Gunnison im Großen Salzsee in Utah.
- D. m. aquilonius, in tiefen Bereichen der Großes-Becken-Wüste in Kalifornien und im westlichen Nevada.
- D. m. bonneuvillei, im Gebiet, das im Pleistozän vom Lake Bonneville eingenommen wurde.
- D. m. celsus, im Tal des Virgin River in Utah, Arizona und Nevada.
- D. m. centralis, in zentralen Bereichen der Großes-Becken-Wüste.
- D. m. idahoensis, im Tal des Snake River im südwestlichen Idaho.
- D. m. leucotis, zwischen dem Vermilion Cliffs National Monument und dem Marble Canyon am Ufer des Colorado in Arizona.
- D. m. levipes, im Panamint Valley in Kalifornien.
- D. m. occidentalis, im Westen der Großes-Becken-Wüste und in angrenzenden Bereichen der Mojave-Wüste.
- D. m. preblei, in den nördlichen Bereichen der Großes-Becken-Wüste in Nevada und Oregon.
- D. m. russeolus, auf der Île Dolphin im Großen Salzsee.
- D. m. subtenuis, auf südwestlichen Inseln im Großen Salzsee und auf dem angrenzenden Festland.
Merkmale
Diese mittelgroße Kängururatte wird ohne Schwanz 110 bis 120 mm lang, die Schwanzlänge beträgt 135 bis 175 mm und das Gewicht liegt bei 40 bis 70 g. Es sind etwa 42 mm lange Hinterfüße und um 13 mm lange Ohren vorhanden. Gewöhnlich werden Männchen etwas größer als Weibchen. Namensgebendes Merkmal sind die abgeflachten meißelförmigen unteren Schneidezähne. Das recht dunkle braune Fell der Oberseite trägt rotgussfarbene Schattierungen. Der Schwanz ist in eine dunkle Oberseite und eine helle Unterseite aufgeteilt. Zusätzlich hat er dunkle Längsstreifen und einen Kamm sowie eine Quaste aus schwarzbraunen Haaren. Von den fünf Zehen des Hinterfußes liegt eine unscheinbar an der Seite, die mehr durch ihre deutliche Kralle auffällt. Der diploide Chromosomensatz besteht aus 60 Chromosomen (2n=60). Bei den größeren Arten Pazifik-Kängururatte und Panamint-Kängururatte sind die unteren Schneidezähne eher wie eine Ahle geformt. Die Ord-Kängururatte weicht auch in den Schneidezähnen ab und hat eine breitere Schnauze.[2]
Die Beine erreichen fast die doppelte Armlänge und die Füße entsprechen etwa den Oberschenkelknochen in der Länge. Ein Bereich des Magens (Fundus ventriculi) enthält viele Drüsen, deren Sekret bei der Verdauung hilft. Bei dieser Kängururatte hat der Dünndarm fast die doppelte Länge des Dickdarms. Mit durchschnittlich 4 cm³ Fassungsvermögen übertrifft jede einzelne Backentasche die entsprechenden Organe anderer Gattungsmitglieder der Region. Die vier paarig angeordneten Zitzen der Weibchen liegen im Leistenbereich.[3]
Lebensweise
Diese Kängururatte lebt in Wüsten und Halbwüsten, in denen die Melde Atriplex confertifolia häufig auftritt. Im Süden ist sie oft in Regionen mit dem Busch Coleogyne ramosissima zu finden. Andere bewohnte Buschflächen enthalten andere Sträucher dieser Gattung oder Arten der Gattung Grayia. Selten kommen auch der Kreosotbusch, das Trespengras Bromus rubens, der rosenartige Strauch Cercocarpus ledifolius, Wüsten-Beifuß und Pflanzen der Gattungen Quecken sowie Wacholder vor. Verglichen mit der Ord-Kängururatte bevorzugt das Tier mehr kieshaltige Böden. In Bergen über 1200 Meter mit einer Decke aus flachen Sträuchern wird die Art von Merriams Kängururatte abgelöst. Unabhängig davon wurde eine Population am Inyo National Forest auf 3200 Meter Höhe registriert. Merriams Kängururatte, die Nördliche Grashüpfermaus und die Langschwanz-Taschenmaus (Chaetodipus formosus) versuchten, Vorräte am Bau der Meißelzahn-Kängururatte zu entwenden.[4][2]
