Menowin Fröhlich

deutscher Sänger und Teilnehmer einer Castingshow From Wikipedia, the free encyclopedia

Hasso Menowin Fröhlich (* 4. September 1987 in München) ist ein deutscher Popsänger. Er nahm 2005, 2010 und 2026 an der deutschen Castingshow Deutschland sucht den Superstar (DSDS) teil und gewann diese 2026.[1]

Menowin Fröhlich (2014)

Jugend und Privatleben

Fröhlich wurde 1987 in München geboren[2] und wuchs in der Siedlung am Lerchenauer See auf. Er entstammt einer Sinti-Familie.[3] Seinen zweiten Vornamen „Menowin“ erhielt er in Anlehnung an den Namen des Geigenvirtuosen Yehudi Menuhin.[4] Die Familie litt unter dem gewalttätigen Vater.[5] Aufgrund von längeren Gefängnisaufenthalten seiner damals drogenabhängigen Mutter musste Fröhlich als Kind immer wieder ins Heim.[6]

2019 heiratete Fröhlich seine türkischstämmige Partnerin Şenay Ak, mit der er ab 2011 zusammen war. Mit ihr hat er fünf gemeinsame Kinder, drei Söhne (* 2014, * 2018, * 2021) und zweieiige Zwillingsmädchen (* 2024).[7][8][9] Das Paar trennte sich 2025.[10] Fröhlich lebte mit seiner Familie bis zur Trennung in Modautal bei Darmstadt.[11]

Zwei weitere Töchter und ein Sohn aus einer früheren Beziehung leben bei der Mutter, die eine Cousine von Fröhlich ist.[12][13] Der Rapper Sido ist sein Cousin zweiten Grades.[14]

Karriere

Er gründete Ende der 1990er-Jahre zusammen mit Freunden seine erste Band V9. Nach einigen regionalen Achtungserfolgen folgte der Gewinn eines Talentwettbewerbs, bei dem die Gruppe eine professionelle Plattenaufnahme gewann. 2005 nahm er an der Castingshow Deutschland sucht den Superstar teil. Er setzte sich in den Vorrunden durch und zog in das Finale der letzten 20 Kandidaten ein. Aufgrund seiner Verhaftung musste er die Teilnahme abbrechen.

Im Sommer 2009 trat Fröhlich ein weiteres Mal bei DSDS an, erreichte das Finale und unterlag im April 2010 Mehrzad Marashi, nachdem er in den Wochen zuvor bei den übrigen Wettbewerben der letzten zehn Kandidaten („Mottoshows“) stets die meisten Anruferstimmen erhalten hatte. Unmittelbar vor dem Finale hatte die Bild-Zeitung ihre Leser dazu aufgerufen, für Marashi zu stimmen, und bezeichnete dies als „Kampagne gegen Menowin Fröhlich“.[15]

Im Anschluss an DSDS kündigte der Juror Volker Neumüller an, das Management für beide Finalisten zu übernehmen.[16][17] Fröhlich war zeitweise zusätzlich vertraglich an Richard Lugner gebunden.[18][19] Der Vertrag mit dem Wiener Bauunternehmer beinhaltete Auftritte in Deutschland, Österreich und auf Mallorca.[20][21] Die Auftrittsreihe auf Mallorca wurde nach zwei Konzerten vorzeitig beendet, nachdem Fröhlich vom Publikum ausgebuht worden war.[22] Später endete wegen Streitigkeiten die Zusammenarbeit mit Lugner komplett.[23][24]

Im April 2011 wurde die Single If You Stayed veröffentlicht, die in der ersten Woche Platz 21 der deutschen Charts erreichte. Der Verlag E. Driediger aus Bad Essen veröffentlichte im Mai 2011 eine Biografie Fröhlichs, die den Titel Ich musste verlieren, um zu gewinnen trägt.[25] Im November 2011 veröffentlichte Fröhlich seine zweite Single Waiting for Christmas, die Platz 27 der deutschen Charts erreichte. Sein erstes Welcome-Back-Konzert fand im April 2012 in der Live Music Hall in Köln statt und war mit 1200 Tickets ausverkauft.[26] Im Juni 2012 erschien die Single Round ’n’ Round, gefolgt von seinem ersten Album White Chocolate, das in Deutschland auf Position elf der Charts einstieg und in der zweiten Woche auf Platz 76 fiel. Die zweite Single Bad, die nur als Download veröffentlicht wurde, erreichte die Charts nicht.

Im August 2015 zog er als Kandidat bei Promi Big Brother (3. Staffel) ein.[27] Er verließ das Haus nach 17 Tagen als Zweitplatzierter. Anschließend veröffentlichte er die Single One Step Closer, die den Charteinstieg verfehlte. Im April 2016 nahm er zusammen mit anderen Prominenten an der Sportshow Die große ProSieben-Völkerball-Meisterschaft teil.[28] Gemeinsam mit seiner Partnerin nahm er 2019 an der Reality-Show Das Sommerhaus der Stars – Kampf der Promipaare teil. Im März 2020 nahm Fröhlich als zusätzlicher Promi-Kandidat an der 13. Staffel von Big Brother teil, stieg aber zwei Wochen später wegen der COVID-19-Pandemie freiwillig wieder aus.[29]

2026 nahm Fröhlich erneut an DSDS teil, nachdem er seine Tochter Jiepen zu deren Casting begleitet hat. Im Verlauf des Castings wurde er von der Jury zum Vorsingen aufgefordert und erhielt ein Recall-Ticket.[30] Er gewann schließlich das Finale am 9. Mai 2026 mit seinem Siegertitel Mercy On Me.[1]

