Metreleptin

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Metreleptin ist ein Arzneistoff zur Leptin-Ersatztherapie.[1][2] Das Protein Metreleptin ist ein rekombinantes Analogon des humanen (also menschlichen) Leptins. Eingesetzt wird Metreleptin zur Behandlung der sehr seltenen Erkrankung (orphan disease) Lipodystrophie.

Schnelle Fakten Bezeichner, Arzneistoffangaben ...
Metreleptin
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Metreleptin
Andere Namen
  • Metreleptin
  • N-Methionylleptin
  • r-metHuLeptin
Masse/Länge Primärstruktur 16.156 g·mol−1
Bezeichner
Externe IDs
Arzneistoffangaben
ATC-Code A16AA07
DrugBank
Vorkommen
Homologie-Familie Hovergen
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In den USA ist Metreleptin seit 2014 seitens der amerikanischen Zulassungsbehörde (FDA) unter dem Handelsnamen Myalept zugelassen.[3] Für die EU erfolgte die Zulassung im Juli 2018 als Myalepta.[1][4][5]

Eigenschaften

Metreleptin besteht aus 147 Aminosäuren mit einer Disulfidbrücke zwischen Cysteinen an den Positionen 97 und 147.[6]

Herstellung

Metreleptin wird als rekombinantes Protein in E.coli hergestellt.[6] Das Metreleptin wird anschließend gereinigt.

Klinische Angaben

Anwendungsgebiete

Metreleptin ist ein rekombinantes humanes Leptin-Analogon, vorgesehen als Ergänzung zu einer Diät in der Ersatztherapie zur Behandlung von Komplikationen eines Leptin-Mangels bei Patienten mit einer angeborenen oder erworbenen generalisierten Lipodystrophie.[5][7] Es wird subkutan injiziert.

Lipodystrophie ist mit einer Prävalenz von etwa 1 zu 1 Million sehr selten.[8] Metreleptin wurde im Juli 2012 für die EU als Arzneimittel für seltene Leiden ausgewiesen.[5]

Gegenanzeigen und weitere Anwendungsbeschränkungen

Metreleptin darf nicht angewendet werden bei allgemeinem Übergewicht, das nicht mit einer angeborenen Lipodystrophie assoziiert ist,[5][7] sowie bei bestehender Überempfindlichkeit auf Metreleptin.[5][7]

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Metreleptin in der Behandlung einer partiellen Lipodystrophie oder zur Behandlung einer Lebererkrankung, inkl. einer Steatohepatitis, wurden bisher nicht ausreichend untersucht.[5][7] Metreleptin ist nicht vorgesehen zur Anwendung bei Patienten, die aufgrund einer antiretroviralen Therapie an einer HIV-assoziierten Lipodystrophie leiden, oder bei Patienten mit einer metabolischen Erkrankung, inkl. Diabetes mellitus und Hypertriglyceridämie.[5][7]

Unerwünschte Wirkungen

Als Nebenwirkungen wurden Anti-Metreleptin-Antikörper mit neutralisierender Eigenschaft beobachtet.[5][7] Es wurden T-Zell Lymphome bei Patienten mit einer erworbenen generalisierten Lipodystrophie beobachtet, ein ursächlicher Zusammenhang konnte bis jetzt nicht erkannt werden.[9][10]

Studien

Aktuell laufen ca. 30 Studien, die bei clinicaltrials.gov gelistet sind.[11]

Handelsnamen

Der Handelsname für Metreleptin in der EU ist Myalepta; Hersteller ist Aegerion (EU). Der Handelsname in den USA lautet Myalept; Hersteller ist Novelion. Aegerion ist die europäische Tochtergesellschaft von Novelion.

Literatur

  • JCEM: Brown Rebecc J et al.: The Diagnosis and Management of Lipodystrophy Syndromes: A Multi-Society Practice Guideline. In: The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism. Dezember 2016, doi:10.1210/jc.2016-2466.

Einzelnachweise

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