Das nachtaktive Nagetier ist insgesamt zwei Stunden in der Nacht außerhalb des Baues aktiv. Es kann eine Geschwindigkeit von 21 km/h erreichen und klettert etwa 10 bis 15 Minuten pro Nacht in Sträuchern, wo Blätter geerntet werden. Wenn notwendig kann die Meißelzahn-Kängururatte schwimmen. Das Revier ist ungefähr kreisrund um den Bau und bis 22 Hektar groß. Die Art hält keinen Winterschlaf, bleibt jedoch während kalter Zeiten im Bau. Dieser liegt 20 bis 40 cm unter der Oberfläche und hat 2 bis 3 Ausgänge sowie bis zu 18 Tunnel. Er enthält mehrere Wohn- und Vorratskammern für die Blätter und Körner. Die Häufigkeit dieses Tieres variiert je nach Region. Im Westen von Utah zählten 22 bis 81 Prozent der nachtaktiven kleinen Säugetierexemplare zu dieser Art. In Nevada liegt die Anzahl der Exemplare pro Hektar bei bis zu sieben.[2] Das ausgeworfene Material lässt am Ausgang einen Hügel entstehen, der etwa 30 cm hoch ist und einen Durchmesser von zwei bis vier Metern hat. Im Winter kann die Temperatur im Bau auf 5 °C fallen, während sie im Sommer auf 26 °C steigen kann.[3]
Im Gegensatz zu anderen Kängururatten bevorzugt das Tier Blätter als Nahrung, die mit Pflanzensamen, Pilzsporen und Insekten komplettiert werden. Die Blätter stammen von Grayia spinosa, von Klee und Sträuchern der Gattungen Sarcobatus sowie Kressen. In Gefangenschaft gehaltene Exemplare konnten keine getrockneten Körner ohne Beigabe von Wasser und grünen Pflanzenteilen fressen. Die äußere salzreiche Schicht der Blätter wird mit den meißelförmigen Zähnen abgeschabt. Um 90 Prozent der gefressenen Blätter zu verwerten, ist diese Kängururatte koprophag. Das Tier frisst zu Beginn an den unteren Teilen des Busches und arbeitet sich dann aufwärts. Die geschredderten Blätter werden in den Backentaschen zum Bau transportiert.[2]
Die Fortpflanzung findet nur in Jahren mit ausreichend Nahrung statt. Die Paarung erfolgt im Februar oder März mit 2 bis 3 Neugeborenen pro Wurf einen Monat später. Normalerweise haben Weibchen jährlich einen Wurf. Bei sehr guten Bedingungen kann es mehrere Würfe im Jahr geben.[2] Im Süden von Kalifornien werden Jungtiere erst nach dem ersten Winter geschlechtsreif. Viele Raubtiere im Großen Becken jagen diese Kängururatte.[4] Nicht paarungsbereite Weibchen sind sehr aggressiv und können Männchen im gleichen Käfig schwer verletzen, falls kein Rückzugsplatz vorhanden ist. Vor der Paarung trommeln die rivalisierenden Männchen mit ihren Füßen auf dem Boden und es kommt zu kurzen Kämpfen. Gegenüber Merriams Kängururatte ist diese Art dominant.[3]
Der Fellwechsel erfolgt im Owens Valley im Juli und August, während er in anderen Regionen schon im Mai beginnt. Für das Tier wurde eine Reihe von Wurmerkrankungen festgestellt. Sprünge mit Hilfe der Hinterfüße sind mit 62 bis 138 cm Länge nicht deutlich länger als vierfüßige Sprünge, die 44 bis 106 cm lang sind.[3]