Parathion-methyl

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Parathion-methyl ist ein Wirkstoff zum Pflanzenschutz und eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Thiophosphorsäureester und ist chemisch mit (Ethyl-)Parathion verwandt.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Parathion-methyl
Allgemeines
Name Parathion-methyl
Andere Namen
  • O,O-Dimethyl-O-(4-nitrophenyl)thiophosphat
  • ME 605
  • Thiophosphorsäure-O,O-dimethyl-O-(4-nitrophenyl)ester
  • Methylparathion
Summenformel C8H10NO5PS
Kurzbeschreibung

farbloser Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 298-00-0
EG-Nummer 206-050-1
ECHA-InfoCard 100.005.501
PubChem 4130
Wikidata Q421693
Eigenschaften
Molare Masse 263,21 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

1,358 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

35–36 °C[1]

Siedepunkt

154 °C bei 1,36 hPa[1]

Dampfdruck

1,3 mPa (20 °C)[2]

Löslichkeit
  • praktisch unlöslich in Wasser (50 mg·l−1 bei 20 °C)[1]
  • löslich in Ethanol und Chloroform[2]
Brechungsindex

1,5367 (25 °C)[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[4] ggf. erweitert[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300+330311373410
P: 260273280302+352+312304+340+310314[1]
MAK

Schweiz: 0,2 mg·m−3 (gemessen als einatembarer Staub)[5]

Toxikologische Daten

6,01 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[1]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Gewinnung und Darstellung

Parathion-methyl wird durch Veresterung von Phosphorpentasulfid mit Methanol, Chlorierung des entstandenen Esters mit Chlor und Kondensation des chlorierten Esters mit dem Natriumsalz von p-Nitrophenol hergestellt.[3]

Eigenschaften

Parathion-methyl ist ein brennbarer farbloser Feststoff, der praktisch unlöslich in Wasser ist.[1] Das technische Produkt wird als bräunliche Lösung ausgeliefert und enthält 80 % der Verbindung sowie 16,7 % Xylol und 3,3 % inerte Verbindungen. Es riecht nach verfaulten Eiern.[2] Die Verbindung ist thermisch instabil. Bei erhöhter Temperatur zersetzt sich es sich stark exotherm mit einer Zersetzungswärme von −274 kJ·mol−1 bzw. −1130 kJ·kg−1.[6]

Verwendung

WOFATOX STAUB mit Parathion-methyl Wirkstoff, DDR Produktion

Parathion-methyl wurde als Insektizid und Akarizid mit breitem Wirkungsspektrum in zahlreichen Kulturen verwendet.[1]

Zulassung

Die EU-Kommission entschied 2003, Parathion-methyl nicht in die Liste der zulässigen Wirkstoffe aufzunehmen.[7] In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind keine Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff zugelassen.[8]

Vergiftungsfall

Im Jahr 1999 starben in dem peruanischen Dorf Tauccamarca 24 Kinder, nachdem sie ein Milch-Substitut getrunken hatten, das mit Parathion-methyl vermischt war. Der Hersteller Bayer geriet dabei in die Kritik, da er den in Europa inzwischen verbotenen Wirkstoff in Südamerika vermarktete und in einem einfachen Plastikbeutel mit einem Label auslieferte, das ausschließlich in spanischer Sprache beschriftet war, obwohl die meisten Bewohner Tauccamarcas lediglich Quechua sprechen und Analphabeten sind.[9]

Einzelnachweise

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