Michaelskirche (Berkheim)
Kirchengebäude in Berkheim, einem Stadtteil der Großen Kreisstadt Esslingen am Neckar im Landkreis Esslingen von Baden-Württemberg
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Die evangelische Michaelskirche, die ehemalige Pfarrkirche und heutige Friedhofskapelle, steht in Berkheim, einem Stadtteil der Großen Kreisstadt Esslingen am Neckar im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenbezirk Esslingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Geschichte und Baubeschreibung
Im Jahre 1191 wird die Michaelskirche erstmals schriftlich erwähnt, da sie in den Besitz des Klosters Denkendorf übergeht. 1508 scheint es zu einer Bautätigkeit gekommen zu sein. Im Jahre 1699 wird die bis heute erhaltene Kanzel in der Mitte der Nordwand, gegenüber der Südempore, aufgestellt, sodass bis 1929 der Kirchenraum mit der Ausrichtung der Predigthörenden auf die Kanzel eine Querkirche darstellt.[1] 1739 wechselt die pfarramtliche Versorgung vom Kloster Denkendorf nach Nellingen auf den Fildern. 1741 sind Renovierungsmaßnahmen belegt, 1834 wird die Sakristei von der Nord- an die Ostseite des Chors verlegt, 1841/42 eine Chorempore für die Orgel mit je einem Nord- und Südschenkel errichtet, die Westempore erweitert und mit einer nördlichen Außentreppe erschlossen. 1891 gab es eine Innen-, 1896 eine Außenrenovierung, 1929/31 wurde nach Versetzen der Orgel auf die Westempore die östliche Orgelempore entfernt und die Kanzel an der Nordwand weiter nach Osten versetzt. Die Kirchenrenovierung 1950 ging einher mit der Anbringung eines neuen dreiflügligen Altarbildes an der nun freien Wand hinter dem Altar. Nachdem 1977 die neue Osterfeldkirche die Hauptkirche der Gemeinde geworden war, wird die Michaelskirche seither nur noch für Trauerfeiern, Sondergottesdienste, Trauungen und Konzerte genutzt. Dafür wurde 1991 die Orgel zum 800. Jubiläum restauriert. Architekt Ulrich Jaschek leitete 2011 eine umfassende Sanierung der Michaelskirche.
Die spätgotische Saalkirche besteht aus einem Langhaus und einem gleich breiten, flachen dreiseitig geschlossenen Chor im Osten mit der seit 1834 östlich angebauten Sakristei. Aus dem Satteldach des Langhauses erhebt sich im Westen ein Giebelreiter, der den Glockenstuhl mit drei Kirchenglocken beherbergt, und der mit einem spitzen Helm bedeckt ist.
Ausstattung
Die Kanzel der Michaelskirche stammt aus der Barockzeit, eine eingeschnitzte Jahreszahl am Kanzelfuß benennt das Jahr 1699. Der Taufstein von 1841 wurde 2017 restauriert und nach einem Entwurf der aus Berkheim stammenden Berliner Künstlerin Ulrike Flaig mit Taufschale und Taufkanne neu gestaltet. Die Orgel auf der Empore in frühromantischer Klangfärbung mit neun Registern auf einem Manual und Pedal war 1841 von Gruol & Blessing in Bissingen an der Teck gebaut worden. Der vor der östlichen Sakristeitür freistehende Altar war 1929/31 als Ziegelmauerwerk gestellt worden. Das zugehörige Altarretabel wurde 1950 von Hans Gottfried von Stockhausen als Triptychon gemalt und an der Altarwand über der Tür angebracht. Es geht in der Gestaltung der Passion und Auferstehung Christi und im Blick auf das Himmlische Jerusalöem von den leidvollen Erfahrungen und den Zerstörungen der Stuttgarter Kriegs- und Nachkriegsjahre aus.
Literatur
- Günter Wagner: 800 Jahre Michaelskirche Berkheim 1191–1991. Festschrift. (Hrsg.) Evangelische Kirchengemeinde Esslingen-Berkheim, Esslingen 1991.
- Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Baden-Württemberg I, Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe. Deutscher Kunstverlag, München 1993, S. 71.
- Sabine Nollek: Michaelskirche Berkheim. (Hrsg.) Evangelische Kirchengemeinde Berkheim, 2. korrigierte und ergänzte Auflage, Esslingen-Berkheim 2018.