Mit Funden der nach dem Berg benannten Michelsberger Kultur aus der Siedlungsgeschichte der Jungsteinzeit (spätes 5. und 4. Jahrtausend v. Chr.) wurde der Michaelsberg in der Archäologie bereits ab 1884 bekannt.
Von 1346 stammt die erste urkundliche Erwähnung einer Kapelle. 1472 wurde eine neue Kapelle errichtet, die bereits 1584 wieder zerfallen war. Die jetzige Michaelskapelle wurde 1742–1744 unter dem Speyrer FürstbischofDamian Hugo von Schönborn erbaut. Drei Altäre, eine barocke Kanzel aus der ehemaligen Hambrücker Pfarrkirche, Deckengemälde sowie die Figuren der vierzehn Nothelfer sind bemerkenswert und schmücken das Innere des Gotteshauses.
Naturschutzgebiet
Michaelsberg Tal mit NSG
Das Naturschutzgebiet am nahen Kaiserberg hat eine Fläche von 7,89 Hektar. Das Regierungspräsidium Karlsruhe bildete mit Verordnung vom 4. Dezember 1979 das Schutzgebiet unter der Nummer 2.035. Bereits am 6. August 1934 waren am Kaiserberg gemeindeeigene Flächen durch Beschluss des Gemeinderats von Untergrombach zum Naturschutzgebiet erklärt worden. Das damals zuständige Kultusministerium in Karlsruhe bestätigte diesen Beschluss noch im gleichen Jahr und erklärte ihn für rechtswirksam.[2]
Ein weiteres Naturschutzgebiet entstand am 2. April 1996 unter dem Namen Michaelsberg und Habichtsbuckel, es hat die Schutzgebietsnummer 2200 und eine Größe von insgesamt 49,6 Hektar. Dieses Gebiet besteht aus fünf Teilflächen:
Erweiterungsfläche zum bestehenden Naturschutzgebiet Kaiserberg westlich der Kapelle am Michaelsberg sowie südlich und östlich des bestehenden Naturschutzgebiets (rund 6,6 ha).
Flächen des Michaelsbergs. Sie erstrecken sich bis in die Talklinge im Übergangsbereich zum Eichelberg (rund 30,6 ha).
Der Hohlweg am Lärmenfeuer. Geschützt wird die westliche Böschung dieses Zufahrtswegs zur Michaelskapelle (rund 0,7 ha).
Sonnenuntergang auf dem MichaelsbergDer Aufschluss am Rummler. Der Steinbruch mit angrenzenden Streuobstwiesen befindet sich am Südhang des Michaelsbergs (rund 2,6 ha).
Das Gewann Weiertal und Teile des Gewanns Habichtsbuckel. Sie befinden sich südlich des Grombachs zwischen Unter- und Obergrombach (rund 10 ha).
Die beiden Naturschutzgebiete werden großräumig ergänzt durch ein umgebendes Landschaftsschutzgebiet, das den Namen Michaelsberg-Eichelberg führt und 388,01 Hektar groß ist. Es wurde durch Verordnung des Landratsamts Karlsruhe vom 29. Januar 1975 mit der Schutzgebietsnummer 2.15.025 gebildet.
Sage
Der Sage nach wurden alle neugeborenen Untergrombacher erst vom Klapperstorch aus dem „Kindlesbrunnen“ geholt.
Veranstaltungen 2009
Im Jahr 2009 wurde zwischen April und Dezember ein großes Kulturprogramm mit 40 Veranstaltungen um den Michaelsberg abgehalten.[3]
Bilder
Die Michaelskapelle nach der Renovation Oktober 2007
Der „Kindlesbrunnen“ auf dem Michaelsberg
Blick auf Baggersee Metzgerallmend
Panorama vom Michaelsberg: Vom Fremersberg bei Baden-Baden im Süden bis zum Kernkraftwerk Biblis im Norden, mit Weitblick auf den Pfälzer Wald
Literatur
Michael Hassler (Hrsg.): Der Michaelsberg – Naturkunde und Geschichte des Untergrombacher Hausbergs. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 1998, ISBN 3-929366-78-9.