Methylazid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Methylazid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Azide mit der Summenformel CH3N3. Es kann als das einfachste organische aliphatische Azid angesehen werden. Es handelt sich um eine explosive Substanz.[1] Der Stickstoffgehalt der Verbindung beträgt 73,6 %.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Methylazid
Allgemeines
Name Methylazid
Andere Namen

Azidomethan

Summenformel CH3N3
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 624-90-8
PubChem 79079
ChemSpider 71411
Wikidata Q2504403
Eigenschaften
Molare Masse 57,05 g·mol−1
Aggregatzustand

gasförmig[1]

Dichte

0,869 g·cm−3[2]

Siedepunkt

20–21 °C[1][3]

Löslichkeit

Toluol, Benzol, Acetonitril, Tetrahydrofuran, Diethylether[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[4]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Darstellung und Gewinnung

Die Verbindung wird durch eine Methylierung von Natriumazid zum Beispiel mit Dimethylsulfat[5] hergestellt. Die erste Synthese wurde von Otto Dimroth und Gustav Wilhelm Wislicenus 1905 beschrieben.[6]

Eigenschaften

Mesomere Grenzstrukturen

Man kann mehrere mesomere Grenzstrukturen des Methylazids zeichnen:

Mesomere Grenzstrukturen von Methylazid

Chemische Eigenschaften

Die Verbindung ist gegenüber Erhitzung relativ stabil, so zersetzt sie sich nur langsam bei 200 °C, jedoch explosiv bei 500 °C.[7][8] Die Zersetzung erfolgt in einer Reaktion erster Ordnung, wobei Stickstoff und Methylnitren als primäre Produkte gebildet werden:[9]

Sicherheitshinweise

Methylazid ist explosiv[8] und besitzt eine hohe Schlagempfindlichkeit.[10] Die reine Substanz ist lagerfähig bei −80 °C bei Lichtausschluss. Eine Lagerung als 20%ige Lösung in Toluol ist ebenfalls möglich. Jegliche Temperaturbelastung ist dringend zu vermeiden.[1]

Verwendung

In der organischen Synthesechemie kann die Verbindung als Reagenz für 1,3-dipolare Cycloadditionen vergewendet werden. Mit Alkenen und Alkinen sind 1,2,3-Triazole, mit Nitrilen Tetrazole zugänglich.[1]

Einzelnachweise

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