Phosphor(V)-sulfid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Phosphor(V)-sulfid ist eine chemische Verbindung, die vorwiegend zur Synthese anderer Produkte verwendet wird. Sie kommt gewöhnlich als P4S10-Molekül vor und wird oft auch fälschlicherweise Di-Phosphorpentasulfid genannt.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Phosphor(V)-sulfid
Allgemeines
Name Phosphor(V)-sulfid
Andere Namen
  • Phosphorpentasulfid
  • Tetraphosphordecasulfid
  • Diphosphorpentasulfid (fälschlich)
Summenformel P4S10
Kurzbeschreibung

gelbliches kristallines Pulver[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 1314-80-3
EG-Nummer 215-242-4
ECHA-InfoCard 100.013.858
PubChem 14817
Wikidata Q415704
Eigenschaften
Molare Masse 444,54 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,09 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

286–290 °C[1]

Siedepunkt

513–515 °C[1]

Löslichkeit

in Wasser Zersetzung[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[2] ggf. erweitert[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 228260302332400
EUH: 029
P: 210223231+232273370+378422[1]
MAK

DFG/Schweiz: 1 mg·m−3 (gemessen als einatembarer Staub)[3][4]

Toxikologische Daten

389 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[1]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Darstellung

Phosphor(V)-sulfid wird durch Zusammenschmelzen der Elemente weißer Phosphor und Schwefel bei ca. 300 °C gewonnen.[5]

Eigenschaften

Bindungslängen und -winkel von P4S10

Die Struktur entspricht der von Phosphorpentoxid.

Das leichtentzündliche[1] und gesundheitsschädliche Phosphor(V)-sulfid hydrolysiert mit Wasser (auch Luftfeuchtigkeit) zu übelriechendem und sehr giftigem Schwefelwasserstoff (H2S) und Phosphorsäure. Phosphor(V)-sulfid ist in Kohlenstoffdisulfid gut löslich.[3] P4S10 kann schon durch Reibung in Brand geraten, ebenso kann der Kontakt mit feuchter Luft zur Selbstentzündung führen.[1]

Verwendung

Phosphor(V)-sulfid wird für die Synthese schwefel- und phosphorhaltiger organischer Substanzen verwendet, insbesondere Insektizide und Zinkdialkyldithiophosphate (Additive von Schmierstoffen). Phosphor(V)-sulfid kann auch zur Herstellung des Nervenkampfstoffs VX verwendet werden („Dual Use“). Zur präparativen Gewinnung von Thiophenen werden 1,4-Dicarbonylverbindungen in der Paal-Knorr-Synthese mit Phosphor(V)-sufid umgesetzt. Amide lassen sich durch Umsetzung mit Phosphor(V)-sulfid in Thionamide umwandeln:

Synthese von Thionamiden
Synthese von Thionamiden

Einzelnachweise

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