Metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung
Beschreibt das histologische Spektrum von einfacher Verfettung bis Steatohepatitis
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| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| K76.0 | Fettleber (fettige Degeneration), andernorts nicht klassifiziert |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
Begriffsbestimmung
Der Ausdruck Metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD) ersetzt die frühere überlappende Bezeichnung Nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) a und ist eine Ausprägung chronischer Lebererkrankungen. Diese Diagnose wird gestellt, wenn sich in den Leberzellen übermäßig viele (>5 %)[1] Fette einlagern (Fettleber, Steatosis hepatis) und mindestens ein kardiometabolischer Risikofaktor gegeben ist.[2][3][4] Bei einem erhöhten Alkoholkonsum wird jedoch der Begriff MetALD (Metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung mit erhöhtem Alkoholgebrauch) verwendet. MetALD hebt sich von der Alkohol-assoziierten Lebererkrankung (ALD) ab, bei der Alkoholkonsum die vorwiegende Ursache einer Fettleber ist.[2][5] Die Begriffe Nicht-alkoholische Fettleber (NAFL) und Metabolische Dysfunktion-assoziierte Steatohepatitis (MASH, früher NASH) wurden benutzt, um verschiedene Fortschreitungsgrade zu beschreiben. MASH liegt nach der Entwicklung einer Entzündungsreaktion vor (Fettleberhepatitis).[4][6][7] NAFL ist weniger gefährlich als MASH und entwickelt sich in der Regel nicht weiter,[4] aber ein Fortschreiten führt möglicherweise zu Komplikationen wie Leberzirrhose, Leberkrebs, Leberversagen, und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.[4][8]
Ursachen und Diagnosen
Adipositas und Diabetes Typ 2 sind starke Risikofaktoren für die Entwicklung einer MASLD.[9] Andere Risikofaktoren sind Übergewicht, Metabolisches Syndrom (welches vorliegt, wenn mindestens drei von den fünf aufgeführten Merkmalen vorliegen): abdominelle Adipositas, Bluthochdruck (auch hochnormale Werte ab 130 mmHg systolisch), erhöhter Blutglukosewert, Erhöhung der Triglyceride im Blut und erniedrigtes HDL-Cholesterin, fruktosereiche Ernährung und hohes Alter.[4][7] Eine Gewebsentnahme aus der Leber, nachdem andere mögliche Ursachen ausgeschlossen wurden, bestätigt dann die Diagnose.[3][9][7]
Behandlung und Prognose
Behandlungsansätze für MASLD sind Gewichtsreduktion durch angepasste Ernährung und Bewegung.[6][10][11] In schweren Fällen kann ein Eingriff durch Adipositaschirurgie den Zustand erheblich verbessern oder sogar vollständig zurückbilden.[10][12][13] Es gibt erste Belege, dass SGLT-2-Hemmer, GLP-1-Agonisten, Pioglitazon, Vitamin E und Mariendistel[14] b bei der Behandlung von MASLD wirksam sind.[15][16][17] Im März 2024 wurde Resmetirom als erste Substanz zur Behandlung von MASH durch die US-amerikanische FDA zugelassen.[18] Die Zulassung in der EU folgte im August 2025.[19] Bei Personen mit MASH ist das Sterberisiko pro Jahr um 2,6 % erhöht.[6]
Epidemiologie
MASLD ist die häufigste Lebererkrankung weltweit und betrifft rund 25 % der Bevölkerung.[20] In Industrieländern wie den Vereinigten Staaten sind 75 bis 100 Millionen Menschen betroffen (Stand 2017).[21][22][23][24] Über 90 % der Adipösen, 60 % der Diabetiker und bis zu 20 % der Menschen mit Normalgewicht entwickeln eine MASLD.[25][26] MASLD ist die häufigste Ursache chronischer Lebererkrankungen[24][25] und der zweithäufigste Grund für Lebertransplantationen in den Vereinigten Staaten und Europa (2017).[10] In Europa sind 20 bis 25 % der Bevölkerung betroffen.[12][13] In den Vereinigten Staaten leiden 30 bis 40 % der Erwachsenen an MASLD und 3 bis 12 % an MASH.[4] Die jährliche wirtschaftliche Belastung wurde 2016 auf 103 Milliarden US-Dollar geschätzt.[25]

