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Membranoproliferative Glomerulonephritis

Krankheit From Wikipedia, the free encyclopedia

Die membranoproliferative Glomerulonephritis (MPGN, mesangiokapilläre Glomerulonephritis, lobuläre Glomerulonephritis) bezeichnet ein spezifisches histopathologisches Muster einer Schädigung der Nierenkörperchen (Glomeruli).[1] Hauptursache ist häufig eine Dysregulation des Komplementsystems.[2] Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter, beginnend bereits im Kindes- oder Jugendalter, auftreten.[3]

Schnelle Fakten Klassifikation nach ICD-10 ...
Klassifikation nach ICD-10
GB60.1 Membranoproliferative glomerulonephritis
GB60.10 Immunkomplex-vermittelte MPGN
GB60.11 Komplement-vermittelte MPGN (C3-Glomerulopathie)
GB60.1Y Andere spezifische Typen von MPGN
GB60.1Z Unspezifische MPGN
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
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Symptome

Die MPGN zeigt keine spezifischen Symptome, die ausschließlich auf diese Erkrankung hinweisen.[3] Typische Zeichen einer glomerulären Erkrankung sind jedoch:[4]

Je nach Schwere der Erkrankung können ein nephritisches Syndrom (Hämaturie, Bluthochdruck und eingeschränkte Nierenfunktion)[6] oder ein nephrotisches Syndrom (Proteinurie > 3,5 g/d, Ödeme und Fettstoffwechselstörung)[2] auftreten.

Ursachen und Einteilung

Die MPGN wird nach aktueller Klassifikation in drei pathophysiologische Kategorien eingeteilt:[7][4]

Die frühere Einteilung in MPGN Typ I, II und III gilt inzwischen als obsolet.[8][9]

Diagnose

Die definitive Diagnose erfolgt durch die feingewebliche (histologische) Untersuchung einer Nierenbiopsie. Charakteristische histopathologische Befunde im Lichtmikroskop umfassen:[10][4][8]

  • Verdickung der glomerulären Basalmembran durch Immunkomplexablagerungen.
  • Endokapilläre Proliferation in Kombination mit mesangialer Zellproliferation unter Einwanderung von Monozyten.
  • Doppelkonturen („Tram-track“-Zeichen) durch mesangiale Interposition zwischen Basalmembran und Endothel.

Die jährliche Inzidenz beträgt etwa zwei bis drei Fälle pro Million Einwohner (Stand 2020).[4] In den letzten Jahrzehnten war ein Rückgang zu beobachten, insbesondere in Ländern mit verbesserten Präventionsmaßnahmen gegen Infektionskrankheiten.[11][11]

Therapie

Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache und der pathophysiologischen Form:

  • Bei immunkomplexvermittelter MPGN wird eine immunsuppressive Therapie empfohlen (z. B. Mycophenolat-Mofetil in Kombination mit Corticosteroiden), welche zu einer Reduktion der Proteinurie und Remission der Nierenfunktion führen kann.[4][8]
  • Zur Behandlung der C3-Glomerulopathie werden Stand 2025 komplementhemmende Therapieansätze untersucht. Pegcetacoplan, ein C3-Inhibitor, zeigte in einer Phase-II-Studie eine Proteinurie-Reduktion um über 50 %, eine Normalisierung des Serumalbumins und eine Stabilisierung der glomerulären Filtrationsrate (eGFR).[2][12]

Einzelnachweise

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