Meraud Guinness

britische Malerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Meraud Guinness auch bekannt unter dem Namen Meraud Guevara (geboren 24. Juni 1904 in London; gestorben 6. Mai 1993 in Paris) war eine britische Malerin, die surrealistische und magisch-realistische Porträts, Landschaften, Collagen, Stillleben und abstrakte Kompositionen auf Gips erschuf. Sie war zudem Schriftstellerin und Poetin. Sie lebte lange in Frankreich.[1]

Leben und Werk

Meraud Guinness war Tochter von Benjamin Seymour Guinness (1868–1947) und der Künstlerin Bridget Bulkeley. Sie hatte zwei jüngere Geschwister, Tanis und Loel Guinness. Guinness studierte von 1923 bis 1924 an der Slade School of Fine Art in London bei Henry Tonks und 1926 in New York bei Alexander Archipenko. Sie schrieb monatlich Artikel für die Vogue, in denen sie den Lifestyle der Amerikaner und der Engländer verglich.[2]

Francis Picabia, der in Mougins in der Nachbarschaft des Sommerhauses ihrer Familie wohnte, unterrichtete Meraud Guinness, die durch ihn Fernand Léger, Pablo Picasso, Marcel Duchamp und Isadora Duncan kennenlernte. Künstlerisch beeinflusst wurde sie vorwiegend durch Picasso, Picabia, Alberto Giacometti und Pierre Tal-Coat. Guinness zog nach Paris und besuchte die Académie Julian sowie die Académie de la Grande Chaumière. Unter dem Namen Meraud Michaël Guinness fand 1928 ihre erste bedeutende Einzelausstellung in der Galerie Van Leer in Paris statt. Der überwiegende Teil der dort ausgestellten Arbeiten wurden in vielen übereinandergelegten, transparent durchscheinenden Lagen gemalt und gleichzeitig grenzen sich durch Linien Figuren ab. Eine wichtige Arbeit ist das Portrait of Lorenzo Picabia (1928). Nicht nur sein Sohn, sondern auch Picabia und seine Partnerin Germaine Everling wurden von ihr porträtiert.[3]

Sie lernte den Maler Christopher Wood kennen. 1929 heiratete Meraud Guinness den Künstler Álvaro Guevara, mit dem sie 1931 eine Tochter bekam. In den 1930er Jahren war sie mit Gertrude Stein befreundet. Guinness stellte 1939 in der Valentine Gallery in New York aus. Der Kunstkritiker Waldemar George kommentierte die ausgestellten Arbeiten als „Rückkehr zu den Ursprüngen der Kunst“. Die Malerei Seated Woman with Small Dog von 1939 befindet sich im Besitz der Tate Gallery.[4] 1943 war Meraud Guinness Teilnehmerin der Ausstellung Exhibition by 31 Women in Peggy Guggenheims Galerie Art of This Century in New York City.[5]

Guinness verbrachte die Jahre des II. Weltkriegs in Südfrankreich und lebte später abwechselnd in Paris und Aix-en-Provence. Ihr ehemaliger Ehepartner Alvaro Guevara, der in der Nähe von Aix wohnte, starb 1951. Guinness veröffentlichte seinen künstlerischen Nachlass. In den 1950er Jahren experimentierte sie mit gestischer Abstraktion auf Gipsplatten, die sie 1959 neben ihren früheren realistischen Werken in der O’Hana Gallery in London zeigte. Im Jahr 1978 fand eine Ausstellung in den Salander Galleries in New York statt. So lange es ihr Gesundheitszustand erlaubte, malte sie. Am 6. Mai 1993 starb sie in Paris.[6]

Trivia

Meraud Guinness veranstaltete Partys, an denen prominente Maler und Schriftsteller wie Max Ernst, Picasso, Tsuguharu Foujita, Pierre Tal-Coat, Manuel Ortiz de Zárate, D.H. Lawrence und Aldous Huxley teilnahmen.

Literatur

Einzelnachweise

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