Michael Goldberg (Schauspieler)

Schweizer Schauspieler From Wikipedia, the free encyclopedia

Michael Goldberg (* 27. Mai 1959 in Basel[1][2]) ist ein Schweizer Schauspieler.

Michael Goldberg (2024)

Leben

Familie und Ausbildung

Goldberg stammt aus einer jüdischen Schweizer Familie.[3] Seine Grosseltern waren orthodoxe Juden; seine Eltern lebten weitgehend assimiliert, pflegten aber die jüdische Kultur und Geschichte.[3] Sein Vater war überzeugter Kommunist, später dann Sozialist.[3] Die Familie wohnte mit ihren Kindern – Goldberg hat noch eine Schwester – zunächst im Basler Neubadquartier, später dann in einem Haus auf dem Bruderholz.[3] Goldberg ging in Basel zur Schule; er besuchte dort u. a. die Diplom-Mittelschule (DMS).[3] Als Kind stand er bereits auf der Bühne des Basler Kindertheaters.[3] Während seiner Schulzeit wirkte er am Theater Basel als Statist und Edel-Komparse in verschiedenen Inszenierungen mit, u. a. in «Romeo und Julia» in einer Inszenierung von Heinz Spoerli.[3]

Von 1981 bis 1984 absolvierte er seine Schauspielausbildung an der Neuen Münchner Schauspielschule.[4]

Theaterkarriere

Sein erstes Festengagement hatte er am Stadttheater Hildesheim (1984–1987).[5] In der Spielzeit 1987/88 war er am Alten Schauspielhaus Stuttgart engagiert.

Von 1988 bis 1994 und dann noch einmal von 1996 bis 1999 war er festes Ensemblemitglied am Nationaltheater Mannheim. Dort spielte er unter anderem Karl Moor in «Die Räuber» (Regie: Janos Mohasci), Raskolnikow in Stephan Müllers Bearbeitung von Dostojewskijs «Schuld und Sühne» sowie in weiteren Inszenierungen, unter anderem von Nicolas Brieger (Eddie in «Schöne Bescherungen» von Alan Ayckbourn), Daniel Karasek und Bruno Klimek (Herzog von Burgund in «Die Jungfrau von Orleans», Lopachin in «Der Kirschgarten»). Dazwischen hatte er von 1994 bis 1996 ein Festengament an den Städtischen Bühnen Freiburg. Dort spielte er u. a. Bassanio in «Der Kaufmann von Venedig» (Regie: Urs Toller) und wirkte in Peter Handkes «Die Stunde da wir nichts voneinander wussten» (Regie: Kazuko Watanabe) mit.

In der Spielzeit 2000/01 war Goldberg an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin engagiert (u. a. als Hauptmann Bordure in «König Ubu», Regie: Barbara Frey). 2002 und 2003 hatte er nochmals ein Gastengagement am Nationaltheater Mannheim. 2008 trat er am Schauspiel Köln als Acaste in «Der Menschenfeind» (Regie: Karin Henkel) auf.[5]

Von 2009 bis 2013 war er festes Ensemblemitglied am Schauspiel Frankfurt.[5] Dort arbeitete er u. a. unter der Regie von Karin Henkel, Markus Bothe, Stephan Kimmig, Barrie Kosky, Jorinde Dröse und Christopher Rüping.

Ab der Spielzeit 2013/14 war Goldberg festes Ensemblemitglied am Deutschen Theater Berlin, wo er in klassischen Theaterrollen u. a. von Shakespeare, Henrik Ibsen und Anton Tschechow auftrat.[5] In der Spielzeit 2017/18 spielte er dort in der Shakespeare-Produktion «Rom» von Karin Henkel und John von Düffel (Premiere: März 2018), die Motive und Szenen aus den Stücken «Coriolan», «Julius Cäsar» und «Antonius und Cleopatra» zu einer Geschichte über die Demokratie Roms zusammenfasst, die Rolle des Gaius Marcius Coriolan.[6] In der Spielzeit 2018/19 übernahm er in den Kammerspielen des Deutschen Theaters Berlin die Rolle des Familienoberhaupts Egon Krause in Ewald Palmetshofers Neubearbeitung des Hauptmann-Stücks «Vor Sonnenaufgang» in einer Inszenierung von Jette Steckel.[7]

