Metropolitana di Genova
U-Bahn in Genua
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Die Metropolitana di Genova ist die U-Bahn der italienischen Stadt Genua. Sie wurde 1990 eröffnet und ist damit nach Rom (1955) und Mailand (1964) die dritte von insgesamt sieben U-Bahnen des Landes. Betrieben wird die Linie von der Azienda Mobilità e Trasporti Genova S.p.A.
| Ein Zug der zweiten Generation im U-Bahnhof Brin | |
| Basisdaten | |
| Ortslage | Genua, Italien |
| Betreiber | AMT |
| Eröffnung | 1990 |
| Netz | |
| Linien | 1 |
| Streckenlänge | 7,1 km |
| Stationen | 8 |
| Tunnelstationen | 6 |
| Fahrgastzahl | 11.000.000[1] |
| Technik | |
| Stromsystem | 750 V =, Oberleitung |
Linie
Strecke
Die einzige Linie ist 7,1 km lang und besitzt 8 Stationen, die alle vom Architekten Renzo Piano und seinen Mitarbeitern entworfen wurden. Die Bahnsteige sind ca. 80 m lang und es gibt sowohl Mittel- als auch Seitenbahnsteige. Brin (s. Stationen) hat eine aufgeständerte Halle am Ende eines alten Straßenbahntunnels (Galleria Certosa). Von dort geht es als Hochbahn (kurz) weiter. De Ferrari liegt am Ende eines alten Eisenbahntunnels, der lange Zeit stillgelegt war.
Wie typisch für italienische U-Bahnen und im Gegensatz zur italienischen Eisenbahn, wird nicht links, sondern rechts gefahren. Die Fahrzeuge der ersten beiden Generationen sind relativ kurz und schmal. Die neueren Fahrzeuge sind durchgängig begehbare 39 Meter lange Gliederzüge.
Stationen
Brin – Dinegro – Principe (Hauptbahnhof und Fähren) – Darsena – San Giorgio (Aquarium) – Sarzano / S. Agostino – De Ferrari – Brignole (Bahnhof)
Die Metro verbindet mit einem System aus Fußgängertunneln den Bahnhof Genova Piazza Principe mit dem Fernbusbahnhof Principe / Fanti d’Italia.
Geschichte
Die Bauarbeiten des ersten Abschnitts, zwischen Brin und Dinegro, fingen 1982 mit der Sanierung eines 1908 erbauten Straßenbahntunnels an.[2] Der Abschnitt konnte am 13. Juni 1990 eröffnet werden.[3] Zwei Jahre später, am 13. Juli 1992, wurde der Abschnitt Dinegro–Principe für den Verkehr freigegeben.[4] Damals war die U-Bahn-Strecke 3,5 km lang.
Am 25. Juli 2003 wurde ein weiteres Stück U-Bahn-Strecke zwischen den Stationen Principe und San Giorgio eröffnet.[5] Die Station San Giorgio schließt den touristisch wertvollen Porto Antico an das U-Bahn-Netz an. Der Fahrgastbetrieb begann jedoch erst am 7. August. Am 4. Februar 2005 ging die Strecke zwischen den Stationen San Giorgio und De Ferrari in Dienst. Erst am 3. April 2006 wurde die Zwischenstation Sarzano / S. Agostino am Rande der historischen Altstadt eröffnet. 2012 wurde der letztendliche Abschnitt bis zum U-Bahnhof Brignole fertiggestellt.[6]
Die Bahn konnte seit Dezember 2021 von 10 Uhr bis 16 Uhr und 20 Uhr bis 22 Uhr von allen Nutzern kostenfrei benutzt werden. 2024 wurde die kostenfreie Nutzung auf Bürger Genuas beschränkt. Gleichzeitig wurden die zeitlichen Beschränkungen aufgehoben, so dass die U-Bahn an jedem Tag der Woche von allen Bürgern der Metropole Genua ohne zeitliche Begrenzung kostenlos genutzt werden kann.[7][8]
Fahrzeugpark
Die Metro Genua verfügte in ihrer Geschichte über vier Generationen von Fahrzeugen.
1. Generation
- Anzahl: 2 Doppeltraktionseinheiten (ursprünglich 6 Einheiten, Serie 0, Nummer 01–06)
- Technische Daten:
- Länge: 20,5 Meter
- Kapazität: 180 Fahrgäste
- Türen: 4 pro Einheit
- Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h
- Geschichte:
Die Züge der ersten Generation basieren auf dem „Tram 2000“-Modell aus Zürich[9]. Ursprünglich waren 75 Einheiten geplant, doch nur 6 wurden geliefert. Die ursprüngliche Farbgebung (weiß mit orangefarbenen Streifen) wurde durch eine graue Metallic-Lackierung mit orangefarbenem Rand ersetzt. Zwischen 2011 und 2012 wurden die Einheiten modernisiert, u. a. durch den Einbau von Schwenkschiebetüren und LED-Anzeigen. Im Jahr 2024 wurde beschlossen, diese Züge schrittweise auszumustern. Am 10. Mai 2025 fand die letzte Fahrt mit den Einheiten 04 und 05 statt, die letzten verbleibenden Züge.
2. Generation
- Anzahl: 12 Einheiten (Serie 10, Nummer 11–22)
- Technische Daten:
- Länge: 24,5 Meter
- Kapazität: ca. 620–630 Fahrgäste (in Dreifachtraktion)
- Türen: 6 pro Einheit
- Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h
- Geschichte:
Die ersten beiden Einheiten (11 und 12) wurden 1992 in Betrieb genommen, die restlichen 10 Einheiten (13–22) folgten 2003.[10] Seit Oktober 2024 wird eine Modernisierung durchgeführt, die eine neue Farbgebung (grün-schwarz) und Verbesserungen im Innenraum umfasst.
3. Generation

