Michaela Raggam-Blesch
österreichische Zeithistorikerin
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Michaela Raggam-Blesch (* 1974 in Bad Radkersburg, Steiermark) ist eine österreichische Zeithistorikerin.
Werdegang
Michaela Raggam-Blesch studierte Geschichts- und Erziehungswissenschaften an der Universität Graz. Von 1999 bis 2003 war sie am Leo-Baeck-Institut des Center for Jewish History in New York City tätig. In Graz wurde sie 2005 mit einer Arbeit zu Identitätskonstruktionen jüdischer Frauen im Wien des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts zur Dr. phil. promoviert. Von 2007 bis 2018 wirkte sie als Projektmitarbeiterin an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Anschließend war sie Senior Research Fellow am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien. Darüber hinaus kuratierte sie Ausstellungen zu den Themenbereichen Nationalsozialismus und Holocaust, darunter Nur die Geigen sind geblieben. Alma und Arnold Rosé (Wien 2018) sowie The Vienna Model of Radicalisation: Austria and the Shoah, die in Wien, Budapest, London und New York gezeigt wurde. 2005 habilitierte sie sich an der Universität Wien mit einem Thema zum Alltag und den Verfolgungserfahrungen von Angehörigen aus "Mischehefamilien" in Wien während der Zeit des Nationalsozialismus.
Seit September 2025 ist sie stellvertretende Leiterin des Zentrums für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte in München.
Sie forscht zur jüdischen Geschichte in Österreich, Nationalsozialismus und Holocaust, Gender Studies sowie Oral History.
Auszeichnungen
- Leon-Zelman-Preis für Dialog und Verständigung (2022)[1]
Schriften (Auswahl)
- gemeinsam mit Dieter Hecht, Elenore Lappin und einem Vorwort von Heidemarie Uhl: Topographie der Shoah : Gedächtnisorte des zerstörten jüdischen Wien, Mandelbaum-Verlag, Wien 2017, ISBN 978-3-85476-563-9.
- Zwischen Ost und West : Identitätskonstruktionen jüdischer Frauen in Wien, Studienverlag, Innsbruck / Wien / Bozen 2008, ISBN 978-3-7065-4307-1 (zugleich Dissertation an der Universität Graz)
- herausgegeben gemeinsam mit Monika Sommer und Heidemarie Uhl: Alma und Arnold Rosé. Nur die Geigen sind geblieben, Ausstellungskatalog, Haus der Geschichte Österreich, Wien 2019.
- herausgegeben gemeinsam mit Peter Black und Marianne Windsperger: Deported. Comparative Perspectives on the Paths to Annihilation for Jewish Populations under Nazi German Control, Beiträge des VWI zur Holocaustforschung, New Academic Press, Wien 2024.