Er gastierte mehrmals am Residenztheater München. Seit der Spielzeit 2019/20 gehört er zum festen Ensemble des Residenztheaters München (Bayerisches Staatsschauspiel). 2024 wurde Goldberg zum „Bayerischen Staatsschauspieler“ ernannt.[8]

Film und Fernsehen

Neben seinen Theaterengagements ist Goldberg seit 1987 regelmässig als Film- und Fernsehschauspieler tätig. Seine erste Filmrolle erhielt er nach seinem Engagement am Stadttheater Hildesheim. In dem dokumentarischen, im Jahre 1988 in Bukarest gedrehten Spielfilm «Im Süden meiner Seele» (1989; Regie: Frieder Schuller) spielte er den rumänischen Dichter Paul Celan. Die Filmrolle hatte Goldberg durch Zufall erhalten: Eine Kollegin von der Münchner Schauspielschule, die als Kindermädchen bei dem Regisseur Frieder Schuller jobbte, sah ein Jugendbild von Celan in den Unterlagen auf dem Schreibtisch Schullers und stellte eine Ähnlichkeit mit Goldberg fest.[3] Goldberg wurde daraufhin zu einem Vorsprechen eingeladen und erhielt anschliessend die Hauptrolle.[3]

In dem Kinofilm «Die letzte Geschichte von Schloß Königswald» (1988) spielte er den US-Amerikaner Goldsmith. In dem Fernsehfilm «Verlorenes Land» (2002) von Jo Baier hatte er ebenfalls eine Nebenrolle. Im «Tatort: Rosenholz» (2003) verkörperte er Dr. Gerd Rabius, einen Beamten der Birthler-Behörde. In der ZDF-Krimireihe «Ein starkes Team» spielte er in der Folge «Der Verdacht» (Erstausstrahlung: Januar 2004) den wegen Mordes verurteilten Einbrecher Siegfried Berends, der auch nach seiner Haftentlassung seine Unschuld beteuert. In dem Fernsehfilm «Stauffenberg» (2004) stellte er den NS-Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solzdar. Im «Tatort: Es ist böse» (2012) hatte er als Polizist Walther eine kleine Nebenrolle.

In der Fernsehserie «Klinik am Alex» (2008–2009) übernahm er eine wiederkehrende Serienrolle als Chirurg und Professor Hannes Schmelzer. Episodenrollen hatte er u. a. in den Fernsehserien «In aller Freundschaft» (2004; als Koma-Patient und Vater) und «Im Namen des Gesetzes» (2009; als Rechtsanwalt Lambert).

In dem Fernsehfilm «Der Liebling des Himmels» (2015) spielte Goldberg unter der Regie von Dani Levy die Rolle des Paul Mercier, einen der Freunde des Psychiaters Dr. Magnus Sorel jr. (Axel Milberg). In der ZDF-Krimiserie «Blochin – Die Lebenden und die Toten» (2015) war Goldberg in einer Nebenrolle als Minister Geissler, der Vater der Studentin Freddy Geissler (Peri Baumeister), zu sehen. In dem «Marie Brand»-Krimi «Marie Brand und das ewige Wettrennen» (Erstausstrahlung: Januar 2017) übernahm Goldberg eine Nebenrolle als Schuldirektor Keller. In der ZDF-Serie «Letzte Spur Berlin» (2017) spielte er in einer Doppelfolge den Wirtschaftsanwalt Anton Dudek. Im Schweizer «Tatort: Züri brännt» (2020) hatte Goldberg als Journalist und Chefredakteur Simon Untersander eine der handlungstragenden Nebenrollen.

Privates

Goldberg ist Vater einer Tochter.[3] Ab 1999 wohnte Goldberg während seines Engagements an der Berliner Schaubühne zunächst im Stadtteil Prenzlauer Berg[3] und danach im Bötzowviertel.[3] Mittlerweile lebt er in München. Im Juni 2015 gehörte er zu den Unterzeichnern eines offenen Briefes an Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare.[9]

Theater (Auswahl)

Schauspiel Frankfurt

Deutsches Theater Berlin

Residenztheater München

Filmografie

Literatur

Einzelnachweise

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