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Memento (1966)

Film von Karlheinz Mund (1966) From Wikipedia, the free encyclopedia

Memento ist ein Dokumentarkurzfilm von Karlheinz Mund von 1965/1966 über jüdische Friedhöfe in Ost-Berlin.

TitelMemento
ProduktionslandDDR
Erscheinungsjahr1966
Länge16 Minuten
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Film
Titel Memento
Produktionsland DDR
Erscheinungsjahr 1966
Länge 16 Minuten
Produktions­unternehmen DEFA-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme
Stab
Regie Karlheinz Mund
Drehbuch Karlheinz Mundt, Bodo Schulenburg
Kamera Christian Lehmann, Werner Kohlert
Schnitt Inge Dochow
Besetzung
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Inhalt

Der Film streift durch die jüdischen Friedhöfe in Ost-Berlin, vor allem dem großen in Weißensee, aber auch von Adass Jisroel in der Wittlicher Straße, sowie den älteren an der Schönhauser Allee und der Großen Hamburger Straße. Er betrachtet einzelne Gräber von bekannten und unbekannten Verstorbenen, teilweise mit Kommentaren, teilweise nur mit den Geräuschen der Umgebung. Im letzten Teil werden einige Szenen aus einem Gottesdienst in der Synagoge in der Rykestraße gezeigt, zu der der bekannte Kantor Estrongo Nachama extra aus West-Berlin gekommen war, dessen Gesang auch noch in den nachfolgenden Szenen an Gräbern zu hören ist...

Es werden erwähnt Marianne und Hans Joachim, Bernhard Jacobsohn, Alexander Goldmann und Simon Barthold,[1] der Gelehrte Moses Mendelssohn, Hermann Aron, Prof. Dr. Adolf Baginsky, der Komponist Giacomo Meyerbeer, der Schriftsteller Karl Emil Franzos, Wolfgang und Louise Strassmann, Julius Litten, Max Jaffé, Eugen Goldstein, der Maler Lesser Ury, der Verleger Samuel Fischer, der Maler Max Liebermann, Georg und Hedwig Moses, Albert und Olga Freund, Sigmund und Martha Deutsch, David Seegal, Albert und Johanna Kleinberger,[2] Martha Liebermann, sowie die Widerstandskämpfer um Herbert Baum Marianne Baum, Martin Kochmann, Sara Kochmann, Gerd Meyer, Hanni Meyer, Suzanne Wesse, Irene Walther, Heinz Birnbaum, Heinz Rotholz, Hella Hirsch, Alice Hirsch, Edith Fraenkel, Felix Heymann, Dr. Werner Steinbrink, Hilde Jadamowitz, Hans Adler, Siegi Rotholz, Lothar Salinger, Hilde Löwy, Herbert Budzislawsky, Helmut Neumann, Hardel Heymann, Kurt Bernhard und Herbert Meyer.[3] Es wird ein Gedicht von Günter Kunert gelesen.

Entstehung

Der künstlerische Leiter der DEFA-Arbeitsgruppe IV Bodo Schulenburg machte im Sommer 1965 den Vorschlag zu diesem Film, nachdem er die erschütternden Erinnerungen des früheren Weißenseer Rabbiners Martin Riesenburger Und das Licht scheint in der Finsternis gelesen hatte, das als Vorlage dienen sollte.[4] Als Regisseur schlug er den Filmhochschulabsolventen Karlheinz Mund vor, dessen Studentenfilme ihm besonders gut gefallen hatten.

Die Aufnahmen fanden im Herbst 1965 statt. Die Abnahme durch die Künstlerische Arbeitsgruppe IV erfolgte am 3. Dezember 1965, durch die Hauptverwaltung Film beim Kulturministerium am 30. Dezember 1965, mit der Freigabe als Vorfilm für Kinofilme.

Nach dem berüchtigten XI. Plenum des ZK der SED (Kahlschlagplenum) im Dezember, dem zahlreiche DEFA-Filme zum Opfer fielen, wurde auch Memento im Januar 1966 einer neuen Prüfung durch den stellvertretenden Kulturminister Günter Witt unterzogen, zumal er bei den Westdeutschen Kurzfilmtagen in Oberhausen gezeigt werden sollte.[5] Einige Szenen mussten herausgeschnitten werden, so ein verwildertes Grab, eine Friedhofswand, an der Putz herabbröckelte, sowie ein Hakenkreuz in einer Friedhofshalle in Weißensee, während Fotos von Beschmierungen in West-Berlin gezeigt werden durften. Der Kommentar musste verändert werden und die Beteiligten bereits am Beginn des Filmes statt am Ende erwähnt werden.[6]

Aufführungen

Die Uraufführung fand am 14. Februar 1966 bei den Westdeutschen Kurzfilmtagen in Oberhausen statt, die Rezensionen in den westdeutschen Zeitungen waren aber meist negativ, als zu langweilig.[7] In der DDR wurde der Film kaum erwähnt, ab 24. Juni 1966 wurde er als Vorfilm für den DEFA-Spielfilm Lebende Ware in den Kinos gezeigt, dann noch einmal ab 9. September. Danach sind viele Jahre keine weiteren Aufführungen mehr bekannt.

Erst in späteren Jahren erhielt er in der ursprünglichen Fassung eine größere Beachtung. So wurde er 2012 im Berliner Kino Arsenal gezeigt,[8] 2016 bei der Berlinale,[9] 2017 bei einer Werkschau im Berliner Zeughauskino,[10] 2019 beim Filmfestival DocLisboa in Lissabon[11] und 2021 beim Internationalen Dokumentarfilmfestival in Leipzig. Er ist auf einer DVD zum Film Ehe im Schatten sowie auf Babelsberger Freiheiten mit Studentenfilmen der Filmuniversität Babelsberg enthalten.[12]

Ähnliche Dokumentarfilme über jüdische Friedhöfe in Ost-Berlin waren Erinnern heißt leben (1988) von Róża Berger-Fiedler und September, Oktober. Geschichten von J. K. (1989).[13]

Literatur

  • Jeanpaul Goergen: Beschädigungen. In: Leuchtkraft. DEFA-Stiftung, 2018, S. 101–113 (PDF), mit detaillierten Angaben

Einzelnachweise

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