- Anzahl: 7 Einheiten (Serie 30, Nummer 31–37)
- Technische Daten:
- Länge: 39 Meter
- Kapazität: 290 Fahrgäste pro Einheit
- Türen: 4 pro Einheit
- Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
- Besonderheiten:
Die Züge der dritten Generation wurden von AnsaldoBreda (später Hitachi Rail Italy) entwickelt. Sie verfügen über eine verbesserte Elektronik, eine größere verglaste Fläche und eine gelb-ockerfarbene Lackierung. Sie verfügen über zwei unabhängige Motoren pro Drehgestell, um Probleme in kritischen Streckenabschnitten zu vermeiden[11][12].
4. Generation
- Anzahl: 2 Einheiten (geplant: 14 Einheiten, Serie 40, Nummer 41–54)
- Technische Daten:
- Länge: 39 Meter
- Kapazität: 290 Fahrgäste pro Einheit
- Türen: 4 pro Einheit
- Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
- Besonderheiten:
Die Züge der vierten Generation ähneln äußerlich denen der dritten Generation, verfügen jedoch über eine neue mintgrüne Lackierung und technische Verbesserungen, darunter eine Klimaanlage.[13] Sie können sowohl untereinander als auch mit Zügen der dritten Generation gekuppelt werden. Die erste Einheit wurde im März 2025 in Betrieb genommen[14].
Betrieb
Die Züge der ersten und zweiten Generation verkehren in Doppeltraktion, während die Züge der dritten und vierten Generation aufgrund der begrenzten Wendemöglichkeiten am Endbahnhof Brin derzeit nicht in Mehrfachtraktion eingesetzt werden können. Dieses Problem soll mit der Eröffnung des neuen Endbahnhofs Canepari behoben werden.
Sponsoring

Im Rahmen des Projekts „La tua metropolitana“ (2020–2022) wurden einige Züge der zweiten Generation mit Werbefolien von Sponsoren versehen, die die Sanierung von vier Stationen finanzierten.
Übersicht der Fahrzeuggenerationen
| Klassifizierung | Nummerierung | Einheiten im Dienst | Indienststellung | Ausmusterung | Hersteller | Baujahr | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Generation | 01–06 | 2 | 1990 | 2021–2025 | Breda | 1985 | Abgeleitet von Zürcher „Tram 2000“ |
| 2. Generation | 11–22 | 11 | 1991 | Im Dienst | Firema | 1990–95 | Modell T67A, abgeleitet von Neapeler U-Bahn (L6) |
| 3. Generation | 31–37 | 7 | 2016 | Im Dienst | AnsaldoBreda (Hitachi) | 2016 | |
| 4. Generation | 41–54 | 2 (12 geplant) | 2025 | Im Dienst | Hitachi Rail Italy | 2021 | Klimaanlage, neue Lackierung |
Ausbau und Planungen
Andere Verkehrsmittel in Genua
Neben der U-Bahn gibt es einen S-Bahn-ähnlichen Regionalverkehr. Dieser besteht zurzeit aus zwei Linien mit 35 km Strecke. Es gibt jedoch noch zwei Standseilbahnen und eine Zahnradbahn in Genua:
- Die St.-Anna-Standseilbahn ist 357 m lang, hat zwei Haltestellen und wurde 1891 eröffnet.
- Die Zecca-Righi-Standseilbahn[15] ist 1,4 km lang und hat sieben Haltestellen. Die beiden ursprünglich getrennten Abschnitte wurden 1895 bzw. 1897 in Betrieb genommen.
- Die Zahnradbahn Principe–Granarolo ist 1,1 km lang und hat sechs Haltestellen. Sie wurde 1901 eröffnet.
- In Genua werden mehrere Aufzüge als öffentliche Verkehrsmittel betrieben, um die oft enorm steilen Hänge zu überwinden oder um auf Brücken zu gelangen.
Die Genueser Straßenbahn wurde hingegen 1966 eingestellt.

Weblinks
Literatur
- Paolo Gassani: Genova verso la metropolitana leggera. In: „I Treni Oggi“ Nr. 27 (Februar 1983), S. 11–13
- Nuove elettromotrici a Genova. In: „I Treni Oggi“ Nr. 49 (April 1985), S. 13/14
- Fausto Numanni: “Mondiale” un anno dopo. In: „I Treni Oggi“ Nr. 116 (Juni 1991), S. 14–20