Merle Hodge
trinidadische Schriftstellerin und Aktivistin
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Merle Hodge (* 1944 in Curepe) ist eine trinidadische Schriftstellerin und Aktivistin.[1] Ihr Debütroman Crick Crack, Monkey (1970) gilt als Klassiker der westindischen Literatur.[2] Im Jahr 2022 wurde sie gemeinsam mit Funso Aiyejina mit dem Bocas Henry Swanzy Award für Verdienste um die karibische Literatur ausgezeichnet.[3]
Leben
Hodge war eine von vier Töchtern des Einwanderungsbeamten (Immigration Officer) Ray Hodge. Sie besuchte in Trinidad die Bishop Anstey High School, wo sie 1962 ein Stipendium erhielt, das es ihr ermöglichte, nach England zu reisen, um Französisch zu studieren. 1965 erwarb sie einen Bachelor- und 1967 einen Masterabschluss am University College London. In ihrer Masterarbeit behandelte sie die Lyrik von Léon-Gontran Damas.[4] Im Jahr 2007 folgte an der University of the West Indies mit einer Arbeit zu Earl Lovelace die Promotion in englischer Literatur.[5] Sie lehrte am Campus St. Augustine des University College London, koordinierte dort das English Language Foundations Programme und führt weiterhin Werkstätten zum kreativen Schreiben durch.[5] 1979 wurde sie vom Premierminister Grenadas, Maurice Bishop, mit der Entwicklung eines sozial orientierten Bildungsprogramms betraut.[6] Innerhalb des National In-Service Teacher Education Programme (NISTE) verantwortete sie den Bereich Language Arts.[7] Nach der Ermordung Bishops und der US-Invasion im Jahr 1983 verließ Hodge Grenada und kehrte an das University College London nach St. Augustine zurück.[6] 1985 war sie eine der Gründerinnen der Frauenorganisation Women Working for Social Progress („Workingwomen“).[8] Als Aktivistin arbeitet sie dort zu Sozial-, Frauen- und Familienfragen, darunter die Beendigung körperlicher Züchtigung von Kindern.[9] 2022 erhielt sie für ihren jahrzehntelangen Einsatz in der Schreibförderung und Lehre gemeinsam mit Aiyejina den Bocas Henry Swanzy Award.[10]
Wirken
In Crick Crack, Monkey (1970) befasst sich Hodge mit Klassen-, Rassen- und Sprachhierarchien im kolonial geprägten Trinidad und prägt damit seit Jahrzehnten den regionalen Kanon.[2] Im Jahr 1993 folgte der Roman For the Life of Laetitia.[5] One Day, One Day, Congotay erschien a2022 bei Peepal Tree Press.[11] Neben belletristischen Werken veröffentlichte Hodge das Lehrbuch The Knots in English: A Manual for Caribbean Users (1997) sowie zahlreiche Essays zu Literatur, Sprache, Familie und Geschlechterfragen.[5] Über zwei Jahrzehnte hinweg prägte sie zusammen mit Funso Aiyejina den Cropper Foundation Writers’ Workshop und förderte damit zahlreiche Autoren der Region.[10]