Michaela Benthaus
deutsche Luft- und Raumfahrtingenieurin
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Michaela „Michi“ Benthaus (* 1992 in Kiel[1][2]) ist eine deutsche Luft- und Raumfahrtingenieurin, die durch ihre Teilnahme an einem suborbitalen Raumflug im Dezember 2025 bekannt wurde. Sie ist seit einem Unfall 2018 querschnittgelähmt und wurde mit dem Flug zum ersten querschnittgelähmten Menschen im Weltraum sowie zur zweiten deutschen Raumfahrerin.[3] Sie setzt sich für Barrierefreiheit und Inklusion in der Raumfahrt ein.
Biografie
Benthaus’ Begeisterung für das Weltall begann schon im Kindesalter durch Filme wie Star Wars.[2] Nach dem Abitur an den Nymphenburger Schulen studierte sie Mechatronik im Bachelorstudium an der Johannes Kepler Universität in Linz und anschließend im Masterstudium Luft- und Raumfahrttechnik an der Technischen Universität München (TUM) mit den Schwerpunkten Weltraum und Astrophysik.[1][4]
Im September 2018 hatte sie im Alter von 26 Jahren einen Downhill-Unfall (Mountainbike-Variante). Seitdem ist sie querschnittgelähmt. Sie setzte ihr Studium fort und absolvierte ein Praktikum beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen. Dort beschäftigte sie sich mit der Flugdynamik von Satelliten, besonders für die EnMAP-Mission.[1]
Im Jahr 2024 begann sie eine Ausbildung als „Young Graduate Trainee“ bei der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und wurde „Botschafterin“ der amerikanischen NGO AstroAccess, die sich für Barrierefreiheit in der bemannten Raumfahrt für Menschen mit Behinderungen einsetzt.[5]
Flüge und Missionen
Im Dezember 2022 nahm Benthaus im Rahmen des AstroAccess-Programms an einem von dem Unternehmen OHB gesponsorten Zero-G-Parabelflug in den Vereinigten Staaten teil.[6] Während des Flugs, der es ihr ermöglichte, erstmals Schwerelosigkeit zu erleben, testete sie Anpassungen für querschnittsgelähmte Astronauten, wie ein Hüftverankerungssystem[7] und Notfall-Evakuierungsverfahren.[1]
2024 war sie Teil einer analogen Mission (einer Simulation[8]) in der LunAres-Station in Polen. Diese simulierte das Leben auf einer Marsbasis und hatte auch das Ziel, die Herausforderungen der Inklusion in einer solchen Umgebung zu untersuchen.
Am 20. Dezember 2025 nahm Benthaus an einem elfminütigen suborbitalen Raumflug des US-amerikanischen Raumfahrtunternehmens Blue Origin teil. Dabei erreichten sie und fünf weitere Weltraumtouristen in der Kapsel einer New-Shepard-Rakete eine Höhe von 106 Kilometern.[9][10] Benthaus’ Flugticket wurde von Blue Origin und von dem deutschen Raumfahrtingenieur Hans Königsmann finanziert, der selbst an dem Flug teilnahm.[11]
Weblinks
- Website von Michaela Benthaus
- Senkrechtstarter: Raketenstart Blue Origin New Shepard 37 – Michi Benthaus & Hans Königsmann auf YouTube, abgerufen am 21. Dezember 2025.