Weitere Informationen Top 15/Mottoshow (Datum), Lied ...
Auftritte bei „Deutschland sucht den Superstar“
Top 15/Mottoshow (Datum)LiedOriginalinterpretPlatzierung[31]
Jetzt oder Nie! – Die Top 15-Show (13. Februar 2010)I’ll Be ThereThe Jackson Five22,8 % (2/15)
Erste Mottoshow: Megahits von heute (20. Februar 2010)ChangeDaniel Merriweather37,4 % (1/10)
Zweite Mottoshow: Hymnen der Musik (27. Februar 2010)We Are the WorldUSA for Africa36,2 % (1/9)
Dritte Mottoshow: Happy Holiday Hits (6. März 2010)Maria MariaSantana26,0 % (1/8)
Vierte Mottoshow: Die große 80er-Party (13. März 2010)Billie JeanMichael Jackson42,6 % (1/7)
Fünfte Mottoshow: Deutsch vs. Englisch (20. März 2010)Über sieben Brücken mußt du gehnKarat27,8 % (1/6)
If You Don’t Know Me by NowHarold Melvin and the Blue Notes
Sechste Mottoshow: Partykracher vs. Ballade (27. März 2010)What Is LoveHaddaway27,3 % (1/5)
How Deep Is Your LoveBee Gees
Siebte Mottoshow: Neu vs. Alt (3. April 2010)Ayo TechnologyMilow35,9 % (1/4)
CelebrationKool & The Gang
Halbfinale (11. April 2010)No Matter What (Boygroup-Song)Boyzone38,6 % (1/3)
You Are the Sunshine of My Life (Titelhelden der Kandidaten)Stevie Wonder
I Swear (Nr.-1-Hit)All-4-One
Finale (17. April 2010)That’s What Friends Are For (Herzenssong)Dionne Warwick & Friends43,6 % (2/2)
Billie Jean (Staffelhighlight)Michael Jackson
Don’t Believe1 (Siegertitel)(eigens für DSDS zur Verfügung gestellt)2
1 Dieses Lied wurde ebenfalls von Mehrzad Marashi interpretiert.
2 Der Titel wurde ursprünglich für Daniel Schuhmacher komponiert.[32]
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Strafverfahren

Fröhlich wurde bereits mehrfach wegen verschiedener Vergehen angeklagt.[33] Im Dezember 2005 wurde er wegen gefährlicher Körperverletzung[34] und Betrugs[35] zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt,[36] worüber er in Interviews berichtete.[37] Die offene Bewährung einer Reststrafe von 313 Tagen wurde im Juli 2010 vom Amtsgericht Darmstadt wegen Verstoßes gegen die Bewährungsauflagen widerrufen.[38] Da er die Strafe nicht wie gefordert bis Februar 2011 freiwillig antrat, wurde ein Vollstreckungshaftbefehl erlassen, und er wurde in die Justizvollzugsanstalt verbracht.[39] Im Mai 2011 wurde Fröhlich wegen Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.[40] Ein Antrag auf vorzeitige Entlassung aus der Haft wurde abgewiesen.[41] Im Dezember 2011 wurde er aus der Haft entlassen.[42]

2018 verurteilte das Amtsgericht Heidelberg Fröhlich zu einem Jahr Haft auf Bewährung wegen Fahrens unter Drogeneinfluss.[43] Im Mai 2019 wurde er wegen Fahrens ohne Führerschein und unter Alkoholeinfluss erneut zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt.[44] Das Landgericht Darmstadt verurteilte ihn im März 2022 zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten ohne Bewährung und hob somit das Urteil von 2019 auf.[45] Im März 2024 musste sich Fröhlich vor dem Amtsgericht Bensheim erneut wegen Fahrens ohne Führerschein verantworten und wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Bei dieser Gelegenheit gab er an, dass er wegen hoher Schulden Privatinsolvenz hatte anmelden müssen.[46]

Diskografie

Alben

Weitere Informationen Jahr, Titel Musiklabel ...
Jahr Titel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[47]
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE  AT
2012 White Chocolate
8 Loops Records (8LR)
DE11
(2 Wo.)DE
AT29
(1 Wo.)AT
Erstveröffentlichung: 29. Juni 2012
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Singles

Weitere Informationen Jahr, Titel Album ...
Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[47]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE  AT
2011 If You Stayed
DE21
(6 Wo.)DE
AT24
(2 Wo.)AT
Erstveröffentlichung: 8. April 2011[48]
Waiting for Christmas
DE27
(5 Wo.)DE
AT42
(1 Wo.)AT
Erstveröffentlichung: 18. November 2011[49]
2012 Round ’n’ Round
White Chocolate
DE60
(1 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 15. Juni 2012[50]
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Weitere Singles

  • 2015: One Step Closer
  • 2019: Du bist meine No.1
  • 2020: Immer nur Du (Rmx)
  • 2020: Frei
  • 2026: Mercy On Me

Literatur

  • Helmut Werner, Gerd Graf Bernadotte: Alles außer Fröhlich – 101 Horrortage voller Gewalt, Sex und Größenwahn. Gryphon-Verlag, 2010, ISBN 978-3-937800-23-3.
  • Menowin Fröhlich, Enno Faber: Ich musste verlieren, um zu gewinnen. Driediger, Bad Essen 2011, ISBN 978-3-932130-26-7.

Einzelnachweise

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